Rassportrait: Beagle

Es ist mal wieder an der Zeit für ein neues Rasseportrait, oder? 😉 Unser heutiger Vertreter der Gattung Hund ist ein Jagdhund, der Beagle. Der Gastbeitrag zum Rasseportrait kommt von Victoria vom Schnueffelinspektor Blog und ihrem Rüden Timmy.


Der Beagle ist ein Jagdhund mit einer Widerrist zwischen 33 bis 41 cm und einem Gewicht von bis zu 18 kg. Das Haar eines Beagles ist kurz, dicht und wetterbeständig. Die meisten Hunde dieser Rasse sind dreifarbig schwarz, braun und weiß oder blau, weiß und braun. Aber auch dachsfarbig gefleckt (Badger-pied), hasenfarbig gefleckt (Hare-pied) oder zitronengelb gefleckt (Lemon-pied) können sie sein. Auch zitronengelb (lemon) und weiß oder rot (red) und weiß sowie braun und weiß, schwarz und weiß oder sogar ganz weiß kann das Haarkleid dieser Hunde sein. Mit Ausnahme von ganz weiß können alle oben genannten Farben auch Mottles (getüpfelt) sein. Die Rutenspitze ist weiß.
(Hier gibt es eine tolle Übersicht der Fellfarben.)Der Ursprung dieser Hunderasse wird teilweise in Frankreich im Bereich der Normandie vermutet. Später wurde der kleine Jagdhund in England als lauffreudiger Meutehund speziell für die selbstständige Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen gezüchtet. Beagle jagen hauptsächlich in der Meute und werden zu Fuß geführt, im Gegensatz zu den Foxhounds, die überwiegend zu Pferd auf der Fuchsjagd begleitet werden. Im Jahr 1515 tauchte in den Haushaltsbüchern von König Heinrich VIII. erstmals Buchungen an den Keper of the Begles auf. Im Jahr 1615 erwähnte L.R. Jackson, alias Gervase Markham in seiner allgemeinen Beschreibung aller wichtigen Jagdhunderassen den little Beagle (kleinen Beagle), der in der Satteltasche des Jägers Platz findet und der begierig einer Wildspur nachging, es aber nur selten selber tötete, sondern nur ermüden konnte. Er berichtete auch von einer Meute Beagles, die so klein waren, dass sie in einer Satteltasche Platz finden würden. Tatsächlich wurde eine Beaglemeute der Königin Viktoria auf dem Bild Mr. Maynard and her Majesty’s Beagles von William und Henry Barraud, etwa so groß wie Schuhe dargestellt. Damals wurde auch der Begriff beagling als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt. Als wirklich eigenständige Hunderasse existiert der Beagle erst seit 1890 durch die Anerkennung des Kennel Club Großbritanniens.

Der Beagle ist ein fröhlicher und bewegungsfreudiger Hund. Sein Wesen ist liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit, was ihn heute auch zu einem beliebten Familienhund macht. Bei der Jagd beweist er Zähigkeit und ist sehr Zielstrebigkeit. Da Beagle Meutehunde sind, benötigen sie die Gesellschaft anderer Hunde oder zumindest vertrauter Menschen. Auslauf und Bewegung sollte man dieser Rasse genügend gönnen, auch weil Beagle dazu neigen übermäßig zu fressen. In Deutschland wird der Beagle seltener jagdlich geführt, er ist kein Apportierhund, doch sein Drang nach Beschäftigung vor allem für die Nase macht ihn insbesondere für die Arbeit auf der Schleppe geeignet („Schleppe“ = künstliche Duftspur). Seit 1984 werden in den USA die sogenannten Beagle-Brigades zur Suche nach illegal eingeführten Lebensmitteln, Pflanzen- und Tierteilen durch die Zoll- und Grenzschutzbehörde (USCBP) insbesondere an Grenzübergängen, Häfen und Flughäfen eingesetzt. (2001 waren 60 Beagleeinheiten an 21 internationalen Flughäfen der USA aktiv.)

