Urlaub im Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz ist einer der größten Waldnationalparks in Deutschland. Er umfasst mit seinen 247,03 km² (davon ca. 158 km² in Niedersachsen und 89 km² in Sachsen-Anhalt) ungefähr zehn Prozent der Gesamtfläche des Harzes rund um den Brocken. Der Nationalpark erstreckt sich von der Stadt Herzberg im Süden bis Bad Harzburg und Ilsenburg im Norden. Etwa 96 Prozent  des Gebietes sind von Wäldern, vor allem Fichten- und Buchenwäldern, bedeckt. Landschaftsprägend sind Granitklippen und Bergbäche.

Nachdem wir im Juni bereits eine Weile an der Ostsee in Sierksdorf Urlaub gemacht hatten (nachlesen könnt ihr das gerne nochmal hier), verbrachten wir die vergangenen fünf Tage im eben beschriebenen Nationalpark Harz in Bad Harzburg. Fernab von Arbeit, Stress und Hektik haben wir im Grün der Wälder die Seele baumeln lassen und die Gegend zu Fuß erkundet. Und wie das so war, das möchte ich heute zusammenfassen und mit euch teilen. 🙂

Zwischen unserer „Hood“ und dem Urlaubsziel lagen 261 km, ergo an die 2.75 Stunden Autofahrt. Quasi ein Katzensprung! Manchmal muss man gar nicht ewig weit fahren, um einen wunderbaren Urlaub zu haben.  Die Unterkunft habe ich (wie schon die vom Ostseeurlaub) wieder über die Urlaub mit Hund Facebook-Gruppe organisiert bekommen. Ich sage euch, ich schwöre auf diese Gruppe! Es ist einfach nur total praktisch dort zu suchen, wenn man mit dem Hund verreisen möchte. Die Anbieter wissen worauf es ankommt, weil man mit Hund reist, und man muss nicht umständlich recherchieren, ob man seinen Vierbeiner mitbringen kann.

Bei der Einreise in den Nationalpark Harz zeigte sich die gesamte Schönheit der Region in kleinen Bergformationen rund herum. Ich liebe das! Da schlägt mein Herz einfach direkt höher. Überall Grün und überall die Möglichkeit zu laufen. Die Natur erleben, das stand auf dem Programm. Keine Wellnessbehandlungen oder faul in der Sonne liegen. Das hatten wir an der Ostsee getan aber im Harz wollte ich in den Wald, in die Berge. Ins Herz der Natur.

Nachdem wir Samstag in Ruhe ankamen, die Unterkunft in Beschlag nahmen, uns im Supermarkt mit Proviant eindeckten und den Abend ruhig ausklingen ließen, ging es Sonntag gleich richtig los. Das Schönste an unserem Domizil war, dass wir das Auto stehen lassen und direkt von der Haustür aus loswandern konnten. Spritsparend, umweltfreundlich und entspannt. Ausgezeichnet! 🙂

Unsere Tour am Sonntag
Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es gegen 11 Uhr von Bad Harzburg Richtung Kreuz des deutschen Ostens (555 Meter über dem Meeresspiegel). Dieses Gedenkkreuz soll Mahnung und Erinnerung an die Leiden der nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen sein. Von der Vertreibung waren etwa 20 Millionen Menschen betroffen, von denen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ungefähr 2,8 Millionen die Deportation nicht überlebten.

Der erste Teil des Marschs war etwas anstrengend. Wir wählten einen „Schleichweg“, der sich als „Himbeer-Hang“ entpuppte. Überall Gestrüpp und fiese kleine Dornen, na toll! *ha ha* Aber wir waren schon zu weit um umkehren zu wollen. Kurzerhand nahm ich den Zwerg unter den Arm und wir kraxelten durch die Büsche nach oben. Ab dort war dann wieder normaler Weg, sodass wir ohne Probleme weiterlaufen konnten. Rebellisch wie ich bin, widersetzte ich mich den Regeln der Wandertafeln und ließ Jack von der Leine. Wir trafen nur wenige Leute, noch weniger Leute mit Hund – wenn dem so war, nahm ich den Pinsch aber selbstverständlich kurz an die Leine. Sonst durfte er allerdings frei umherlaufen. Ehrlich gesagt, empfinde ich es nämlich als lästig mit dem Hund an der Leine durch den Wald zu gehen. Nicht weil Jack nicht an der Leine laufen kann, sondern weil es für mich das natürliche Erlebnis einfach zerstört. Es hat ihm so sehr gefallen, die ganze Zeit schnüffeln und Fährten verfolgen zu können! Und uns hat es total gefallen ihm dabei zuzusehen. Ein freier Hund ist ein glücklicher Hund! Vom Kreuz des deutschen Ostens aus ging es zu einem nicht weit entfernten Luchsgehege. Vor circa 16 Jahren richtete man dieses Schaugehege im Harz als Teil des Wiederansiedlungsprojektes für Luchse ein. Denn Luchse sind sehr scheue Tiere, die nachts umherstreifen und sich tagsüber ausruhen.  In freier Wildbahn bekommt sie also kaum zu Gesicht. Aktuell geht man von 80 bis 100 Luchsen aus, die im Harz frei leben.

