Heilpflanzen zur Stärkung des Immunsystems

Brrrr, ist das morgens jetzt schon frisch draußen! Der Herbst ist da, die Blätter fallen. An den meisten Tagen hatten wir bisher noch Glück und es war noch nicht übermäßig kühl. Doch gerade in den Morgenstunden fühlt man den Unterschied zum Sommer schon jetzt. Deshalb geben wir euch mal einen Einblick in unser Immunsystem-Stärkungsprogramm und erzählen euch, was man noch alles zur Stärkung des Immunsystems der Vierbeiner verabreichen kann. 😉

Kokosraspeln und Kokonusssöl
Viele Öle haben einen positiven Einfluss auf die tierische Gesundheit, dazu gehört auch das Öl der Kokosnuss. Gerade die BARFER unter uns, wissen dieses und andere Öle (wie Lachsöl, Dorschlebertran, Leinsamenöl, uva.) zu schätzen. Ich gehe sogar so weit, dass ich behaupte, Kokosöl oder zumindest Kokosraspeln sollte jeder Hundebesitzer in der Küche haben. 😉 Dieses Öl ist, im Vergleich zu vielen anderen Ölen, kalorienarm und aktiviert die Organfunktionen. Weil es aus mittelkettigen Fettsäuren besteht (diese sind wesentlich besser in Wasser löslich sind als Fette), werden zur Verdauung lediglich minimale Mengen an Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse und keine Gallensäuren benötigt. Das heißt Kokosöle werden im Magen-Darm-Trakt schnell gespalten und leicht aufgenommen. Regelmäßig verfüttert hat das Öl zahlreiche positive Eigenschaften für Hunde, von der Stärkung des Immunsystems bis hin zur Fellpflege:

  • sorgt innerlich und äußerlich angewendet für ein glänzendes und geschmeidiges Fell
  • äußerlich angewendet unterstützt das Öl das Abheilen von Wunden, Hautausschlägen und versorgt trockene Haut und Haare mit Feuchtigkeit
  • innerlich und äußerlich angewendet soll es Zecken (zumindest temporär) fernhalten (was die Wirksamkeit angeht scheiden sich hier aber die Meinungen)
  • durch die Gabe von Kokosöl und Kokosflocken verbessern sich die Verdauung und die Nährstoffaufnahme im Organismus
  • übergewichtigen Hunden kann durch Hinzufügen von Kokosnussöl beim Abnehmen geholfen werden, während die Energie gleichzeitig gesteigert wird
    (das gilt übrigens auch für uns Menschen 😉 )
  • das Öl der Kokosnuss unterstützt Hunde mit Arthritis
  • dank der antibakteriellen, antiviralen und antifungalen Wirkstoffe kann es helfen Infektionen, Krankheiten und Diabetes bei Hunden zu verhindern
  • einige behaupten sogar, es steigere die Gehirnleistung und verlangsamt das Altern des Gehirns
  • die Öle der Kokosnuss können auf natürliche Weise einem Wurmbefall vorzubeugen

Um den Hund mit den wichtigen Nährstoffen des Kokosnussöls zu unterstützen, empfiehlt es sich einen Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht am Tag zu geben. Man kann die Menge entweder unters Futter mischen oder direkt verabreichen. Wir handhaben das immer mal anders. Mal gibt es einen Teelöffel Raspeln oder Öl auf das Futter, mal gibt es aber auch einen Löffel zum Abschlecken. So oder so mundet Jack die Kokosnuss sehr gut.

Honig
Das flüssige Gold, was von den Honigbienen produziert wird, schmeckt  nicht nur und hilft nicht uns Menschen gesund zu bleiben, sondern kann auch unseren Hunden behilfleich sein ihr Immunsystem zu stärken. Honig ist ein wirksamer Bakterienkiller und Krankheitsschützer. Ein kalt geschleuderter Bio- oder Imkerhonig hat starke antibiotische und entzündungshemmende Eigenschaften und verfügt über ein natürliches Antiseptikum, weshalb er bereits seit Jahrtausenden zur Wundheilung eingesetzt wird. Aber die klebrige Flüssigkeit ist nicht nur immens gesund, bei Wunden kann die süße Medizin (im Gegensatz zu Salben) bedenkenlos weggeschleckt werden. Neben der Wundheilung mit Honig, können wir unsere Hunde über Honig auch mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Er gibt Energie und gleicht Mangelerscheinungen aus.

