Frostfutter von Graf BARF

 

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Futter ist nach wie vor ein großes Thema bei uns. Wir sind immer noch auf der Suche nach dem richtigen Nenner, wie es ernährungstechnisch für unseren Zwerg weitergehen soll. „Kommt wieder Frisches in den Napf oder doch weiterhin Trockenfutter aus der Hand?“ Das war in den letzten Wochen die größte Frage, wenn es um den Vierbeiner bei uns ging. Die Futtermittelindustrie und die öffentlichen Netzwerke machen einem die Entscheidung was man füttert oft nicht unbedingt leichter. Viele Hundebesitzer schwören mittlerweile auf BARF, während scheinbar nur noch wenige andere Herrchen und Frauchen dem Trockenfutter treu bleiben wollen. Zum einen liegt das ganz offensichtlich an immer häufiger auftretenden Futtermittel-Unverträglichkeiten der einzelnen Hunde, zum anderen ist die Gesunderhaltung unserer flauschigen Lieblinge ein wichtiger Aspekt für die meisten Halter geworden.

Ich gehöre zu der Fraktion, die an qualitativ hochwertigem Trockenfutter prinzipiell nichts auszusetzen haben. Wir haben ja nun selbst von zwei Jahren mindestens eins auf Trockenfutter zurückgegriffen. In gewisser Hinsicht muss man sich zwar darauf verlassen, dass drin ist was drauf steht. Aber wenn man auf gar nichts mehr vertrauen kann, steht man ganz schön blöd da. BARF hingegen ist reizvoll, denn dabei man weiß ganz genau was drin ist. Man hat es selbst in der Hand, aber dadurch auch eine große Verantwortung. Das ich aktuell Trockenfutter gebe passiert nicht aus Bequemlichkeit, weil im Trockenfutter angeblich „genau das richtige Verhältnis aller benötigten Nährstoffe“ enthalten ist. Ich habe bei der Frischfütterung einfach die Sorge, etwas falsch zu machen. Zu viel hiervon, zu wenig davon. Und das, obwohl alle immer behaupten es sei kein Hexenwerk und man müsse sich da nur die ersten Tage und Wochen „reinfitzen“.

Trotz stundenlanger Recherche im Internet, dem akribischen Studieren von BARF-Lektüre (wie der Broschüre von Swanie Simon) und tausenden Snaps und Tipps von anderen „BARFern“, bin ich mir immer noch nicht sicher. Bei Bedenken hat man die Möglichkeit mit Blutbildern über den Tierarzt heraus zu finden, ob man seinen Vierbeiner ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Aber das ist kostspielig und geht meist locker über 100€ pro Test. Nicht das ich keinen machen wollen würde. Wie ich mich kenne würde ich dann aber ständig einen machen lassen, nur um sicher zu sein. Und leider bin ich nicht Rockefeller. Einen BARF-Futterplan selbst zu erstellen, das traue ich mich irgendwie nicht. Dafür kann man aber immer auch Experten beauftragen, die einem „die richtigen Verhältnisse aller Bestandteile“ für den eigenen Hund ausrechnen und übersichtlich in einem Plan zusammenfassen.

Nun durften wir Graf BARF testen und stiegen damit, mit einem einfachen Prinzip, wieder in die Fleischfütterung ein. Denn das was Graf BARF uns da liefert ist gar nicht mal so anders, als unser damals gefüttertes Prey Modell. Das hat mir ein besseres Gefühl für den Wiedereinstieg geben. 🙂

100% Rind in 16 verschiedenen Rohfutterwürfeln
Bei Graf BARF erhält man kein gewolftes Fleisch, sondern Futter in würfelförmigen Stückchen. Spannend! Fleisch, Knochen und Innereien stammen aus Deutschland und haben Lebensmittelqualität. Die für die Firma produzierenden Schlachtbetriebe sind EU geprüft und zertifiziert. Außerdem erfolgt die Produktion unter veterinärmedizinischer Kontrolle. Die Rohfutterwürfel sind extra so zusammengestellt, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung gewährleistet wird.

