Rasseportrait: Wachtelhund

Und noch einmal ist die liebe Marlen von Morton und Marlen bei uns zu Gast, denn sie wollte mir nicht nur liebend gern etwas über den Deutschen Jagdterrier erzählen, sondern auch über den Wachtelhund informieren. Denn auch dieser ist kein reiner Kuschelhund und gehört in äußerst verantwortungsvolle Hände, die ihm Arbeit zu geben wissen. 😉 

Mit einer Widerristhöhe zwischen 45 und 54 cm ist der Wachtelhund schon ein äußerst großer Geselle. Dabei erreicht er ein Gewicht zwischen 18 und 25 kg. Er verfügt über kräftiges, dicht anliegendes, meist welliges, gelegentlich auch lockiges oder glattes Langhaar, mit dichter Unterwolle. Dabei ist das Fell nicht zu lang, noch weniger dünn oder gar seidig. Die Hinterseite der Läufe und die Rute sind gut befedert. Farblich sind Weiß, Rot, Grau, Rehfarbe, Braun und Leberbraun verzeichnet.

 

Der Wachtelhund gilt als vielseitiger Jagdgebrauchs- und Stöberhund. Aus der jagdlichen Literatur lässt sich nachweisen, dass es schon seit einigen Jahrhunderten dem heutigen Deutschen Wachtelhund ähnlich aussehende Jagdhunde gegeben hat. Diese wurden zum Aufstöbern des Wildes verwendet. Um die Jahrhundertwende kam es dann zur stammbuchmäßigen Zucht der Rasse. Der Stammvater der Rasse „Lord Augusta 1834 L“, kam aus Staufenberg (Oberbayern).

Der Deutsche Wachtelhund wurde also und wird ausschließlich von Jägern für Jäger gezüchtet. Er ist lebhaft und jagdlich sehr passioniert, freundlich und umweltsicher, sehr gelehrig und anpassungsfähig, dabei weder ängstlich noch aggressiv. Der Deutsche Wachtelhund ist mit einem starkem Finderwillen ausgestattet, er ist spur- und fährtenwillig, sowie fährtensicher. Er arbeitet zuverlässig, feinnasig, raubzeugscharf und bei entsprechender Einarbeitung und Führung selbständig. Der Deutsche Wachtelhund ist ein weiträumig kontrolliert (bogenrein) jagender, zuverlässig arbeitender Stöber- und Jagdgebrauchshund – vorwiegend in Wald- und Wasserreviere. Die Anlage des Vorstehens wurde bei der Zucht von Anbeginn nicht beachtet. Er verfügt darüber hinaus über einen außerordentlich guten Geruchssinn, hervorragende Ausdauer – bei jeder Witterungsbedingung – und ist ein ausgezeichneter Schwimmer.

Diese Rasse braucht besonders viel Auslauf und sollte ihren Jagd- und Stöbertrieb ausleben können. Von daher empfiehlt sich eine Haltung für Berufs- und Sportjäger. Als Familienhund ist der Deutsche Wachtelhund nicht geeignet.

Bei dieser Rasse kann man mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen 9 und 15 Jahren rechnen.


 Was Maren uns über den Wachtelhund erzählt hat! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich habe mich eigentlich gar nicht für die Rasse entschieden, viel mehr bin ich durch einen Zufall auf den deutschen Wachtelhund gekommen. Wir hatten schon immer Terrier: erst einen Parson Russel Terrier, irgendwann dann Jagdterrier. Der Züchter von Morton züchtet auch Jagdterrier, weswegen wir ihn sehr gut kennen. Morton war aus einem Wurf „übrig“ und da wir Platz und auch Zeit für einen vierten Hund hatten kam er dazu. Da war er vier Monate alt. Schnell habe ich gemerkt, dass Morton viel gelehriger und auch lernwilliger ist, als unsere sturen Jagdterrier.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Im Haus, im Gewusel und vor allem mit anderen (fremden) Hunden extrem freundlich, ruhig und gechillt. Da schläft er die ganze Zeit. Für Radfahren oder Joggen kann man ihn nicht begeistern, da rennt er 100m hinter einem und hofft einfach nur, dass wir bald zuhause sind. Auf der Jagd (was ja unser Hauptaugenmerk ist) wahnsinnig schnell, ist alle 10-15 Minuten wieder da, macht aber bis zu 35km an einem Jagdtag. Das Schöne an ihm ist, dass er super zwischen Jagen und Alltag unterscheiden kann. Wir haben eine Ziege zuhause, mit der frisst er aus einem Eimer. Auf der Jagd hat er allerdings schon mal ein krank-geschossenes Reh „gefangen“, sodass es also nicht mehr leiden musste. Wildschweine verbellt er sicher und wenn es seine Größe ist, packt er auch mit an.

