Rasseportrait: Bolonka Zwetna

Heute stellt Kerstin vom kleine Hundeschnauzen Blog mit ihrem Grisu den Bolonka Zwetna vor. Meine Cousine hat auch eine kleine Zwetna Hündin, daher kenne ich die Rasse bereits und liebe sie. Aber wie sieht es mit euch aus? Durftet ihr auch schon einmal so einen kleinen trolligen Hund persönlich kennenlernen? Wenn nicht, dann habt ihr jetzt die Möglichkeit etwas mehr über diese Rasse zu erfahren. 😉


Mit einer Widerristhöhe bis zum 26 cm ist der Bolonka Zwetna ein relativ kleiner Hund, der in der Regel auch nur zwischen 3 bis 4 kg schwer wird. Durch das üppige Haarkleid und die auffälligen Farben wirkt diese Rasse elegant mit einem niedlichen gefälligen Gesichtsausdruck. Das Fell des Bolonka ist überall am Körper gleichlang mit großen Locken oder Wellen, seidig, glänzend und dicht, mit einer ordentlichen Unterwolle. Laut Zuchtstandard sind alle Farben erlaubt, außer gescheckt und Reinweiß. Kleine weiße Abzeichen auf Brust und Zehen werden in der Zucht aber toleriert. (Hier gibt es eine hübsche Übersicht zu vielen zulässigen Farben.) 

Um 1951 wurde erstmals mit der Zucht des Bolonka Zwetna begonnen, als man in Russland eine eigene nationale Zwerghunderasse schaffen wollte. Gründungsrassen waren unter anderem wohl der Bologneser, der Shih Tzu und der Lhasa Apso. In Leningrad legten kynologische Experten der Leningrader Jagd- und Fischerei-gesellschaft (LODIR) durch strenge Auslese den Rahmen für das rassetypische Erscheinungsbild fest. Die wichtigsten Rassemerkmale waren die geringe Größe und eine breite Palette von Unifarben. Im Jahr 1964 wurde der erste Rassestandard für den Tsvetnaya Bolonka erstellt. 1966 wird der Rassestandard durch den kynologischen Rat des sowjetischen Landwirtschaftsministeriums bestätigt. 1973 trifft in Moskau das „Moskauer Exekutivkomitee“ die Entscheidung, aus der Abteilung „Gesellschafts- und Begleithunde der Gesellschaft Swerdlowsk interdistrict“ die „Moskauer Gesellschaft der Hundeliebhaber (MGOLS)“ zu gründen. Durch aktives Zuchtgeschehen und fruchtbarer Zusammenarbeit mit Leningrader Kynologen wird die Moskauer Gesellschaft der Hundeliebhaber (MGOLS) zum wichtigsten Zentrum für den genetischen Aufbau der Rasse Bolonka Zwetna. Als in den 80er Jahren die Popularität der Rasse wächst, entstehen Rassehundevereine und Zuchtstätten und es wird ein nationaler Zuchtverein für die Rasse Bolonka Zwetna gegründet.

Bolonkas sind sehr gern mit ihren Zweibern zusammen und bleiben nicht so gern allein zurück. Wo sein Besitzer hingeht, dort ist auch er zu finden, er begleitet einen nur zu gern auf allen Wegen. Aufgrund der geringen Größe stellt das Mitnehmen eines Bolonka Zwetna selten ein Problem dar. Besteht Bedarf, allein fortzugehen, sollte man diesen Hund langsam daran gewöhnen und trainieren. Während der Zeit des Alleinseins legt er sich in der Regel bereitwillig zur Ruhe, bis seine Besitzer wiederkehren.

Dieser „bunte Schoßhund“ passt sich schnell Gewohnheiten an. Er sucht häufig die Nähe seiner Vertrauten und gehört zu den anhänglicheren Hunden, mit ausgeglichenem Charakter. Wenn man dem Bolonka viel Zeit widmet und ihm sein Bedürfnis nach Nähe erfüllt, macht man ihn besonders glücklich. Aber in dieser Rasse findet man keinesfalls nur einen langweiligen Schoßhund! Neben der vielen Kuschelei kann man ihn mit ausgedehnten Spaziergängen auch sehr glücklich machen. Sowohl im Haus, als auch draußen, lebt ein Bolonka gern seinen Spieltrieb aus. Er spielt dabei liebend gern mit Kindern oder anderen Tieren. Die Liebe zu seiner Familie merkt dem kleinen Haushund schnell jeder an. Fremden gegenüber zeigt er sich jedoch gern erst einmal misstrauisch, aber niemals aggressiv. Streit und Unfriede wirken sich ungünstig auf das Befinden des Schoßhundes aus. Als harmoniebedürftiger Seelentröster merkt dieser kleiner Hund sofort, wenn es seinem Halter einmal nicht gut geht. Durch den offenen und witzigen Charakter des Bolonka Zwetna ist schlechte Stimmung schnell verflogen. Der kleine Hund mit dem niedlichen Gesichtsausdruck steckt seine Umgebung mit der eigenen Fröhlichkeit an.

