Rasseportrait: Rhodesian Ridgeback

Eine weitere meiner absoluten Lieblingsrassen reiht sich nun an das nahe Ende unserer Rasseportrait-Serie, der Rhodesian Ridgeback. Die liebe Martina von Hunde reisen mehr hat gleich zwei dieser hübschen Hunde und steht deshalb heute stellvertretend für diese Rasse im Portrait bei uns. 🙂

Mit einer Größe zwischen 61 und 69 cm ist der Ridgeback ein stattlicher Hund, der gut 29 bis 41 kg auf die Waage bringen kann. Das Haarkleid ist kurz und dicht, glatt und glänzend im Aussehen aber weder wollig noch seidig. Die Besonderheit dieser Rasse ist der Rückenkamm, der sogenannte „ridge“. Er entsteht dadurch entsteht, dass die Haare in Gegenrichtung zu der am übrigen Körper wachsen und ist das Wappenzeichen des Rhodesian Ridgeback.

Der Rhodesian Ridgeback ist gegenwärtig die einzige anerkannte Rasse, die aus dem südlichen Afrika entstammt. Seine Ahnen kann man bis zur Kapkolonie zurückverfolgen, wo sie sich sowohl mit den Hunden der frühen Pioniere vermischten als auch mit den halbdomestizierten „Hottentottenhunden“, die einen Rückenkamm hatten. Die ursprüngliche Aufgabe des Rhodesian Ridgeback war es Großwild, hauptsächlich Löwen, aufzuspüren und mit großer Behendigkeit am Stand zu halten, bis der Jäger herangekommen war.

Der Ridgeback ist ein furchtloser Hund, der seinen Besitzer im Ernstfall mit seinem Leben verteidigt, allerdings nicht aggressiv ist. Als Jagdhund bringt er natürlich auch entsprechend Jagdtrieb mit. Sowohl der Jagdtrieb, als auch der Schutztrieb, gepaart mit sehr viel Eigenständigkeit, machen eine gute Erziehung ungemein wichtig. Auch seine Kraft und seine Reaktionsschnelligkeit sollte man nicht unterschätzen. Diese Rasse hat eine mittlere Reizschwelle und neigt allgemein nicht zu Überreaktionen. Dennoch behält ein solcher Hund seine Umwelt genau im Blick und bringt auch eine gewisse Sensibilität mit. Trotz des Wachtriebes, bellt er nur sehr wenig und nicht grundlos.

Seinem Menschen gegenüber ist der Ridgeback verschmust und loyal, aber nicht abhängig oder unterwürfig. Er hat kein Problem damit, seine eigenen Wege zu gehen oder selbständig Entscheidungen zu treffen. Als Junghund ist er oft stürmisch, voller überschäumender Energie. Die Rasse gilt als spätreif, denn erst im Alter von etwa 3 Jahren ist der Hund geistig und körperlich voll entwickelt.

Gut ausgelastet, ist er im Erwachsenenalter ein ruhiger, aufmerksamer Hausgenosse und kann als Familienhund gehalten werden, für Zwinger- oder Außenhaltung ist er ungeeignet. Mit Kindern ist er verspielt und freundlich und verträgt auch mal gröberen Umgang. Als Junghund muss er allerdings erst lernen, nicht zu wild zu spielen und seine Kräfte richtig einzuschätzen. Neben täglichen, langen Spaziergängen, möchte der Ridgeback auch geistig gefordert werden. Vor allem das Mantrailing bietet sich an, aber auch andere Jagdersatzaktivitäten.

Der Ridgeback ist eine gesundheitlich recht robuste Rasse. Dennoch sollte man beim Welpenkauf genau hinsehen, da er durch unsicheres, nervöses Verhalten oder eine sehr niedrige Reizschwelle, zu einer tickenden Zeitbombe werden kann.

Trotz seiner Größe hat der Rhodesian Ridgeback eine Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren.


Und das hat Martina uns über ihre beiden Hübschen erzählt! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Als ich vor vielen Jahren das erste Mal bei einem befreundeten Kollegen im Büro war, begrüßte mich dort als erstes Bruno. Bruno war ein Hund, wie ich ihn vorher noch nie gesehen hatte. Groß, elegant, ruhig und zurückhaltend stand er vor der Tür und musterte mich von Kopf bis Fuß. Irgendetwas muss ich an mir gehabt haben, denn Bruno hatte mich in sein Herz geschlossen und ich ihn in meines. Ich nutzte jede Gelegenheit, mit ihm Gassi zu gehen und hütete ihn auch mal während eines Wochenendes oder Urlaubs seines Herrchens. Auch bei meinem Mann war es Liebe auf den ersten Blick. Und plötzlich war klar: Wir wollen einen Rhodesian Ridgeback.