Auf der Messe in Dortmund
3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Morton ist einfach ein Hund mit Verstand, er kann sehr gut abschätzen, ob er in Jagdsituationen gebraucht wird oder nicht. Außerdem ist in ihm ein Labrador verloren gegangen wie ich finde, denn er trägt alles rum was er finden kann und hat einen ungeheuren „Will-to-please“. Andererseits ist er total selbstständig.

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Das habe ich ja in Frage 3 schon gesagt. Der „Will-to-please“. Wachtelhunde jagen sehr weit und eigenständig und sind eigentlich eher Führerunabhängig. Mein großes Glück ist, dass er wirklich alle 10-15 Minuten mal vorbei schaut und ich ihn nicht am Abend / am nächsten Tag irgendwo abholen muss.

Allgemeines Bild von Morton

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Ich finde, dass Morton ein sehr ruhiger Hund ist, der nicht so viel Bewegung braucht. Er hat aber auch früh gelernt, dass nicht immer was passiert. Der Alltag läuft eigentlich folgendermaßen ab: Morgens vor der Arbeit kommt er raus, dann Mittags und nach dem Mittagessen mache ich Kopfarbeit mit ihm. Dann geht es ab und zu noch in den Wald/ ans Wasser, denn er schwimmt sehr gerne und dann kümmert mein Vater sich Abends um ihn. Wir gehen mit den Hunden eher wenig spazieren, sie laufen bei uns auf dem Hof rum, jagen Mäuse und spielen miteinander.

Am Wasser

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Wie ich oben schon erwähnte, Morton ist ein deutscher Wachtelhund der nur an Jäger abgegeben wird. Dementsprechend jagt er bei uns. Er hat eine sehr gute Nase, weshalb er auch super für die Arbeit nach dem Schuss (also Nachsuchen z.B.) geeignet ist.

Nase unten

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Wir haben ihn als er ein Jahr alt war auf HD/ED röntgen lassen. Zum Glück ist er frei von beidem 😉 Ich habe allerdings darauf geachtet, dass er dünn groß wird, damit er die Knochen nicht zu sehr belastet. Er hat leider sehr Probleme mit den Ohren, also ständig einen Pilz. Deshalb schneide ich ihm die immer frei. Das Fell bürste ich alle zwei Tage aber einfach, weil ich Spaß daran habe. SO oft muss es aber nicht sein.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Nein, hat er nicht. Er spielt wenn nur mit unserer DJT-Hündin. Wenn wir seinen Freund Tommy treffen (Sheltie) ignoriert er ihn. 😀

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Ein ABSOLUTER Publikumsmagnet. Meistens sagen die Leute schon vom weiten: „Oh das ist ja ein schöner Hund! Ist das ein kleiner Münsterländer? Was für tolle Augen!“ – dann kläre ich sie meistens auf und von der Rasse haben sie noch nie etwas gehört ^^ Dann streicheln sie ihn, er leckt ihnen die Hände (auch die Füße bei Sandalen oder Ballerinas) ab und er hat ihr Herz erobert. Ganz beliebt ist er bei meiner Uroma im Altenheim, da wollen immer alle Morton bei sich haben.

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Da ich ja gar nicht daran gedacht habe mir Morton zu kaufen, hatte ich ehrlich gesagt gar keine Erwartungen. 😉


Nochmals danke liebe Marlen, dass du so ehrlich warst und vorallem, dass du dich an mich gewandt hast, um teilzunehmen! :)

Wie schon beim DJT bin ich äußerst überzeugt, dass auch der Wachtelhund ein Arbeitshund bleiben und nicht an Familien gegeben werden sollte. Dafür ist er da und das ist auch gut so! 🙂

 

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