Die Intelligenz dieser Rasse sowie seine Bewegungsfreude und Kondition kommt ihm zum Beispiel beim Agility zugute. Tricks zu lernen, bedeutet für den klugen Hund Spiel. Zudem löst er gerne knifflige Aufgaben, wobei ihm seine guten Auffassungsgabe und seine Begeisterungsfähigkeit für Neues schnell voranbringen. Der Bolonka Zwetna versucht stets, seinem Besitzer zu gefallen. Ungehorsam liegt ihm eher fern. Daher stellt sich die Erziehung dieser Rasse selten als besonders schwierig heraus.

Der Bolonka Zwetna hat eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren.


Erfahrt nun, was Kerstin über Grisu verraten hat! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Als ich mich dafür entschieden hatte einen Hund bei mir aufzunehmen, gab es mehrere Faktoren, die der Hund erfüllen sollte. Grundsätzlich wollte ich einen kleinen Hund, der nicht haart. Wichtig war mir auch, dass der Hund ein liebevolles offenes Wesen hat, weil mein Mann sehr unerfahren mit Hunden (bis dato) war und auch ein bisschen ängstlich. Beim Stöbern im Internet bin ich immer wieder auf den Bolonka Zwetna gestoßen. Und als ich dann diese Rasse auch mal live erleben durfte, war es um mich geschehen.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
So vielfältig der Bolonka in seinem Aussehen ist, so vielfältig ist auch sein Wesen. Mein Grisu zum Beispiel ist ein extrem ruhiger Hund, der nur einen sehr wenig ausgeprägten Jagdtrieb besitzt. Allerdings habe ich auch schon das komplette Gegenteil vom Bolonka kennengelernt, kleine Energiebündel, denen es die große Freude bereiten würde einem Hasen hinterher zu laufen. Einen Wesenzug allerdings besitzen sehr viele Bolonkas. Sie sind sehr menschenbezogen und aufgeschlossen, mit ihrem freundlichem Wesen nehmen sie schnell die Menschen für sich ein und genießen die Aufmerksamkeit, die ihnen zukommt. Diese Eigenschaft macht sie zu dem idealen Begleithund im Alltag.

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3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Mit dem Bolonka kann man Pferde stehlen, muss man aber nicht. Mein Grisu ist immer mit viel Freude und Interesse dabei, wenn ich mit ihm irgendetwas Neues ausprobiere. Letztes Jahr, da war Grisu 8 Jahre alt, haben wir zum allerersten Mal am Agilitytraining teilgenommen. Der kleine Mann ist über die Hindernisse und durch den Tunnel gelaufen, als würde er es von klein auf kennen. Es ist diese Art, des gegenseitigen Vertrauens und der starke Bezug zum Menschen, die das möglich macht.

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Grisu ist schon extrem ruhig und liegt am liebsten auf dem Sofa. Das normale Gassi gehen findet er oft langweilig und zeigt mir dieses durch extremes Trödeln.

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5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Energie hat Grisu natürlich schon, auch wenn er sie gerne versteckt. Ich bin generell kein Typ, der jetzt darüber nachdenkt, wie ich meine Hunde auslasten kann, obwohl zu uns noch eine Yorkshire Hündin gehört, die ein wahres Energiebündel ist. Einen durchgeplanten Alltag gibt es bei uns nicht, weil jeder Tag wieder anders aussieht. Was wir regelmäßig machen, ist die Dummyarbeit und gelegentlich Fährtensuche. Wann und wie oft wir mit dem Dummy zum Beispiel arbeiten, hängt davon ab, wie unsere Lust und Laune ist. Aber einmal in der Woche üben wir doch schon mit dem Dummy, einfach weil es Spaß macht. Das Schöne ist, dass mein Grisu gerne an Aktivitäten dran teilnimmt, aber er ist auch mit einem normalen Spaziergang zufrieden. Selbst wenn er nur in den Garten kommt, und ansonsten zu Hause nichts passiert, bleibt er trotzdem ruhig und ausgeglichen. Es kommt eher mal vor, dass ich noch Aktivitäten streiche, weil wir alleine im Alltag, durch Besuche und Ähnliches, schon genug erlebt haben.