Die Würfel im Überblick

Fleisch und MuskelSpurenelementeFett ÖlClacium PhosphorVitamine

Kein Ausrechnen, Portionieren und Abpacken
Jahrelange BARFer kennen das. Irgendwann hat man so viel Routine im Zubereiten der Portionen, dass man nicht mehr jedes Gramm haargenau ausrechnet und abwiegt. Man entwickelt mit der Zeit ein gewisses Gefühl dafür, wie viel man verfüttert. Bei Graf BARF entfällt das Ausrechnen, Portionieren und Abpacken direkt von Anfang an. Anfänger sind somit auf der „sicheren Seite“. In den Packungen des Menüs sind alle Futterwürfel enthalten, die es für eine gehaltvolle Ernährung des Hundes braucht und die sich über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen konsequenter Fütterung in ihren Bestandteilen und Nährstoffen komplettieren. Damit orientiert sich der Hersteller am „natürlichen Beuteprinzip“. Nicht immer gibt es täglich die gleichen Rationen Nährstoffe und Co, eben wie in „freier Wildbahn“.

Kein Obst und Gemüse

Das Auffällige am Packungsinhalt ist, dass ausschließlich Fleisch, Knochen und Innereien enthalten sind aber kein Obst und Gemüse. Damit weicht das Graf BARF Menü etwas von den Literaturwerten zum Barfen ab und wird dem Prey Modell meiner Meinung nach sehr ähnlich. Pflanzliche Bestandteile und Ballaststoffe sind bereits in vorverdauter Form im Pansen und Blättermagen enthalten.

Aber nur Rind?
Wer bereits tiefer in der Frischfutter-Materie steckt, der wird sich entweder jetzt oder schon viel eher im Beitrag gefragt haben, ob es das Menü wirklich nur mit Rindfleisch gibt. Auch bei mir kam diese Frage ganz schnell auf! Zwei bis drei Sorten unterschiedliches Fleisch sollte man ja eigentlich schon verfüttern. Deshalb habe ich bei Graf BARF nachgefragt und auch schnell eine Antwort erhalten. Frau Hajek berichtete mir, dass es neben den aktuell einzelnen Lamm Produkten aus dem Graf BARF Shop ab Herbst auch ein Lamm Menü geben wird. Da Geflügel oft sehr belastet ist, möchte die Firma dieses allerdings nicht mit ins Sortiment aufnehmen. Ein Menü mit Pferdefleisch ist aktuell auch im Gespräch. Dazu wird es aber erst nächstes Jahr genauere Informationen geben. Ich finde es gut, dass das Team von Graf BARF sich umfassend Gedanken über die Menüs macht. Dass nicht Schlag auf Schlag dutzende Menüs erstellt werden, sondern alles gut durchdacht und analisiert wird, kommt bei mir sehr gut an.

Eintönigkeit ausgleichen
Damit Jack nicht ausschließlich Rindfleisch frisst, habe ich mich während unserer Graf BARF „Probierphase“ dazu entschieden, auch immer mal anderes Fleisch beizugeben. Also gab es hier und da ein paar Stückchen Kaninchenbauch extra, sowie ein mal die Woche eine komplette Portion Sprotten. Für mich war das in Ordnung und für Jack auch, denn Figurprobleme kennt er nicht. Dauerhaft würde ich mir mindestens ein, besser aber zwei weitere Fleischsorten als Komplett-Menü sehr wünschen.

