auf der Hundwiese – Spaß oder Frust ?

Mir geht immer das Herz auf, wenn ich meinen Hund von der Leine lassen und ihn beim Spielen mit anderen Artgenossen beobachten kann! Was eignet sich dafür besser, als eine riesige Wiese für unsere geliebten Vierbeiner?

Auch in unserer Stadt gibt es, in den öffentlichen Grünanlagen, Bereiche eigens für Hunde. Diese sind stets ausgeschrieben und als Hundewiesen deklariert. Sie sollen dem Vierbeinern ihren Freilauf, fern der Leine, garantieren. Was uns daran allerdings nicht gefällt und was wir dort leider viel zu häufig beobachten, darüber wollen wir heute schreiben.

schild_hundewiesenIch als Hundehalterin finde es schön, dass die Stadt sich (zumindest dem Anschein nach) Mühe gibt, unseren Haustieren ein paar Wiesenabschnitte zum Spielen und Toben zur Verfügung zu stellen. In unserer Stadt gibt es bei 246.143 Einwohnern 7.916 angemeldete Hunde. (Stand Frühjahr 2015)  Bei dieser Anzahl an Tieren findet man immerhin 20 Grünanlagen für die Vierbeiner. Da könnte man sich zumindest einreden, dass die von uns gezahlten Hundesteuern auch dahin einfließen. Und sie nicht im Nichts der Stadtkassen landen und letztlich nur in den Portemonnaies der Beamten verschwinden. 😉

Allerdings finden wir fast keine unserer hiesigen Hundewiesen wirklich schön! Bei Gesprächen mit anderen ortsansässigen Hundehaltern, wurde immer wieder deutlich, dass es denen genau so geht. Es mangelt oft an Sitzgelegenheiten für die Zweibeiner. Kotbeutelspender gibt es keine, aber überquellende Mülleimer. Trinkbrunnen für die Hunde sucht man ebenfalls vergeblich. Manchmal hat man Glück und ein Rinnsal oder kleines Bächlein fließt nebenan. Aber erwarten kann man das nicht. Eine extra Wasserflasche für den Hund für unterwegs ist quasi immer angebracht. Besonders im Sommer!

Die beiden größten Mankos unserer Hundewiesen, sind die häufig fehlenden Zäune und die teils echt heikle Lage an Hauptverkehrsstraßen. Da fragt man sich, ist das Absicht? Sollen die Tiere auf die Straße rennen und den Verkehr gefährden? Überall herrscht Leinenpflicht, damit die Hunde keinen belästigen und nichts passiert. Aber auf den Hundewiesen wird nicht einmal das nötige Geld ausgegeben, um Zäune zu installieren! Wenn es dann doch mal Zäune gibt, dann sind sie läppische 60 cm oder niedriger! Warum keine 1 Meter Zäune und doppelte Eingangstüren, für sicheres Eintreten? Wir zahlen so hohe Hundesteuern und dennoch fällt offensichtlich kaum etwas für das ab, was benötigt wird. Selbst an abgelegeneren Wiesen sollte ein ordentlicher Zaun Standard sein. Man kann sich doch nicht darauf verlassen, dass jeder Hund immer 100% abrufbar ist, egal wo. Gerade beim Spielen kann der ein oder andere Frechdachs leicht mal über die Wiese hinaus flitzen.

Auf der Internetseite www.chemnitz-hunde.de gibt es eine tolle Übersicht inklusive Bewertung und Fotos aller Hundewiesen, die unsere kleine Stadt zu bieten hat. Die Recherche wurde echt liebevoll durchgeführt und viele Details zusammen getragen. Allerdings ist das ganze nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Mittlerweile sind einige der Wiesen ziemlich abgerockt. Manchmal werden Buddellöcher wieder mit Erde verschlossen, das finden wi super. Aber das Gras ist völlig abgewetzt. Besonders an verregneten Tagen macht das überhaupt keinen Spaß, da man dann nur im Matsch steht. Drüber laufen um Häufchen aufzusammeln ist dann ebenfalls sehr spaßig… nicht! Aber man ist ja dazu verpflichtet Hinterlassenschaften aufzusammeln. Was leider die Wenigsten berücksichtigen. So wird der Besuch auf der Hundewiese in den meisten Fällen beim Häufchen-Aufsammeln für den Zweibeiner zu einem Tretminen-Ausweichspiel!