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Eine spezielle Fähigkeit sehe ich beim Bolonka in seinem freundlichen und aufgeschlossenem Wesen Menschen gegenüber. Grisu würde sich wunderbar als Besuchshund in sozialen Einrichtungen eignen. Allerdings sind wir in dieser Richtung überhaupt nicht tätig.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Beim Grisu ist der Rücken eine „Problemzone“, weshalb ich darauf achte, dass er nicht vom Sofa springt oder Treppen läuft. Auch am Agilitytraining nehme ich deswegen nur noch mit meinem Yorkshire Terrier daran teil. Mein persönlicher Eindruck ist es, dass der Bolonka eher schon mal ein Rückenproblem hat, als zum Beispiel der Yorkshire Terrier.
Was man vor allem beim Bolonka bedenken muss, ist die aufwendige Fellpflege. Obwohl pauschalisieren kann man das auch wieder nicht, weil die einzelnen Hunde unter den Bolonkas sehr unterschiedliche Fellstrukturen aufweisen, von leicht wellig bist stark gelockt. Grisu musste im Alter von zwei Jahren kastriert werden, weil ein Hoden sich stark vergrößert hatte. Danach hat sich sein Fell stark verändert, und es ist sehr plüschig geworden. Ich lasse Grisu ca. 3 mal im Jahr das Fell etwas kürzen. Zum einen, weil es mir vom Aussehen besser gefällt, und zum anderen ist Grisu mit kürzerem Fell aktiver. Das zeigt mir, dass er sich doch ein Stück weit wohler fühlt.

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8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Einen festen Bolonkakumpel hat Grisu leider nicht. Allerdings waren wir schon über mehrere Tage auf einem Bolonkatreffen, bei dem wir außerhalb vom Treffen mit 5 anderen Bolonka zusammenwohnten. Die Hunde haben sich alle einwandfrei verstanden, und es kam zu keinem Kräftemessen oder anderen Rangeleien, was wiederum zeigt, wie gesellig diese kleinen Hunde sind.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Auf jeden Fall. Nicht nur wegen seinem niedlichem Erscheinungsbild ist der Bolonka ein Publikumsmagnet, sondern eben auch durch seine liebenswerte Art. Mein Grisu hat es mittlerweile perfektioniert, sich bei den Menschen einzuschmeicheln und schafft es selbst der Hundetrainerin durch seine charmante Art ein Leckerchen aus der Tasche zu betteln.

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Grisu ist nun mal ein extrem gemütlicher Hund, und das habe ich am Anfang so nicht erwartet, aber das ist für den Bolonka in dieser Form auch nicht rassetypisch. Mittlerweile habe ich gelernt damit zu leben, aber an manchen Tagen wünsche ich mir doch schon mal, dass er ein bisschen mehr aktiver ist. Ansonsten ist Grisu ein wahrer Traumhund, der einfach durch sein liebenswertes Wesen besticht. Sollte bei uns zu Hause noch ein Hund einziehen, wird es auf jeden Fall wieder ein Bolonka sein.


Hach, Grisu ist so ein hübscher kleiner Schatz. Und bis auf die dunkleren Ohren sieht er der Hündin meiner Cousine ziemlich ähnlich. Diesen riesigen Kulleraugen kann man echt schwer widerstehen! 🙂

Vielen lieben Dank Kerstin, dass du dir die Zeit genommen hast unsere Fragen zu beantworten und bei den Rasseportraits mitzuwirken!  Wir wünschen dir noch viele tolle Jahre mit deinem Grisu und deiner Yorkie Hündin. 😉

Wer sich jetzt auch so  in den kleinen Bolonka von Kerstin verliebt hat, der kann neben dem kleine Hundeschnauzen Blog auch auf instagram einen kleinen Zuckerschock holen oder der Facebook-Seite und dem youtube-Kanal einen Besuch abstatten. Kerstin und ihre Hunde heißen euch herzlich willkommen! 😉

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