  • bei Appetitlosigkeit unters Futter mischen
  • zur Stärkung des Immunsystems, besonders beim schwachen und alten Tier
  • zur Vorbeugung gegen grippale Infekte
  • bei Hals- und Rachenentzündungen
  • bei Magen- und Darmentzündungen
  • bei bakteriell bedingtem Durchfall
  • begleitend zur Entgiftung der Leber
  • als Kur, um den Stoffwechsel anzuregen

Dünn auf die Wunde aufgetragen, stellt Honig ein Schutzschild gegen Krankheitserreger dar und heilt bei

  • Schürfwunden
  • Brandwunden
  • Risswunden
  • chronischen Hautentzündungen und Ekzemen

Mit ein bis zwei Teelöffel Honig täglich, kann man seinem Vierbeiner und dessen Immunsystem also schon ganz schön unter die Arm greifen. Auch vermengt mit Joghurt oder Hüttenkäse, wird das flüssige Gold ein schmackhaftes Dessert. Bei Medizin oder bitteren Heilpflanzen eignet sich Honig übrigens außerdem ausgezeichnet zum Süßen.

Mit diesen beiden kleinen Helferchen wird bei uns das tierische Immunsystem, gerade jetzt im Herbst, unterstützt. Es gibt aber noch weitere pflanzliche Mittelchen, die unterstützend zur Gesundheit verabreicht werden können.

Sonnenhut (Echinacea)
Der Sonnenhut steigert die die Bildung von Antikörpern. Er wirkt antioxidativ (schützt beispielsweise vor UV-Schäden durch Radikalenabwehr), antibakteriell, antiviral (zum Beispiel gegen Grippe-Viren), entzündungshemmend, wundheilend und besitzt kortisonähnliche Eigenschaften.

Sonnenhut kann zur Behandlung von Infekten und Viruserkrankungen oder vorbeugend zur Immunstärkung eingenommen werden. Es steigert die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Makrophagen, die zu den Fresszellen gehören und schädliche Organismen eliminieren. Die Vermehrung von Abwehrzellen wird erhöht, womit körpereigenen Abwehrkräfte gesteigert werden

  • zur Stärkung und Regulierung des Immunsystems (Anwendung innerlich)
  • bei akuten und chronischen Atemwegsinfekten, Erkältungen, grippalen Infekten, Entzündungen (Anwendung innerlich)
  • Virusinfektionen, Husten, Bronchitis (Anwendung innerlich)
  • unterstützend bei Zwingerhusten (Anwendung innerlich)
  • Harnwegsinfekten wie Harnleiter-, Blasen- oder Nierenbeckenentzündung (Anwendung innerlich)
  • zur Vorbeugung gegen Infektionen oder bei schleichenden chronischen Infekten (Anwendung innerlich)
  • bakteriellen Hautinfektionen und zur Wundbehandlung (Anwendung äußerlich)
  • schlecht heilenden Wunden, chronisch-eiternden oberflächliche Wunden, Unterschenkelgeschwüren, Abszessen  (Anwendung äußerlich)
  • Herpesbläschen  (Anwendung äußerlich)
  • leichten Verbrennungen (Anwendung äußerlich)

Wenn der Sonnenhut gleich bei den ersten Anzeichen eines Infektes eingenommen wird, lässt sich die Entwicklung der Erkrankung eindämmen. Bei einem fortgeschrittenen grippalen Infekt oder bei Fieber, wenn die körpereigene Abwehr auf Hochtouren arbeitet, sollte man jedoch nicht mit Echinacea behandeln. Es ist ratsam, erst nach dem Abklingen eines grippalen Infekts weiter mit dieser stimulierenden Pflanze zu arbeiten. Die Anwendungsdauer sollte auch höchstens zwei bis drei Wochen betragen. Danach ist mindestens  eine 14-tägige Pause einzulegen, bevor man weiter behandelt.

Das Pulver des Sonnhut bekommt man in der Apotheke, man kann es unters Futter mischen. Außerdem im Handel erhältlich findet man einen alkoholfreien Echinaceapresssaft, der oral verabreicht werden kann. Zur äußeren Anwendung wird Sonnenhut in Form von Salben und Umschlägen angewandt. In jedem Fall sollte man bei der Anwendung dieser Heilpflanze vorher mit dem Tierheilpraktiker seines Vertrauens sprechen, denn es darf nicht überdosiert werden. Ansonsten kann es zu Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot, Schwindel und Fieber kommen und eine Daueranwendung schwächt die körpereigene Immunabwehr. Bei Autoimmunerkrankungen und Erkrankungen wie Tuberkulose, Leukose oder Kollagenose sollte auf diese Pflanze gänzlich verzichtet werden.

