Über Menschen & Hunde

Bereits seit vielen hundert Jahren leben Menschen mit Tieren Seite an Seite. Dabei haben Tiere schon früh die unterschiedlichsten Bedeutungen und Funktionen für den Menschen. Sie beschützen uns, erledigen Arbeiten oder sind einfach nur in unserer Nähe, weil wir sie schätzen. Ein Tier, welches der Mensch im Besonderen schätzt, ist der Hund. Heute Leben wir in erster Linie einfach so mit Hunden zusammen. Nur noch wenige Hunde arbeiten in dem Umfeld, für das sie ursprünglich gezüchtet wurden.

Im Zusammenleben mit Hunden ist Bindung eine wichtige Basis, so sagt man stets. Doch erreicht man Bindung nicht durch stundenlanges Training, nein. Sie wächst mit der gemeinsam verbrachten Zeit, mit der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen. Bindung entsteht nicht durch das Erlernen und Einhalten von Kommandos und Regeln, sondern durch Zuverlässigkeit. Denn, wem wir vertrauen können, an den binden wir uns. So geht es auch unseren Hunden!

Man kann Sympathie nicht antrainieren, aber abtrainieren! Ein Diktator wird keine ehrliche Sympathie ernten. Freiheitsbeschränkung (tu dies, lass das, sitz hier, lieg da) führt zu Distanzierung und schlimmstenfalls Ausbrüchen, nicht aber zu aufrichtiger Zuneigung und gesunder Selbstentwicklung. Warum ich das sage? Weil ich Hunde längst nicht  mehr nur als „infantile“ Lebewesen wahrnehme, denen man alles diktieren muss. Ich habe gelernt, Hunden zuzutrauen, durch eigene Erfahrungen zu lernen, was für sie gut oder schlecht ist. Man muss ihnen nur auf Augenhöhe begegnen und sich einmal fragen, „Wie würde ich es finden, keine Entscheidung selbst fällen zu dürfen?“.

Hunde sind sehr intelligente Wesen, die ausgezeichnet eigenständig handeln können und gleichzeitig nach unserer Anerkennung streben. Sie agieren energieeffizient und zum eignen Vorteil, während sie gleichermaßen sozial sind. Damit unterscheiden sie sich nicht von uns. Auch der Mensch strebt nach effizienten Handlungen, Anerkennung Anderer und lebt in Verbänden. Eine klare Übereinstimmung und ein klarer Vorteil, der es uns erlaubt, entspannt zusammenzuleben.

Was wir für die Beziehung zu unserem Hund tun können, ist ihm zuverlässiges, konstantes Verhalten entgegenzubringen. Dann können wir ihm helfen, neue Situationen nicht neu bewerten zu müssen, sondern sich auf uns zu verlassen, uns zu vertrauen. Wir können unseren Hunden helfen, Verhaltensweisen zu automatisieren (im Unterbewusstsein zu speichern), ganz ohne sich ständig den Mund fusselig reden und das Tier herumkommandieren zu müssen. Es liegt an uns, ob wir diktatorisch vorgehen, aus Angst unser Hund könnte einmal eine negative Erfahrung machen, so wie es zum Leben dazugehört, oder ob wir ihm in einem sicheren Rahmen erlauben, die Welt selbst zu entdecken und für richtiges Verhalten und gute Ideen gesehen und honoriert zu werden. Es liegt in unserer Hand, uns einen Hund zu erziehen, der zwar bestenfalls tut was wir möchten, dabei allerdings stets hilflos bleibt und möglicherweise bald jede Chance nutzt, auszubrechen und Unsinn zu machen, um mit negativem Verhalten viel größere Aufmerksamkeit zu heischen oder ob wir einen Hund zu einem selbstbewussten, eigenständigen Wesen erziehen, welches uns vertraut und ganz von selbst lieber gutes Verhalten zeigt.

Wir sollten schleunigst aufhören, der Geldmaschine „Hundetraining“ blind zu glauben und die Dinge genauer hinterfragen, die im kommerziellen Hundetraining praktiziert und propagiert werden. Fangt an, fair zu euren Hunden zu werden. Fangt an, euren Hunden die Chance zu geben, euch freiwillig zu lieben und sich selbst einbringen zu wollen. Setzt eure Beziehung auf ein ganz anderes Level und hört auf Leistung und blindes Gehorsam einzufordern. Ich verspreche euch, es lohnt sich! 😉

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