Mein Fazit zum Graf BARF Menü
Die Idee eines vollwertigen Menüs, das sich über die Zeit selbst in den einzelnen Bestandteilen und Nährstoffen ausgleicht, finde ich gut. Das ist naturnah und überhaupt nicht aufwendig. Dienjenigen die vorher Trocken- oder Dosenfutter verfüttert haben, haben mit dieser Varianter der Fütterung einen leichten Einstieg in die Frischfutter-Materie. Den Tagesbedarf für seinen Vierbeiner kann man, dank Graf BARF Portionsrechner, schnell und einfach ermitteln.
portionsrechner.jpgEtwas überrascht war ich, nach dem ersten Blick in die Tüte allerdings schon. Denn die einzelnen Stücke beziehungsweise Würfel des Menüs erwiesen sich dann doch als ziemlich unterschiedlich groß. Was an sich nicht schlimm ist weil man daran sieht, dass es trotz Würfelform kein Pressfleisch ist. Aber es hat mir das Portionieren anhand der Aussage „9 Mini Würfel“ schon etwas schwer gemacht. Sicherheitshalber habe ich deshalb immer abgewogen, wie viel Gramm wirklich im Napf landeten. Auf die reine Aussage wollte ich mich nicht verlassen, da ich bei 9 Würfeln schnell mal zu viel oder zu wenig gegriffen hatte. Ansonsten bin ich mit dem Fleisch und den Innereien sehr zufrieden gewesen. In meinen Testpackungen waren, meines Erachtens, allerdings etwas wenig Knochenstücke enthalten. Deshalb gab es für Jack zusätzlich jeden zweiten Tag einen Hähnchenflügel. (Die verträgt er einfach am besten, wenn es um Knochenfütterung geht.) Nach dem Auftauen der Portion roch das Menü (trotz Pansen und Co!) wenig bis gar nicht, vor allem nicht streng. Das einzige, was einen wirklich merklichen Geruch erzeugt ist das „Spezial-Öl“. Aber schlimm war auch das nicht in der Nase und unser Zwerg hat es genau so gut vertragen wie die Futterwürfel selbst. Der Output wurde ab der Fütterung von Graf BARF direkt besser und deutlich seltener. Das ist nichts Ungewöhnliches bei Fleischfütterung und eigentlich ja auch für uns Halter ganz nett. Während der Testzeit habe ich Jack natürlich aufmerksam beobachtet und keine gesundheitlichen oder körperlichen Veränderungen feststellen können. Bei einer langfristigen Fütterung würde ich trotzdem den Tierarzt mal austesten lassen, ob irgendwelche Nährstoff-Defizite bestünden. Nicht weil ich den Kontrollen der Firma nicht vertraue, sondern weil es einfach vom Hund abhängig ist welchen Nährstoffbedarf er hat. Da unser Zwerg aber derzeit bei allerbester Gesundheit ist, sehe ich aktuell keine dringende Notwendigkeit einen Arzt zu konsultieren.

Das Rinder Menü kostet im 2,5 kg Frischhaltebeutel für den Gefrierschrank 8,50 €. 250 ml Spezial Öl, komplett abgestimmt auf das Graf BARF Menü, kostet 7,99 €. Weitere Bestandteile müssen nicht gefüttert werden.

(Hier geht es zum Graf BARF Shop)


* Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Graf BARF. Die Produkte wurden uns kostenlos und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

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11 Gedanken zu “Frostfutter von Graf BARF

  1. Pingback: Graf BARF Lamm Menü |

  2. Pingback: Das war doch mal ein Sommer! |

  3. Vor der Ausschlussdiät hatten wir auch mal Graf Barf und war damit eigentlich ganz zufrieden. Schön große Stücken und der Preis fand ich auch OK. Da die leider nur Rind anbieten, finde ich es allerdings für eine ausgewogene Ernährung ein bisschen problematisch. Aber wenn der Hund Rind gut verträgt ist es sicherlich ne gute Alternative wenns das mal zwischendurch gibt. 🙂

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    • Wie gesagt soll diesen Herbst und nächstes Frühjahr mehr ins Sortiment kommen. Wenn es so wird, dann fände ich das auch sehr sehr gut. 🙂

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  4. Ich finde einiges nicht so doll bei diesem Futter. Man weiß ja praktisch nie, was gerade im Napf landet, es sei denn, man pusselt einzelne Bröckchen nach Farben und Konsistenz heraus. Im Grunde hat man keine Ahnung, was das Tier gerade gefressen hat. Das bedeutet, dass man von diesem Futter abhängig ist, möglichst mehrere Packungen am Stück verfüttern muss, damit die angepeilte Mischung stimmt. Es ist auch durchaus möglich, dass das Tier mal fast keine Ballaststoffe frisst, weil zufällig wenige Pansenbröckchen in der Ration waren und das ist für die Verdauung und Peristaltik ja wirklich nicht toll. Oder dass viele Innereien auf einmal im Napf sind und das Tier Durchfall bekommt.
    Der Fettanteil ist mit 9% ziemlich gering (das überwiegend pflanzliche Öl würde ich nicht mitzählen, weil es nicht für die Energieversorgung da ist). Da keine Kohlehydrate hinzugefüttert werden, frage ich mich, wo da die Energie herkommen soll bzw. die Gefahr ist ziemlich groß, dass hier Eiweiß zur Energieversorgung benutzt wird, was höchst ungesund ist.
    Ich bin nicht überzeugt.