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Vom Gehege der trolligen Wildkatzen machten wir uns auf den Weg zum Molkenhaus, einer im Wald gelegenen Ausflugsgaststätte im rustikalen Jagdhüttenstil, die Hausmannskost und Wildgerichte anbietet. Wir gönnten uns dort einen belebenden Kaffee und stärkten uns mit mitgebrachtem Proviant. Der Pinsch bekam eine Pause auf seiner Decke und schlummerte ein wenig, bis wir uns wieder auf den Weg machten. Vom Molkenhaus ging es über den Kaiserweg zum Burgberg. Dieser befindet sich etwa 485 m über NHN. Auf dem Plateau des Großen Burgbergs befinden sich die Ruine der 1065 bis 1068 erbauten Harzburg (auch Große Harzburg genannt). Wir nutzten die herauskommende Sonne um uns ein zweites Mal mit Essen zu stärken und begaben uns schließlich auf den Heimweg.

Runtastic hat uns das ganze formschön festgehalten, sodass ich euch unsere Wanderstatistik hier teilen kann. 😉

Unsere Tour am Montag
Auch diesmal ging es nach einem tollen Frühstück gegen 11 Uhr auf Wanderung. Wo wir Sonntag eher „frei Schnauze“ durch den Wald zogen sind und uns an den Wegweisern von einem Ziel zum nächsten hangelten, hatten wir Montag ein genaues Ziel: den Brocken! Keiner von uns ahnte, was wir uns da selbst auferlegt hatten. Das zeigte sich erst abends. Aber so weit will ich gar nicht ausholen, fangen wir lieber von vorn an.

Wieder ließen wir das Auto in Bad Harzburg stehen und starteten an unserer Haustür der Unterkunft. Wir verschwanden im Wald und liefen Richtung Ilsenburg. Das heißt wir liefen von Sachsen-Anhalt erstmal nach Niedersachsen. Den Wanderweg Richtung Ilsenburg verließen wir am Abzweig Eckertal wieder und drehten uns zumindest schon mal in die Richtung des Brocken. Ich sag’s euch, warum wir den harten Weg ins benachbarte Bundesland gewählt haben statt den „kurzen Weg“ zum Brocken zu gehen .. ich weiß es nicht! Okay vielleicht weiß ich es doch, Robert wollte das – er ist Schuld! 😀 Von dieser Wanderung gibt es eigentlich auch gar nicht ganz so viel zu berichten, da wir keine großen Zwischenstops machten. Wir liefen (hardcore) fast die ganze Zeit durch. Nur ein paar kurze Trinkpausen im Wald (fernab von nennbaren Wegpunkten) legten wir ein. Auch wenn das extrem klingt aber mit längeren Pausen wären wir niemals so gut durch und wahrscheinlich erst nach 21 Uhr wieder zurück gekommen.

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Die größte Pause hielten wir oben auf dem Brocken ab. Bei „größter Pause“ ist allerdings die Rede von vielleicht 20 Minuten, denn es war arschkalt. Hätten wir uns eigentlich denken können aber okay. *ha ha* Also gab es nur kurz etwas zwischen die Kiemen und dann ging es zurück ins „wärmende Tal“. Leider bin ich somit überhaupt nicht dazu gekommen ein paar Fotos vom Pinsch auf dem höchsten Punkt zu schießen. Aber der hat sowieso ziemlich geklappert vor Kälte.

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Nach dem Abstieg vom Brocken nahmen wir Kurs auf die Eckertalsperre. Dabei kamen wir erneut am Molkenhaus (an dem wir ja am Vortag Rast hielten) vorbei und liefen dort weiter Richtung Unterkunft unten in Bad Harzburg.

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Und hier die dazugehörige Runtastic Wanderstatistik. 😉

Alles in allem hatten wir eine wundervolle Zeit im Nationalpark Harz. In unserer Wohnung dort haben wir uns extrem wohl, eigentlich fast schon zuhause, gefühlt und ein paar tolle Tage verlebt. Auch wenn wir längst nicht alles dort erkundet haben! Dadurch halten wir uns einen weiteren Besuch offen. Und ehrlich gesagt freue ich mich da drauf jetzt schon tierisch. 🙂

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3 Gedanken zu “Urlaub im Nationalpark Harz

  1. Pingback: Das war doch mal ein Sommer! |

  2. Hallelulja ! 35 KILOMETER !!!
    Ihr seid Hardcore !

    Das hätten wir im Leben nicht geschafft…. aber vom BROCKEN haben wir schon viel gehört.
    Gerade in den Wintermonaten soll es im Harz und am Brocken wunder wunderschön sein 🙂

    Toll das Ihr uns mitgenommen habt.
    Wuff, Deco und Pippa

    Gefällt 1 Person

    • Ich sage euch, dass war auch echt eine mords Tour! *hi hi* Alle waren kaputt danach, außer der Hund, der hätte nochmal so viel laufen können ohne mit der Wimper zu zucken. 😉

      Bitte, habe euch gerne mitgenommen in unser kleines Wanderabenteuer. 🙂

      Wir grüßen euch ganz lieb!

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