Rasseportrait: Dalmatiner

Eine Rasse, die mir persönlich auch wirklich sehr gut gefällt, ist der Dalmatiner. In den 1970er Jahren, nach dem Boom des Films „101 Dalmatiner“, erfreute sich dieser tupfige Gesell besonderer Beliebtheit. Die liebe Sabine vom Blog Dalmatiner Spiki ist heute bei uns zu Gast, um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie das Leben mit einem solchen Hund denn ist. 🙂


Mit einer Größe von 54 bis 62 cm gehört der Dalmatiner zu einer der großen Hunden und bringt in der Regel zwischen 24 und 32 kg auf die Waage. Sein Haarkleid ist kurz, hart, dicht und dabei glatt und glänzend. Die meisten Dalmatiner haben dabei die typischen schwarzen Tupfen auf weißem Fell, es gibt sie aber auch in Weiß-leberfarben.

Wo diese wundervolle Rasse tatsächlich herkommt ist bis heute nicht ganz klar. Es gibt Abbildungen in altägyptischen Pharaonengräbern, die Abbildungen auf Gemälden aus dem 16. bis 18.Jahrhundert entsprechen. Das lässt vermuten, dass der Dalmatiner schon ein paar tausend Jahre alt ist. Außerdem lassen kirchliche Chroniken aus dem 14. Jahrhundet und aus dem Jahre 1719 darauf schließen, dass der Ursprung des Dalmatiners im östlichen Mittelmeerraum und speziell in der Gegend der dalmatischen Küste liegen kann. Die frühesten Abbildungen dieser Rasse sind Bilder von italienischen Malern aus dem 16. Jahrhundert und ein Fresko in Zaostrog (Dalmatien, um 1710). Der erste Dalmatiner-Standard wurde im Jahre 1882 von einem Engländer namens Vero Shaw verfasst. Dieser Standard wurde dann im Jahre 1890 in einen offiziellen Standard überführt.

Im Allgemeinen aber hat der Dalmatiner ein freundliches, offenes Wesen. Er ist vor allem ein ausdauernder Läufer, aber auch für Spiele leicht zu begeistern und lernfreudig. Seinen Menschen gegenüber ist er sensibel und aufmerksam, für ein hartes Abrichten unter Zwang ist er nicht geeignet. Dennoch bringt er durchaus den Willen zu eigenständigem Handeln mit und kann gelegentlich eine gewisse Sturheit zeigen. Trotz dass er vermutlich nie zur Jagd eingesetzt wurde, bringen einige Dalmatiner Jagdtrieb mit. Gute Erziehung und Auslastung lassen Freilauf dennoch zu.

Der Dalmatiner ist ein anpassungsfähiger, humorvoller und aktiver Begleithund, der als solcher gut in eine lebhafte Familie passt. Er braucht auf jeden Fall engen Familienanschluss mit viel Ansprache und Beschäftigung. Für eine Außenhaltung ist er auch wegen seines dünnen Felles nicht geeignet. In der Regel ist er kinderfreundlich, jedoch sollten die Kinder ihn auf Grund seines eher sensiblen Wesens nicht als Spielzeug ansehen. Besucher werden gemeldet, aggressiv oder ängstlich reagiert ein Dalmatiner üblicherweise jedoch nicht (gute Zucht und Umweltgewöhnung vorausgesetzt). Der Beschützerinstinkt ohne jegliche Form von Bösartigkeit machte ihn früher zu einem gern gesehenen Wachhund, der in der Vergangenheit (außer den Kutschen der damaligen Zeit) auch ganze Viehherden beschützt hat. Das damit einhergehende immer noch vorhandene Selbstvertrauen kann jedoch schnell zu einer Fehleinschätzung des Hundes seiner Stellung gegenüber anderen Tieren und Menschen führen.

Da er sehr lernfreudig, verspielt und wendig genug ist, bringt er die idealen Voraussetzungen zum Hundesportmit. Auch für Clickern, Suchspiele oder Dog Dance lässt er sich begeistern. Manche Dalmatiner machen sogar eine Ausbildung zum Rettungshund. Ideal ist es natürlich, ihn am Pferd oder Fahrrad mitlaufen zu lassen oder ihn mit zum joggen zu nehmen.

Leider gibt es einige Dalmatiner-typische Gesundheitsprobleme. Etwa 4% der Welpen kommen taub zur Welt. Ein guter Züchter wird vor der Abgabe der Welpen eine audiometrische Untersuchung durchführen lassen, um das Gehör zu testen. Es ist wichtig zu beachten, dass Dalmatiner ein gestörtes Harnsäuretransportsystem haben, weshalb sich schneller Harnsteine bilden. Vorbeugend kann man auf eine Purinarme Ernährung achten. Viel Purin ist beispielsweise in Fisch, Hefe und Innereien. Gegebenenfalls sollte ein spezieller Ernährungsplan erstellt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn noch Allergien hinzukommen, die bei Dalmatinern leider ebenfalls verbreitet sind. Tendentiell leiden Dalmatiner auch häufiger als andere Rassen an einer Immunschwäche. Omega 3 und 6 Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Rapsöl vorhanden sind, können hier helfen.