05-2014 Suri 1

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Dayo und Suri sind vom Wesen her so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während Dayo ein absoluter Charmeur ist, zeigt sich Suri eher rassegemäß – zurückhaltend und Fremden gegenüber sehr reserviert. Dayo ist extrem präsent und führt sich trotz seiner acht Jahre in manchen Situation wie ein junger Wirbelwind auf. Er schafft es sogar, dass sich Menschen, die Angst vor großen ungestümen Hunden haben, in ihn verlieben und ihn nach kurzer Zeit als kuscheligen Schoßhund ansehen. Suri hingegen ist Fremden gegenüber sehr zurückhaltend. Fremde können ihre Zuneigung auch nicht mit einem Leckerli gewinnen … selbstverständlich nimmt sie gerne das Leckerli. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sie streicheln darf. Wenn sie einmal Vertrauen gefasst hat, ist sie sehr liebebedürftig und lässt sich furchtbar gerne am ganzen Körper streicheln.

Dayo und Suri 5

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Rhodesian Ridgebacks sind sehr intelligent und haben dabei ihren eigenen Kopf. Mag er auch noch so gut ausgebildet sein, bei manch einem Befehl überlegt er trotzdem, warum und ob er diesen ausführen soll. Und das kann man ganz deutlich sehen. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass zumindest Dayo die ein oder andere Anweisung zu seinen Gunsten interpretiert. So macht er – wenn auch ungern – auch in kalten und nassen Wintern auf der Wiese Platz, wenn ich ihn darum bitte. Wer jedoch genau hinschaut, wird sehen, dass eigentlich nur die Pfoten auf dem Boden sind und der restliche Körper ein paar Zentimeter über der Erde schwebt. Schlau, oder?

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Es ist allgemein bekannt, der Rhodesian Ridgebacks nicht so gerne schwimmen gehen. Das trifft für Dayo allerdings nicht zu. Er geht sehr gerne ins Wasser. Besonders schön findet er es, mit einem Retriever darum zu kämpfen, wer der bessere Retriever ist. 😉

Texel - Dayo und Suri am Strand 2

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Grundsätzlich hat Dayo mehr Energie und mehr Lust, unterwegs zu sein. Suri ist da eher etwas gemütlich. Und wenn es regnet, brauche ich schon ganz schön viel Überzeugungskraft, um Madame hinaus zu locken. Bis Dayo und Suri erwachsen waren – das sind sie mit ungefähr drei Jahren -, haben wir alle möglichen Hundekurse besucht. Dayo hat auch die Begleithundeprüfung. Wir haben darüber hinaus Aktivitäten wie THS (hat nicht so gut funktioniert, weil ich „Knie habe“), Longen- und Pfeifentraining ausprobiert. Hängen geblieben sind wir beim Mantrailing, das – je nach den Launen der vierbeinigen Herrschaften – beiden Hunden und den Zweibeinern Spaß gemacht hat. Mangels Gelegenheit hier bei mir in der Region ist das im Moment leider ein wenig eingeschlafen. Da ich von zu Hause aus arbeite, können wir jeden Tag viel draußen spazieren oder wandern gehen. Da wir hier im Westerwald die tollsten Wanderwege direkt vor der Haustüre haben, gibt es für beide viel Abwechslung. In der Regel und ganz besonders natürlich im Sommer sind wir täglich zwischen 2,5 und 3,5 Stunden draußen unterwegs. Und da wird natürlich auch das ein oder andere Spielchen gemacht. Auch wenn wir nicht tagtäglich ein besonderes Bespaßungsprogramm absolvieren, glaube ich, dass meine beiden Bären ziemlich zufrieden mit ihrem Leben sind. Warum? Wenn ich im Büro bin oder sie mal ein paar Stunden alleine bleiben müssen, schlafen sie auf ihren Lieblingsplätzen und kommen nicht auf die Idee, irgendwelche Möbel anzunagen oder den Teppich zu zerfetzen.

0824 Dayo

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Der Rhodesian Ridgeback gilt als Sichtjäger und hat eine sehr gute Nase. Sowohl Dayo als auch Suri zeigen beim Mantrailing immer wieder, was für gute Jagdhunde sie sind. Beide möchten es jedoch auch gerne bequem haben. Bevor die Nase zum Einsatz kommt, schauen sie sich erst einmal in Ruhe um, ob die Suchperson nicht irgendwo hinter einem Baum zu sehen ist. Die „speziellen“ Jagdfähigkeiten werden bei Dayos Nachzucht gezielt gefördert, denn einige seiner Welpen (die in diesem Jahr zwei Jahre alt werden) werden jagdlich geführt und das sehr erfolgreich. Aber dazu muss der Hundeführer selbst Jäger sein.