Über die Schimpferei der schlechten Zustände der meisten Grünflächen hinweg, gibt es ein weiteres Problem auf vielen Hundewiesen. Die Hunde! Oder eher die Halter, die ihre Hunde dort hin bringen um sie auszulasten. Ich habe ehrlich schon einige Leute beobachten können, die direkt aus dem Haus kommen und auf die Hundewiese vor der Haustür gehen. Vermutlich, weil die Wiese so leicht erreichbar ist. Da muss man sich gar nicht erst die Mühe mache weit zu laufen. Der Hund wird von der Leine gelassen, kann sich erleichtern und nach Herzenslust flitzen. Das muss genügen!

In leider vielen Fällen sind Hundewiesen-Besuche stressig und enden nicht friedlich. Manchmal beginnen sie noch nicht einmal friedlich! Das Bild von umhertollenden Hunden, die vergnügt und friedlich miteinander spielen, ist meist nur eine Wunschvorstellung.

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In der Regel geht es auf unseren Hundewiesen heiß her, wenn sich dort tatsächlich einmal mehrere Artgenossen gleichzeitig aufhalten. Viele der Vierbeiner haben im Vorfeld nicht die nötige Auslastung bekommen, um mit fremden Hunden ein angemessenes Energielevel im Spiel zu haben. Das liegt nicht an den Hunden, sondern an den Haltern. Ich denke die meisten, die das hier lesen, wissen was ich meine! 😉

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Es sind die älteren Mitmenschen, die das selten begreifen wollen. Ich möchte eigentlich keinen über einen Kamm scheren. Aber leider ist es einfach so. Während meiner Beobachtungen dazu in unserer Region, waren es über den Daumen gepeilt 80% der älteren Generationen, die ihre Hunde völlig unausgeglichen auf die Hundewiesen ließen. Und dann wundert man sich, wenn sich die Vierbeiner nicht verstehen!?

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Besonders die kleinen flinken und die großen starken Rassen benötigen eine angemessene Vorauslastung, um beim Spiel mit Hundekumpels oder fremden Hunden nicht über die Strenge zu schlagen. Die Flinken flitzen zu schnell und die Langsameren verlieren rasch das Interesse am Spiel. Habe ich übrigens mit Jack und einer kleinen französischen Bulldoggen-Lady schon erlebt. Er rannte wie der Blitz und sie ließ nach zwei Runden ab und ignorierte Jack von da an vollends. Da kommt kein Spielspaß auf. Oder die Starken raufen zu derb mit den Schwächeren und einer verletzt sich. Im dümmsten Fall endet der gut gemeinte Besuch auf der Hundewiese beim Tierarzt.

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Ich für meinen Teil bevorzuge Play-Dates mit bekannten Hunden. Die, die Jack schon in Ruhe kennen gelernt hat. Dann kann ich das Energielevel des anderen Hundes, genau wie das meines eigenen, auch besser einschätzen und weiß, wie ich Jack im Vorfeld auslasten sollte. Es ist tatsächlich äußerst selten, dass wir Hundewiesen besuchen. Wenn wir eine betreten und andere Hundehalter mit ihren Vierbeinern vor Ort sind, suchen sie meist schnell das Weite. Weil sie selbst schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wo die Hundewiese eigentlich einen sozialen Treffpunkt darstellen sollte, auf dem die Tiere sich vergnügen und die Menschen sich untereinander austauschen können – da gehen sich die Zweibeiner aus dem Weg, um die Vierbeiner voreinander zu bewahren. Das war meine häufigste Beobachtung. Natürlich sind nicht alle Begegnungen dort rein schlecht. Tendenziell könnte man aber schon behaupten, dass es besser läuft wenn die Hunde sich schon kennen und sich nicht völlig fremd sind.