Bei guter Gesundheit und pflege hat der Dalmatiner eine Lebenserwartung bis zu 13 Jahre.


Auf zu den Antworten von Sabine! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Rasse es werden soll … Beim Dalmatiner bin ich dann „hängen“ geblieben. Das außergewöhnliche Aussehen, die Ausdauer und die Intelligenz … passte perfekt. Ich wollte einen Hund der mit am Pferd laufen kann und dafür ist der Dalmatiner super geeignet.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Mein Spiki ist ein immer gut gelaunter, etwas sensibler, manchmal ein wenig ängstlicher Hund. Zudem ist er sehr lebhaft. Ach, und leicht verrückt ist er auch! 😉 Er möchte auch am liebsten überall mit, weiß sich aber manchmal nicht zu benehmen. 🙂

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3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Die Ausdauer und die Intelligenz. Spiki lernt so schnell, das ist unglaublich. Er ist sehr anpassungsfähig, hat es allerdings nicht so mit fremden Leuten. Außerdem kann ich mit ihm alles machen. Reiten, Schwimmen, Dummy – ein Multitalent. 😛

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Außer dass er manchmal denkt er wäre ein Husky und zieht wie einer und an ihm ein Jagdhund verloren gegangen ist …

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Spiki hat sehr viel Energie. So ein Dalmatiner braucht auch mindestens zwei, noch besser, vier Stunden Auslauf und Beschäftigung. Wir machen verschiedene Sachen zum Beispiel Tricks, Dummytraining, Fahrradfahren, Treffen uns mit anderen Hunden, Wanderungen und alles was man sonst noch so machen kann. Allerdings ist er auch sehr anpassungsfähig und kann auch den ganzen Tag schlafen. 🙂

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Er apportiert für sein Leben gern. Das baue ich dann natürlich aus. Außerdem verfolgt er gerne Spuren. Da ist das Mantrailing perfekt, allerdings suche ich dafür noch ein paar Mitstreiter.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Bei den Dalmatinern sollte man wegen der Harnsäure (Besonderheit) aufpassen. Ich teste das regelmäßig mit einem PH Teststreifen, um zu sehen in welchem Bereich er momentan liegt. Getreide und Rind gibt es bei uns auch nicht, da er allergisch darauf reagiert. Aber da ich ihn barfe, kann ich es ganz gut steuern.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Das „Spiel“ besteht eher aus rennen, rennen, rennen. Und zwar immer um die Wette. Das geht auch gut mit Huskys! 🙂 Die anderen Rassen, die wir treffen,  kommen da nicht hinterher. Ist aber auch nicht schlimm, dann rennt Spiki halt alleine.

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9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Oh ja, wir können nirgendwo lang laufen ohne nicht einmal angesprochen zu werden. Und bestimmte Sprüche wie „Wieviel Punkte sind das denn???“, „Ist ihnen die Farbe ausgegangen?“ oder „Dein Hund ist aber schmutzig …“ kann ich nicht mehr hören. Er ist auch relativ groß, dass macht manchen ja schon Angst beziehungsweise haben sie Respekt vor ihm.

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Wir hatten ja immer Hunde, allerdings noch nie einen Dalmatiner. Und wir sind jetzt auch viel mehr draußen, als mit unserer Mischlinghündin. Lina hat zum Schluss nur noch geschlafen. Ich hätte aber nie gedacht, dass ein so kleiner Hund, wie Spiki damals war, die komplette Fensterbank abräumen kann. 🙂 Spiki darf auch mehr als Lina. Sie durfte zum Beispiel nicht mit ins Bett und erst recht nicht unter die Decke. Bei Spiki ist das anders, er ist die beste Wärmflasche der Welt! 🙂


Meine liebe Sabine, ich danke dir für die Teilnahme an unseren Rasseportraits! Ich freue mich, dass ihr so gern und viel mit Spiki unterwegs seid. Und wenn er mehr darf als die gute Lina durfte, dann zeigt das ja eigentlich nur wie unheimlich lieb ihr Spiki gewonnen habt! 🙂

Wer nicht immer nur lesen, sondern auch einfach mal Bilder anschauen mag, Spiki findet ihr auch auf instagram und eine eigene Facebook-Seite hat er ebenso. Nur zu, besucht die beiden. Sie freuen sich sicher sehr darüber. 😉

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