Propolis
Propolis wird vom Bienenvolk aus Knospen und teilweise aus der Rinde verschiedener Bäume gewonnen und stellt ein natürliches Antibiotikum dar. Das von den Bienen produzierte Kittharz hält nachweislich Viren, Pilze und Bakterien fern. Propolis schützt auch Mensch und Vierbeiner, denn es hat eine antibiotische Wirkung. Es wirkt gegen Hunderte von verschiedenen Bakterien (gegen Eitererreger, Pilze und Viren). Propolis hat noch dazu den Vorteil, dass die Darmflora nicht angegriffen wird.

  • zur Unterstützung und Verstärkung der körpereigenen Abwehrkräfte
  • zum Schutz vor grippalen Infekten
  • zur Vorbeugung gegen Wurmbefall
  • zur Darmsanierung – auch zur Nachbehandlung nach Antibiotikaeinnahme
  • zur Desinfektion und Schmerzlinderung von kleineren Schürf- und Schnittwunden und Entzündungen wie z. B. Pfotenverletzungen (Anwendung äußerlich)
  • zur Nachbehandlung von Operationswunden (Anwendung äußerlich)
  • bei Pilzerkrankungen (Anwendung äußerlich)
  • zur Desinfektion nach Zeckenbissen (Anwendung äußerlich)

Bei Hund und Katze wendet man Propolis in Pulver- oder Tropfenform an. Propolispulver und Propolistinktur auf Wasserbasis sind im Handel erhältlich und bei Tieren anwendbar. Das Pulver kann mit Honig vermischt gegeben und die Tropfen ins Futter oder auch löffelweise verabreicht werden. Wie schon beim Sonnenhut, können Tiere auch auf Propolis allergisch reagieren. Propolissalbe oder -tinktur sollte daher zunächst an einer Körperstelle auf Verträglichkeit getestet werden und mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker besprochen werden.

Katzenkralle
Die aus dem Regenwald stammende Katzenkralle hat besonders starke, das Immunsystem untersützende Wirkung. Sie ist eine Urwaldliane aus Mittel- und Südamerika. Sowohl die Rinde, als auch die Wurzeln und Blätter dieser Pflanze finden Verwendung als Heilpflanze. Die Katzenkralle wirkt entzündungshemmend und blutreinigend, sowie gegen Viren, Bakterien, Toxine. Noch dazu besitzt sie krebshemmende Substanzen.

  • zur Stärkung des Immunsystems
  • zum Aufbau und zur Aktivierung der weißen Blutkörperchen
  • zur Säuberung und Heilung im Magen-Darm-Trakt
  • zur Infektionsabwehr bei bakteriellen, viralen oder Pilzinfektionen
  • zur Entgiftung des Körpers und der Organe
  • zur Schmerzbekämpfung bei Arthritis, Arthrose, Spondylitis, Hüftgelenksdysplasie, Borreliose
  • bei Hauterkrankungen mit gesteigerter Talgabsonderung
  • als Schutz vor Thrombosen und zur Risikosenkung von einem Herzinfarkt durch die regulierende Wirkung des Blutdruckes
  • bei Krebserkrankungen wie Lungen-, Darm- und Gesäugetumoren

In den ersten Einnahmetagen kann der Urin einen starken Geruch aufweisen und sich verfärben, genau wie der Kot. Das allerdings sind Zeichen dafür, dass der Entgiftungsprozess erfolgreich ist und der Körper gereinigt wird. Allerdings ist auch hier die ärztliche Aufsicht wichtig.

Generell sollt bei keinen der drei zuletzt genannten Pflanzen einfach ins Blaue hinein etwas verabreicht werden. Einen Fachmann mit Beratung und Dosierung zu beauftragen ist der sicherste Weg Allergien und Unverträglichkeiten zu vermeiden.

Was nutzt ihr, um die Abwehrkräfte eurer Vierbeiner anzukurbeln und zu unterstützen? Verratet es uns gern, wir sind sehr gespannt!

 

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4 Gedanken zu “Heilpflanzen zur Stärkung des Immunsystems

  1. Pingback: Aromatherapie – wohltuende Düfte für Hunde |

  2. Toll zusammengestellt! Kokosnussöl liebe ich auch, nicht nur für die Hunde. Das steht bei mir auch in der Küche und im Bad. 😉 Bei uns gibt es noch ganz schnöde Hagebutten für Vitamin C und Weizenkeime für Vitamin D über das Futter.

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