Blogparade – Wandern vor der Haustür

rock-1379577_1920Man soll sich stets an Neuem versuchen. So dachte ich es mir und meldete mich zur Teilnahme an der in der Überschrift beschriebenen Blogparade. „Wandern vor der Haustür“ ist ein tolles Thema! Ich bin einer dieser Menschen die es ganz besonders zu schätzen wissen, sich draußen in der Natur aufzuhalten. Besonders und vor allem mit Hund!

In einer kleineren Stadt wie Chemnitz, die mehr schläft als sie wach ist, ist es nicht ganz so weit her mit der Natur. Zwar genieße ich auch jeden einzelnen Spaziergang mit Jack durch unser Viertel oder hiesige Parks, aber manchmal muss es einfach eine richtige Auszeit geben. Das ist mir wichtig.Wandern vor der Haustür ist bei uns also ein klein wenig übertragen, denn ein gewisses Stück müssen wir immer erst auf vier Rädern zurücklegen, um schließlich wirklich wandern zu können. Aber das ist das Los, was man als Städter gezogen hat. 😉

Meine liebste Wanderregion „vor der Haustür“ …
ist die Sächsische Schweiz. Das ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges in Sachsen. (Der angrenzende tchechische Teil ist übrigens die Böhmische Schweiz.) Südöstlich von Dresden, beiderseits der Elbe, liegen dort bizarre Felsen in der Landschaft. Neben diversen Burgen und Schlössern in der Region, die allesamt wirklich unheimlich anschaulich sind, kann man auf diversen Wanderwegen das Gebiet erkunden.
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Die Geschichte des Elbsandsteingebirges
Dieses Gebirge entstand aus einer gewaltigen steinernen Platte, die durch Witterung zerfurcht, zerfressen und teilweise abgetragen wurde. Während der Kreidezei (also vor circa 90 Millionen Jahren) war das Gebiet der heutigen Sächsisch-Böhmischen Schweiz von einem Meer überflutet. An dessen Boden setzte sich Sand ab, der sich durch Druck und den Einfluss von Bindemitteln allmählich verfestigte. Als sich später das Meer zurückzog, hinterließ es eine bis zu 600 Meter mächtige Sandsteinschicht. Wasser und Wind, Hitze und Kälte wirkten auf den Sandstein ein. So bildere sich jene fantastische Erosionslandschaft, die ihre Besucher immer wieder auf’s Neue beeindruckt. Heute ist die Region geprägt von majestätischen Tafelbergen und bizarren Felstürmen, Tälern, Höhlen und tiefen, steil abfallenden Schluchten. Hinzu kommen einige Basaltkuppen, die durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Mittlerweile ist die Landschaft zudem größtenteils von Wald bedeckt. In den Schluchten, die in das große Elbtal einmünden, plätschern kleine klare Flüsse und Bäche. Weite Ebenheiten zwischen Tälern und Berggipfeln bieten fantastische Aussichten. Zu den bekanntesten Attraktionen gehören das Basteigebiet, der imposante Lilienstein, der Pfaffenstein mit der Barbarine und die Schrammsteine.

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Wenn es also ums Wandern geht, kann ein Ausflug in die Sächsische Schweiz zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Wo sonst findet man eine so natürliche Vielfalt von Felsen, Tafelberge, Ebenen, Schluchten und Tälern auf engstem Raum bei einander? Sie verführen regelrecht zu einem Marsch durch die eindrucksvolle Urnatur. Mit insgesamt 1200 Wanderkilometern kommt jeder Naturbegeisterte dort mit Sicherheit auf seine Kosten! 😉

Energie tanken, Ruhe genießen, mit der Natur eins werden!
Mein liebster Wanderweg der Sächsischen Schweiz ist der Malerweg. Er zählt zu einem der schönsten Wanderwege Deutschlands. In acht Tagesetappen (ca. 46 Stunden +/-) kann man dort 112 abwechslungsreiche Wanderkilometer auf b is zu 4.000 Höhenmetern zurücklegen. Der Ursprung dieses Rundwanderwegs geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Schon damals ließen sich Maler, Musiker und Schreiber dort in der Natur für große Werke inspirieren. Immerhin findet man direkt am oder nicht weit entfernt vom Malerweg viele Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel die Festung Königstein, den Pfaffenstein, die Barbarine, den sogenannten Kuhstall, die Affensteine und Schrammsteine, das Kirnitzschtal, die Burg Hohnstein, Felsenbühne Rathen und Bastei und vieles mehr!

