Rasseportrait: Boxer

Um diese Rasse machen viele Menschen einen großen Bogen. Was ich ziemlich schade finde, denn auch der Boxer ist zumeist ein sehr liebenswerter Hund. Stefy von Claralotti Luth hat uns Rede und Antwort gestanden und möchte uns einen Einblick in ihr Leben mit einem Boxer geben! 🙂 


Der Boxer ist ein großer starker Hund mit einer Größe zwischen 53 und 63 cm, der
bis zu 30 kg auf die Waage bringen kann. Das Fell ist glatt und kurz und glänzend, gelb oder gestromt mit schwarzer Maske. Das Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor, von hellgelb bis Dunkelhirschrot. Die gestromte Varietät hat auf gelbem Grund in den obigen Abstufungen dunkle oder schwarze, in Richtung der Rippen verlaufende Streifen. Manchmal hat der Boxer auch weiße Abzeichen.

Als unmittelbarer Vorfahre des Deutschen Boxers gilt der kleine beziehungsweise Brabanter Bullenbeißer. Die damalige Zucht der Bullenbeisser lag meistens in den Händen von Jägern, denen er bei der Jagd half. Seine Aufgabe war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu packen und festzuhalten bis der Jäger kam und die Beute erlegte. Für diese Aufgabe musste der Hund ein möglichst breites Maul haben, um sich richtig festzubeißen und auch festzuhalten. So wurde auch eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen Hund mit aufgestülptem Nasenschwamm hervorbrachte, der Anfang des Boxers.

Der Boxer ist ein verspielter, neugieriger und temperamentvoller Hund. Manche behaupten, er würde Zweifelsfall erst handeln und dann denken. Trotzdem ist er aufmerksam und sehr begeisterungsfähig, aber selbst als erwachsener Hund meist wenig ernsthaft. Mit Artgenossen ist er manchmal etwas rauflustig. Der Boxer bringt weniger den Willen zu Gefallen mit, als die meisten anderen Gebrauchshunderassen, kann sogar recht eigensinnig und stur sein, wenn sich ihm der Sinn einer Übung nicht erschließt. Seiner Familie gegenüber ist er treu und anhänglich und gerne immer mit dabei. Fremden gegenüber ist er distanzierter, lässt sich aber bereitwillig von deren guten Absichten überzeugen und schließt schnell neue Freundschaften. Er wachsam und im Ernstfall auch verteidigungsbereit.

Da der Boxer gerade als junger Hund sehr ungestüm ist, muss man ihm sorgfältig beibringen, Kinder vorsichtig zu behandeln. Wenn auch die Kinder lernen, Tieren einen gewissen Respekt entgegen zu bringen, steht einer tollen Hund-Kind-Beziehung nichts im Weg. Der Boxer geht mit seiner Familie durch Dick und Dünn. Für isolierte Zwinger-Haltung eignet er sich nicht. Sein recht eigener Kopf, macht eine konsequente Erziehung nötig. Wenn die Motivation stimmt, lernt er aber schnell. Da diese Rasse sehr agile ist, braucht er viel Bewegung und Beschäftigung. Neben einer Ausbildung im VPG, kann er über Nasenarbeit oder apportieren ausgelastet werden. Auch als Rettungshund eignet er sich.

Leider ist der Boxer keine besonders gesunde Rasse. Vor allem Gelenkdeformationen, Spondylose, Arthrose, aber auch Tumore und Herzerkrankungen kommen häufiger vor. Die Zucht sollte daher so umsichtig wie möglich vonstatten gehen. Idealerweise werden nicht nur gesunde Elterntiere miteinander verpaart, sondern der Züchter bezieht auch die gesundheitliche Auswertung von beispielsweise Halb-Geschwistern, Onkel und Tanten mit in seine Zuchtplanung ein. Ein Schnäppchen-Kauf eines vermeintlich günstigen Welpen kann sich durch hohe Tierarztrechnungen und den frühen Tod des Hundes bitter rächen. Zu erwähnen ist auch, dass bei weißen Boxern häufig Taubheit auftritt. Sicherheit bietet ein audiometrischer Test, den ein seriöser Züchter vor dem Welpenkauf durchführen wird.

Bei guter Gesundheit wird aber auch ein Boxer bis zu 12 Jahre alt.