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7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Generell achte ich darauf, dass Dayo und Suri schlank sind, damit sie keine Probleme mit den Gelenken etc. bekommen. Aufgrund der Erkrankungen unseres ersten Ridgebacks bin ich sehr fixiert auf die Hinterlassenschaften. Ich muss diese immer kontrollieren … na ja! Außerdem passe ich auf, dass nicht so viel und schon gar nicht hoch gesprungen wird … auch wegen der Gelenke. Beide Hunde sind auf ED, HD und OCD geröntgt worden. Und seit sie älter geworden sind, lasse ich einmal im Jahr ein Blutbild von beiden machen.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Da ich ja nun einen (intakten) Rüden und eine (kastrierte) Hündin mein Eigen nenne, ist das für mich eine etwas schwere Frage. Wir treten ja immer als Rudel auf. Freundschaftsanfragen sind schwierig. Suri mag andere Hündinnen nicht, die Dayo bespielen wollen. Umgekehrt wird Dayo auch giftig, wenn sich andere Rüden an der Madame zu schaffen machen. Aber wie immer: Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich haben wir auch ein paar Hundekumpels und dazu zählt sogar eine Hündin, die Suri an Dayos Seite akzeptiert. Generell gehöre ich allerdings auch zu den Menschen, die nicht der Meinung sind, dass sich alle Hunde vertragen müssen und das „schon unter sich ausmachen werden“. Das möchte ich nicht – sowohl um meine Hunde vor Schaden zu bewahren als auch andere Hunde (beispielsweise viel kleinere Rassen) zu schützen.

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9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Im Allgemeinen sind sie (leider) eher Publikumsmagnete. Ich werde sehr, sehr oft auf die beiden angesprochen – im Wald, auf der Straße, in der Stadt. Auf der einen Seite ist das toll, wenn ich fremden Menschen erzählen kann, was für eine wunderbare Hunderasse der Rhodesian Ridgeback ist und dies mit allerlei Kunsstückchen von Dayo untermalen kann (Suri ist da eher nicht für zu gebrauchen … 😉 …). Aber manchmal ist es auch ziemlich anstrengend, wenn die zehnte Person auf der Fußgängerzone mich fragt, wie ich das mit dem Streifen auf dem Rücken von Dayo hinbekommen habe, da bin ich auch schon mal patzig und sage, dass ich den jeden Morgen mit Zuckerwasser mühsam hinföne. Erschrocken bin ich immer nur darüber, wie viele Eltern es gibt, die ihre kleinen Kinder einfach zu Dayo und Suri hinlaufen lassen. Wenn ich dann sage, die Kinder sollen die Hündin bitte nicht anfassen, habe ich auch schon die Antwort „die Kinder müssen lernen, damit umzugehen“ bekommen.

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ehrlicherweise kann ich das gar nicht so richtig beantworten. Ich wusste, wenn ein Hund (und da ist es ja an sich egal, ob es ein Rhodesian Ridgeback ist oder eine andere Rasse) ins Haus kommt, wird sich das Leben von mir und meinem Mann verändern. Und das stimmt auch. Wir sind jetzt viel mehr draußen unterwegs. Mit ganz wenigen Ausnahmen fahren wir auch mit den Hunden in den Urlaub. Das heißt: Good-bye New York, Rio, Tokyo. Hello Deutschland, Holland, Österreich etc. Und soll ich euch etwas verraten? Das ist gar nicht so schlimm. Deutschland ist ein wunderbares Land und die angrenzenden Nachbarn haben auch jede Menge zu bieten.

Kuss Suri


Liebe Martina, vielen vielen Dank dass auch den an den Rasseportraits teilgenommen hast! Besonders ergötzt habe ich mich ja ehrlich gesagt an euren wundervollen Fotos! 🙂

Wenn ihr mehr über das Reisen mit Hunden erfahren wollt, dann besucht die drei immer gern auf ihrer Seite, sie freuen sich ganz sehr darauf ihre Erfahrungen auch mit euch teilen zu können. 😉

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3 Gedanken zu “Rasseportrait: Rhodesian Ridgeback

  1. Pingback: Der Rhodesian Ridgeback im Rasseportrait bei vollverjackt.de | HundeReisenMehr

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