Der Beagle hat eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.


Hier erfahrt ihr, was Victoria mir über Timmy geschrieben hat! ;:

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Um ehrlich zu sein, wollte ich nie einen Beagle. Mein Partner hat ihn mit in die Beziehung gebracht. Dieser hat sich damals für ihn entschieden, weil er ihn schlicht und einfach niedlich fand. Über die typischen Eigenschaften eines Beagles hat er sich damals nur spärlich informiert. Im Nachhinein dann aber umso intensiver. 😉 Der Beagle ist nicht unbedingt ein Anfängerhund.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Timmy ist ein eher ängstlicher und vorsichtiger Hund. Gerade bei fremden Hunden und Menschen. Bei ihm bekannten Personen ist er dann aber umso zutraulicher. Er ist jedoch stets freundlich und fröhlich. Zu Hause verhält er sich ruhig und könnte problemlos 12 Stunden am Stück schlafen, wenn wir ihn nicht wecken würden. 😉 Draußen ist er aktiv, neugierig und sehr, sehr jagdorientiert. Wir können nur mit Schleppleine spazieren gehen.

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3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Ihr Charakter. Beagles sind besondere Hunde und so anders als andere Hunde. Ich sage immer, dass sie eigentlich gar keine Hunde sind. Sie zeigen eine besondere Art der Lebensfreude. Sie sind stets fröhlich, gut gelaunt und vor allem lustig. Ich glaube, sie wissen genau wie sie jemanden zum Lachen bringen. Sie sind unglaublich stur und selbstständig, was einen ziemlich oft zur Weißglut treiben kann. Auf der anderen Seite macht genau das es spannend mit ihnen zu arbeiten. Denn sie sind wahnsinnig intelligent und kreativ. Vor allem wenn es darum geht, etwas Essbares zu klauen! 😉

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Timmy ist ein eher ängstlicher Vertreter seiner Rasse, normalerweise sind sie sehr selbstbewusst. Beagle lieben in der Regel Kinder, Timmy hat Angst vor ihnen. Außerdem liebt Timmy das Wasser und schwimmen, was häufig auch nicht so typisch ist.

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Wahnsinnig viel Energie. Timmy ist zwar ein absoluter Langschläfer und schlafen gehört nach fressen definitiv zu seinen liebsten Hobbys, aber er benötigt dennoch viel körperliche und geistige Beschäftigung. Er akzeptiert allerdings auch problemlos mal einen ruhigen Tag, wenn wir zum Beispiel krank sind. Wir gehen mindestens 3 Mal am Tag mit ihm raus, wobei die große Runde gute 2 Stunden geht. Wir laufen dabei in der Regel um die 8 Kilometer. Auf unseren Spaziergängen machen wir viele Schnüffel- und Suchspiele. Wir spielen Ball, legen kleine Fährten und trainieren mit dem Dummy. Außerdem üben wir Tricks und das Grundgehorsam. Demnächst starten wir mit Mantrailing. Im Sommer gehen wir häufig schwimmen und fahren viel Fahrrad. Unsere Runden früh und abends sind meist aber eher kurz und dienen nur dem lösen. Zu Hause lasten wir ihn ebenfalls mit Schnüffelspielen oder Tricks aus.

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Beagle sind extrem verfressen, was es relativ leicht macht, Timmy für so ziemlich alles zu motivieren. 😉 Durch ihre Passion zur Jagd können wir natürlich gut mit dem Dummy trainieren und Fährten lesen. Wir versuchen ihn also möglichst Rassetypisch zu beschäftigen. Deshalb auch das Mantrailing demnächst.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
In der Regel sind Beagle sehr robuste und gesunde Hunde. Aber nichts desto trotz treten einige Krankheiten häufiger auf. Beaglebesitzer müssen häufig auf das Gewicht ihres Hundes achten, da diese schnell zu Übergewicht neigen, eben auf Grund ihrer Verfressenheit. Leider gibt es sehr viele übergewichtige Beagle.
Außerdem neigen sie wegen ihrer Schlappohren zu Ohrenentzündung, weshalb man sie häufiger kontrollieren sollte.
Eine Disposition besteht für eine Schilddrüsenunterfunktion und auch Bandscheibenvorfälle kommen relativ häufig vor. Durch das starke Wedeln mit der Rute (gerade auf einer Fährte) können Beagle zu einer sogenannten Wasserrute neigen. Diese verschwindet aber nach einigen Tagen wieder. Bei Timmy wurde schwerste Hüftgelenksdysplasie und Arthrose diagnostiziert, weshalb wir kein Agility oder ähnliches ausüben können. Auch darf er nur kontrolliert toben und spielen.