Das ist es, was Stefy uns über ihre Clara erzählt hat! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich bin mit Boxern aufgewachsen. Ich kam auf die Welt und das Erste, was mich begrüßte, war eine feuchte Boxerschnute. Frühkindliche Prägung. Ich hätte fast Mami zur ersten Hündin meiner Eltern gesagt. Somit war klar: einmal Boxer, immer Boxer.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben? 
Clara ist ein sehr sensibler Hund. Veränderungen verunsichern sie. Clara braucht eigentlich auch nur 5 Personen in ihrem Lebe. Fremde Menschen interessieren sie nicht. Fremde Hunde dagegen um so mehr. Zuhause ist sie ein ganz ruhiges, artiges Mädchen. Draußen kann sie aber auch mal richtig rotzig anderen Hunden gegenüber werden.

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Unser Boxer ist treu, sie würde unsere Nähe niemals für eine Hundebekanntschaft eintauschen. Und man kann sie lesen wie einen Menschen. Sie trägt ihre Gedanken sozusagen auf der Stirn.

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Ja, Clara sabbert nicht.
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5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Clara hat viel Energie. Die sie aber wohldosiert über den Alltag verteilt. Morgens kann es schon mal vorkommen, dass man sie zur ersten Runde bitten muss. Danach ist ihre neuste Leidenschaft wieder ins Schlafzimmer nach oben zu verschwinden, um dort in aller Ruhe bis zur nächsten Runde im dunklen weiter zu schnorcheln. Zur zweiten und dritten Runde mit Herrchen quält sie sich frömlich aus dem Körbchen. Zur Abendrunde wird dann vor der Haustür auf’s Frauchen gewartet und von der Begrüßung bis zur Rückkehr 1,5 Stunden richtig Gas gegeben. Wir gehen 5 x täglich mit ihr. Die längste Runde abends gegen 17:15 Uhr mit 1 – 1,5 Stunden. Wichtig ist, dass wir immer ein Spielzeug dabei haben. Wenn es quietscht, ist der Tag perfekt.

6. Nutzt du bestimmte spezielle Fähigkeiten dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Nein, arbeiten und trainieren tun wir mit ihr nicht. Wir legen gerne mal eine Fährte. Und üben regelmäßig Kommandos – aber mehr auch nicht.

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7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonder achtest/ achten musst?
Wir achten auf saubere Ohren und fahren nur sehr eingeschränkt mit ihr Rad. Aufgrund ihrer Masse bekommen ihr Routen, die länger als 6 km sind nicht sehr gut. Und wir barfen sie. Allerdings mit Fertig-BARF.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders, als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Ja, eine von Claras Freundinnen ist Guste. Ein 3 jähriges Boxermädchen. Die beiden checken sich so durch den Wald, dass jeder andere Hund pikiert zu Herrchen oder Frauchen rennen würde. Claras beste Freundin ist allerdings Cookie, ein Basset-Mädchen. Die Dame hat Clara beigebracht, dass Bodychecking was für Weichereier ist. Man muss dem anderen in die Füße schnappen, um ihn zu Fall zu bringen. Das übt Clara seit Jahren, während Cookie darin Weltmeisterin ist.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Die Leute haben wegen uns schon die Straßenseite gewechselt. Aus Angst vor einem Hundekampf angefallen und aufgefressen zu werden. Allerdings werden wir im Wartezimmer immer wieder gefragt, ob Clara ein Leckerlie dürfte, weil sie so traurig gucken würde … was sie auch tut – denn sie will ein Leckerlie.

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Als sie bei uns einzog und mir ständig hinterher lief, habe ich mich gefragt, ob ich das so gewollt habe. Als sie sich das erste Mal bei uns Zuhause in ihr kleines Mini-Körbchen legte und tief und fest vor sich hin schnarchte, habe ich ihr stundenlang beim schlafen zugesehen. Keinen einzigen Tag möchte ich ohne sie sein. Sie macht mich zu einem besseren, sensibleren Menschen. Durch sie haben sich meine Werte vollständig verschoben.

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Danke liebe Stefy, dass auch du an unserer Portraitreihe teilgenommen hast! Ich finde es immer wieder schön, lesen zu können wie „ungefährlich“ die „starken Rassen“ sind. Alles was du schreibst klingt nach einer so liebenswerten Knutschkugel, dass ich nicht drum herum käme Clara zu herzen, würde ich euch treffen. Sehr interessant fand ich übrigens, dass die Süße nicht sabbert. 😉 *hi hi*

Wer mehr über Clara und ihr Frauchen erfahren will, der kann sich durch deren Blog stöbern oder die beiden auf ihrer Facebook-Seite besuchen. Da freuen sie sich ganz sicher sehr drüber! 😉

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