Wer mich kennt, dem rate ich immer: Geht vorher mindestens eine halbe Stunde Gassi. Ganz gleich ob es auf eine Hundewiese oder zu einem Play-Date geht. Wenn die erste Energie vorher schon abgelassen wird, dann machen Treffen mit Hunden viel mehr Spaß!

Schöne wäre nur, wenn das auch die beherzigen würden, wegen denen die meisten Besuche auf Hundewiesen unangenehm sind oder werden …

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8 Gedanken zu “auf der Hundwiese – Spaß oder Frust ?

  1. Pingback: Zu Besuch bei jessiandme |

  2. Hallo Claudi, toller Artikel zu dem Thema!

    Das „Problem“ Hundewiese oder auch Hundestrand kenne ich. Leider gehört unser Hund auch zu der Sorte, der seine Ohren auf Durchzug stellt, besonders seit die Wirkung seines Kastrationschips nachgelassen hat. Da sind wir Luft für ihn, wenn er eine Spur aufgenommen hat. Wir haben aber hier bei uns in der Nähe einen Verein gefunden, der auf privater Basis eine Hundewiese betreibt, eingezäunt und ganz liebevoll gestaltet. Da kennt man sich gegenseitig, jeder ist mitverantwortlich, und es gibt gibt gewisse Regeln an die man sich hält. Das nimmt ne Menge Stress. Eine gute Idee finde ich, denn von städtischer Seite ist da leider oft nicht viel zu erwarten…

    Liebe Grüße von Andrea und Bobby

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    • Hey Andrea und Bobby,

      das mit dem Verein, den ihr da bei euch habt, ist echt super! Sowas würden wir uns hier auch viel mehr wünschen! In dieser Form kenne ich einen bei uns, der aber immer rappelvoll ist. Die Leute wissen soetwas mittlerweile echt zu schätzen, wenn es Wiesen gibt wo die Tiere in Ruhe sein können. Wo sie nicht ausbüchsen können und wo man gegenseitig ein Auge aufeinander und die Vierbeiner hat. Ich für meinen Teil, würde mir nur mehr von diesen Anlagen wünschen und plane später vielleicht auch eine zu errichten. 😉

      Wir grüßen euch ganz lieb,
      Claudi und Jack

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  3. …kann ich gut nachvollziehen! Bei uns sind es oft Massenveranstaltungen mit teilnahmslos zuschauenden, ins Handy tippenden Haltern 😉

    Kontakte zwischen fremden Hunden, auch das beliebte „nur mal kurz schnüffeln lassen“, sind für viele Hunde Stress pur – wenn man sich die Körpersprache genau ansieht.

    Lieber Treffen mit bekannten Hunden oder mit Fremden Kennenlernen in ruhiger Umgebung mit Platz und Leinenfreiheit – sofern das in der Stadt überhaupt möglich ist 😁🙏🐾

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    • Ich kenne sie auch, die Halter die teilnahmslos neben der Hundewiese auf der Bank sitzen und ihre Vierbeiner sich selbst überlassen. Oft schauen sie nicht einmal auf, wenn neue Hunde dazu stoßen. Ich finde das verantwortungslos. In solchen Momenten gehe ich dann einfach weiter. Da kann man sich ja fast schon sicher sein, dass sie auch nicht einschreiten, sollte mal etwas sein.

      „Nur mal kurz schnüffeln“ ist für uns auch nichts. Ich lasse das nicht zu. Das mag ich nicht und Jack erst recht nicht. Okay doch, er mag es. Er mag ja auch jeden Hund erstmal sofort. Aber er ist so freudig, dass er andere damit überrumpelt. Und andere wiederrum sind so nervig, dass sie Jack anbellen. Etc. Ihr werdet es ja sicher kennen. Es ist einfach nichts Schönes daran, wenn sich Hunde an der Leine begegnen oder sich nur mal kurz auf der Wiese beschnüffeln. Das ist als würde man ein Kind auf dem Spielplatz ein mal rutschen lassen und dann direkt wieder nach Hause gehen.