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8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Timmy interessiert sich generell relativ wenig für andere Hunde. Findet Beagle in der Regel aber interessanter als andere Rassen. Sein bester Kumpel ist ein Beagle Rüde, mit welchem er stundenlang toben könnte. Bei anderen Rassen verliert er recht schnell das Interesse und spielt häufig nur kurz mit ihnen.

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9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
(Leider) ist Timmy ein absoluter Publikumsmagnet und steht häufig im Mittelpunkt. Durch die Schlappohren, seinen herzerweichenden Blick und seine Art wickelt er so ziemlich jeden schnell um den Finger. Dadurch, dass er aber bei Fremden und Kindern so ängstlich ist, will er einfach nicht von jedem angefasst werden. Das verstehen viele leider nicht und gehen recht forsch auf ihn zu und tätscheln ihm den Kopf. Wir sehen, wie unwohl er sich dabei fühlt und müssen ihn dann auch hin- und wieder aus der Situation helfen.

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Dadurch das Timmy spontan bei mir eingezogen ist, hatte ich ja nicht wirklich Zeit mich mit dieser Rasse zu beschäftigen. Allerdings habe ich mir das Zusammenleben allgemein mit einem Hund eher einfacher vorgestellt, glaube ich. Bisschen Gassi gehen, füttern, Kuscheln, ab und an mal Ball spielen … So irgendwie muss wohl meine Vorstellung gewesen sein. Das man aber auch einen Hund bekommen kann, der wie Timmy zum Beispiel ängstlich ist oder auch Probleme mit dem allein sein haben kann, war mir nicht klar. Deshalb kann ich es nicht oft genug sagen: Befasst euch mit dem Charakter eurer Wunschrasse!


Ich finde es großartig, dass du so ehrlich warst liebe Victoria und danke dir für die Beantwortung unserer Fragen. Auch wenn Timmy in deinem Leben nicht geplant war, freue ich mich dass ihr auf einen Nenner gekommen seid. Dass ihr euch dafür im Nachhinein mit den Charaktereigenschaften dieser Hunderasse auseinandersetzt und ihn rassetypisch beschäftigt, zeigt eure Liebe ihm gegenüber sehr deutlich. Das ist wundervoll und deine Warnung sich mit der eigenen Wunschrasse zu beschäftigen, die kann ich so unterschreiben. Wir wünschen euch noch viele viele tolle Jahre gemeinsam mit Timmy und freuen uns, dass ihr auch mit seiner Angst so verständnisvoll und beschützend für ihn da seid! 🙂

Wenn ihr neben Victorias Blog Lust auf ein paar super hübsche Schnappschüsse von diesem hübschen Beaglerüden habt, schaut mal auf instagram bei beagle.timmy vorbei. Übrigens hat Timmy auch eine eigene Facebook Seite. 😉

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Ein Gedanke zu “Rassportrait: Beagle

  1. Ich stelle gerade fest dass sich Cocker und Beagle ähnlicher sind als ich es erwartet hätte 😉
    Oder es ist speziell Timmy, der Stimpy seeeeehr ähnlich ist! Vermutlich würden die beiden sich lieben!

    Ein schöner Einblick in das Zusammenleben mit einem Beagle 🙂

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    Gefällt 1 Person

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