die Sprache der Hunde

Seit vielen hundert Jahren leben Menschen schon mit Tieren Seite an Seite. Dabei haben Tiere die unterschiedlichsten Bedeutungen und Funktionen für den Menschen. Sie beschützen ihn, erledigen Arbeiten oder sind einfach nur in unserer Nähe, weil wir sie schätzen. Ein Tier, welches der Mensch im Besonderen schätzt, ist der Hund.

Im Zusammenleben mit Hunden ist Bindung eine wichtige Basis. Lebenssituationen gemeinsam zu meistern macht uns stark. Bindung erreicht man nicht durch Training, sie wächst mit der gemeinsamen Zeit, mit der Intensität und der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen.

Hunde sind sehr intelligente Wesen, die ausgezeichnet eigenständig handeln können, dabei stets den für sie größten Nutzen suchend. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, ihnen gewisse „Verhaltensrichtlinien“ zu vermitteln, wenn es um das „menschliche Umfeld“ geht. Diese „Verhaltensrichtlinien“ sollten individuell sein, angepasst an die persönlichen Lebensumstände. Hunde sind sehr kooperative Lebewesen, die sich in der Regel bereitwillig in ihrem Habitus an uns anpassen. Dabei ist es nur fair, dass wir uns mit ihnen und ihrer „Denkweise“ auseinander setzen, um sie bestmöglich zu verstehen und auf sie einwirken zu können.

Wir sind dafür verantwortlich, unseren Hunden den Weg zu ebnen, den Alltag in „unserer Welt“ meistern zu können, ohne sich fürchten zu müssen oder andere Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Verhaltensauffälligkeiten sind letztlich die Folgen nicht ausreichender Gewöhnung an „artfremde Umstände“. Es entspricht nicht der Natur des Hundes, sich in Häusern aufzuhalten oder in Cafés, Bahn oder Auto zu fahren und welchen Situationen der Mensch sie noch aussetzt. Deshalb tut es Hunden gut, zu spüren, dass der Mensch sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und ihm Sicherheit gibt. Sicherheit in einer Umwelt, die nicht seiner natürlichen Umwelt entspricht. Je normaler wir eine „menschliche Situation“ bewerten und repräsentieren, die einem Hund suspekt erscheint, desto sicherer kann sich der Vierbeiner sein, dass alles in bester Ordnung ist.

Wir müssen das andere Ende der Leine nicht restlos durchkonditionieren. So wie der Mensch nur ein Mensch ist, ist der Hund nur ein Hund! Jeder macht einmal Fehler, jeder hat einmal einen schlechten Tag und das Wichtigste, jeder ist ein einzigartiges Individuum. Keiner hat einen konstanten Gemütszustand und niemand lebt in Perfektion. Je eher wir uns dessen bewusst werden, und es auch akzeptieren können, desto besser. Es wirkt sich positiv auf unser Zusammenleben aus, nicht nur auf das mit Hunden.

In der Hundeerziehung bedarf es keiner herrischen, unterdrückenden oder gewalttätigen Führung. Für mich kann ein Hund „Hund sein“ und dabei dennoch lernen, sich in verschiedenen Situationen unseren Vorstellungen entsprechend ruhig zu verhalten und sich auf den Menschen zu verlassen. Wenn wir aufhören unsere Hunde zu vermenschlichen und an deren Erziehung nicht mit menschlicher Psychologie herangehen, sondern lernen ihre Instinkte zu verstehen, erhalten wir die Fähigkeiten, gezielt mit ihnen zu kommunizieren. Die Erziehung unserer Hunde liegt in unseren Händen. Sie beginnt in unserem Kopf, unserem Herz und unserem Bauch.