      Ich stimme dir vollkommen zu, lieber treffen auch wir uns mit Hunden die wir kennen bzw. in Ruhe kennen lernen können.

      Liebste Grüße,
      Claudi und Jack

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    • …guter Vergleich mit dem Spielplatz 🙂 wir hatten gerade gestern so eine tolle Begegnung: fremder Weimaraner-Rüde, riesengroße Wiese, Ruhe, ohne Leine. Beide brauchten wenige Minuten, um sich zu „arrangieren“. Und danach tollten sie wie kleine Welpen, sogar mit Maulringen im Liegen 🙂
      Mit Leine an der Straße hätte sich die anfängliche Spannung nicht abbauen können und die ursprüngliche Motivation zum Kennenlernen/Spiel wird zu Stress. Jedem Hund das Seine! Wenn man gut beobachtet, kann man das zum Glück ja einschätzen 🙂
      Wünsch Euch noch relaxte Spaziergänge und eine schöne Woche! Bis bald und LG, Kiki + Eddie

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  4. Hallo Claudi,
    ich kenne das Problem mit den städtischen Hundewiesen. Oftmals muss ich herzhaft lachen, wenn sich die so genannten Hundewiese als fünf Meter mal fünf Meter großes Rasenstück entpuppt, wo alle nett spielen sollen … 😉 … in Frankfurt/Main gibt es im Nidda Volkspark einen ganz wunderbaren Bereich, der den Hunden vorbehalten ist. Der ist riesig und erstaunlicherweise auch sehr sauber (es gibt immer Ausnahmen …). Als wir noch in der Nähe der Mainmetropole gewohnt haben, bin ich einmal pro Woche dorthin gefahren, weil dort auch Suri gefahrlos abgeleint werden konnte (sie hat leider einen starken Jagdtrieb). Mit Hundekontakten bin ich aber immer sehr vorsichtig umgegangen, weil ich eben keine Lust auf einen Tierarztbesuch hatte. Dayo konnte ich in brenzligen Situation bisher immer gut abrufen (toi, toi, toi) und Suri entscheidet sich auch oftmals, auf mich zu hören. Ich habe dort viele nette Leute und nette Hunde kennen gelernt. Aber manchmal waren auch schon ganz schön schwierige Zwei- und Vierbeiner dabei. Da habe ich immer zugesehen, dass ich Land gewinne …
    Herzliche Grüße
    Martina

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    • Liebe Martina,

      natürlich ist es immer auch das Zusammenspiel von Menschen und Hunden und dem allgemeinen Zustand der Hundewiese. Nicht in jedem Fall kann man nur schimpfen. Es gibt in einem Neubaugebiet bei uns beispielsweise auch eine Wiese, auf der man mit viel Liebe sogar ein paar kleine Agility Hindernisse aufgestellt hat. Das finde ich sehr schön. Allerdings ist diese Wiese sehr weitläufig und nicht eingezäunt. Und das Clientel ist eben nicht das Tollste. Wir waren nur ein mal auf dieser Wiese. Erst freute ich mich über den guten Zustand der Anlage. Aber das wurde schnell durch drei riesige, unerzogene Hunde und ihre verantwortungslosen Halter zunichte gemacht. Spätestens als einer der Hunde Jack nur noch besteigen wollte, war für mich der Hundewiesenbesuch beendet. Die Halter sagten kein Wort und griffen nicht ein. Na ja, solche Szenarien eben. Kennt sicher jeder, der was auf angemessene Hundekontakte gibt. 😉

      Ich gehe mit Jack lieber in die Wälder. Die sind weitläufiger, er kann ohne Leine laufen und man begegnet nur sporadisch anderen Leuten. Wenn diese einen Hund dabei haben, leine ich Jack an und warte bis sie weiter weg sind, bevor ich wieder ableine. Alles wesentlich stressfreier, als auf den meist sinnlosen Hundewiesen.

      Liebste Grüße,
      Claudi und Jack

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