    Viele Grüße
    Heidi

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  5. Das hat jetzt nichts mit dem „Graf Barf“ Thema zu tun (darüber habe ich, abgesehen von dem etwas happigen Preis, nur Gutes gehört), aber als ich im Text „denn dabei man weiß ganz genau was drin ist.“ gelesen habe, musste ich ein wenig schmunzeln (oder eher heulen?). Es gibt nämlich gerade eine Anzeige gegen einen Barfhersteller, weil sich nach Überprüfung des Veterinäramtes herausgestellt hat, dass so überhaupt nicht das drin war, was man denkt. Das als 100% Kaninchen verkaufte Fleisch enthielt zum Beispiel laut Untersuchung ganze 0% Kaninchen. Seit dem sitze ich hier ein wenig weinend in der Ecke und frage mich, was ich eigentlich noch mit gutem Gewissen füttern kann… Ich halte Barf immer noch für die gesündere Version, weil ich gerne auf synthetische Zusätze verzichte, aber darauf verlassen, dass ich wirklich weiss, was ich da verfüttere, kann ich mich scheinbar auch nicht. 😦

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    • Weißt Du, was das für ein Hersteller war?? Ich vertraue, ehrlich gesagt, den wenigsten, auch wenn das traurig ist. Ich halte auch meine Nase an alles, was der Hund frisst und habe über das Geschnupper und dadurch, dass ich mir das Fleisch sehr genau ansehe, schon einige Qualitätsunterschiede feststellen können. Deshalb gibt es bei uns fast nur Fleisch aus ein oder zwei Quellen.

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    • Also ehrlich gesagt, weiß ich nicht was an dem Preis happig ist. Klar, die einzelnen Pakete sind recht kostspielig. Aber gerade das Menü hat einen Preis, der meines Erachtens sogar höher sein könnte. Mir geht es vorrangig nicht darum meinen Hund günstig zu ernähren. Aber wie dem auch sei …
      „In gewisser Hinsicht muss man sich zwar darauf verlassen, dass drin ist was drauf steht. Aber wenn man auf gar nichts mehr vertrauen kann, steht man ganz schön blöd da.“ Heutzutage kann und muss man theoretisch überall vermuten, dass nicht drin ist was drauf steht – egal was behauptet wird. Und wie Frauschmitt ja auch deutlich machen möchte, darf man auch nicht mehr darauf vertrauen dass Veterinäre (die das „angeblich“ kontrollieren) da mit rechten Dingen arbeiten. Aber ganz ehrlich, ich kann nicht selbst schlachten und muss mich irgendwo auf verlassen. Aber die Menschen sind profitgeil und scheren sich selten um das Wohl anderer Lebewesen. Selbst wenn ich meinen Hund IMMER und AUSSCHLIESSLICH mit 100% unbelastetem Fleisch und Co ernähre – am Ende bekommt er einen Krebs oder eine andere Krankheit, weil unsere gesamte Umwelt derart belastet ist, dass wir alle daran krepieren! Sorry aber das ist ein Teufelskreis aus dem wir alle nicht mehr herauskommen, weil wir missratenen Menschen diesen Planeten schon längst ruiniert haben. Und die Tiere und Pflanzen müssen genau so darunter leiden wir auch wir, obwohl nur wir es wirklich verdient hätten!

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  6. Hallo ihr zwei!

    Danke für den Testbericht. Die Firma kannte ich noch gar nicht. Wäre auch mal interessant das zu testen. Aber derzeit hab ich noch etwa 25 kg Frostfleisch daheim und das muss mein Fräulein erstmal auffuttern. Interessant fand ich den Portionsrechner. Hab ich mich so verrechnet?? Der hat mir glatt 100 g weniger ausgerechnet. Dabei ist Shiva rank und schlank… Testen werde ich es vermutlich schon, aber erst wenn mein Fräulein den Gefrierschrank leer hat.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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    • Hey Sandra & Shiva!
      Also, wenn ihr zum Fleisch auch Obst und Gemüse füttert ist es idR normal, wenn mehr Menge für die tägliche Portion rauskommt. Anders kann ich es mir nicht erklären. Natürlich kommt es auch immer auf die Fleisch/Fett-Zusammensetzungen an. Wo wir beim Prey mit 125 g dabei waren, sind wir jetzt bei 109 g. Allerdings auch, weil ich ein bisschen abgezogen habe damit die Leckerli noch Platz im Pinschermagen finden. Ansonsten kam bei uns die gleiche Menge raus. Aber wir haben ja auch nur Fleisch und noch nie Obst und Gemüse verfüttert.
      Vorher war uns Grad BARF auch gar kein Begriff, aber nun sind wir angenehm überrascht von der Firma. 🙂

      Liebste Grüße,
      Claudi & Jack

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