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Eine Wanderung über zwei oder mehrere Tage war selbst mir, wo ich doch gar nicht allzu weit entfernt wohne, noch nicht möglich. Was nichts daran ändert, dass das definitiv ein großer Traum von mir ist. Der eigentlich danach schreit endlich mal in die Tat umgesetzt zu werden! Wenn ich das Elbsandsteingebirge besuche, dann nehme ich mir aber dennoch alle Zeit der Welt.squirrel-1409107_1280 Dort kann man verweilen und Eichhörnchen und Rehe beobachten oder, wenn man Glück hat, Zeuge werden wie der erst leise plätschernde Amselfall nach einem Regenguss rauschen in die Tiefe stürzt. Hier und da kann man einkehren und sich stärken, aber ich mache lieber inmitten der Bäume mit eigenem Proviant ein Päuschen. Wanderfeeling muss sein! Vor fünf Stunden kehre ich nicht zum Auto zurück, sonst habe ich die Natur ja gar nicht richtig genießen können. 😉

Natur tut gut!
Generell habe ich das Gefühl, dass bei der Allgemeinheit der Menschen das Bedürfnis nach Ursprung wieder stärker wird. Ich schätze die Wälder seit je her sehr. Mit Vierbeiner hat sich das noch verstärkt. Gemeinsam umher zu streifen und einfach nur für sich selbst da zu sein, das Handy bestenfalls tief in der Tasche und um einen herum nur die heimischen Tiere – ich merke richtig, wie mir dann das Herz ganz wohlig, ruhig in der Brust schlägt. Dank der lieben Carolin vom Bergzeit Blog habe ich mich mal wieder daran erinnert, wie schön es bei uns sein kann. Das nächste Wanderabenteuer wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen! 🙂

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10 Gedanken zu “Blogparade – Wandern vor der Haustür

  1. Pingback: Blogparade: Wandern vor der Haustür – Die Zusammenfassung – Bergzeiten und Flachlandabenteuer

  2. Pingback: Das war doch mal ein Sommer! |

  3. Die Gegend ist wirklich toll. Leider hab ich es bisher „nur“ nach Chemnitz hinein geschafft und zu den tollen steinzeitlichen Bäumen 😉 Allerdings war ich noch nie in der näheren oder weiteren Umgebung. Na, eines Tages wird es so weit sein, denn das Elbsandsteingebirge steht definitiv auf meiner Liste.
    Mich hat es sehr gefreut deine tollen Bilder zu sehen und den Artikel zu lesen.

    Gefällt 1 Person

  4. Großartig! Die Blogparade hatte ich kürzlich auch entdeckt und wollte teilnehmen…hoffe es klappt zeitlich noch. Ganz toller Trip jedenfalls den ihr da hattet. Grüße von uns
    Danni

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  5. Wow! Was für wunderbare Fotos. Und ein bisschen neidisch bin ich ja schon, dass du eine so tolle Wanderregion vor deiner Haustüre hast. Wobei ich mich auch nicht beschweren kann. Zwar fehlen hier am Niederrhein die Berge und Felsformationen, dennoch kann man dort auch ganz wunderbar wandern. Gerne mehr von solchen Beiträgen!

    Viele Grüße
    Silvana

    Gefällt 2 Personen

  6. Ein wirklich schöner Beitrag!
    Ich muss gestehen, obwohl ich im „Nachbarland“ zuhause bin, weiß ich doch relativ wenig über die Deutsche Landschaft und denke meist nur an die Großstädte… Dein Artikel hat mich auf jedenfall überzeugt, dass es sich auch mal lohnen würde, dorthin einen Ausflug zu machen. Das Elbsandsteingebirbe hat es mir wirklich angetan.

    Aber jetzt sollte ich mich selbst mal daran machen, meinen Artikel übers Wandern vor der Haustür zu schreiben 😉

    Gefällt 2 Personen

  7. Hallo Claudi!
    Erstmal vielen Dank für Deine Teilnahme an der Blogparade!
    Was für tolle Fotos! Deine Erzählungen über diese schöne Wanderregion machen wirklich Lust, die Gegend auch mal zu entdecken! Ich würde mich sehr freuen, wenn Du uns auf Deinem Blog öfters dorthin mitnimmst und vielleicht wirklich sogar von einer Mehrtagestour mit Jack berichtest!
    Liebe Grüße
    Carolin

    Gefällt 1 Person

  8. Pingback: Blogparade – Wandern vor der Haustür – Bergzeiten und Flachlandabenteuer

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