Rasseportrait: Dobermann

Ich freue mich heute tierisch, denn wir haben eine meiner absoluten Lieblingshunderassen im Rasseportrait, den Dobermann! Der ja quasi der große „look-alike“ von meinem Zwergpinscher Jack ist. 🙂 Mit dabei heute die liebe Johanna und ihr wunderschöner Dobermann Spencer von der Facebook-Seite Spencer the Super Dobermann, die sich im Portrait zeigen!


Der Dobermann ist ein eleganter 63 bis 72 cm großer und bis 45 kg schwerer Hund vom Pinschertyp. Sein Fell ist glatthaarig, glänzend schwarz oder braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand. Der Brand befindet sich am Fang, als Fleck auf den Backen und oberhalb der Augenbrauenbögen, an der Kehle, zwei Flecken auf der Brust, an den Mittelfüssen und Pfoten, an den Innenseiten der Hinterschenkel, am After und Sitzbeinhöcker. Weitere Farben, die allerdings in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen sind: Isabell, Blau und Weiß. Die Ohren sind pinschertypisch mittelgroß, abgerundet und hängend. Rute und Ohren wurden in der Vergangenheit oft kupiert (mittlerweile in den meisten Ländern Europas verboten).

Die Dobermannrasse führt als einzige deutsche Rasse den Namen ihres ersten bekannten Züchters namens Friedrich Louis Dobermann. Nach der Überlieferung war er ein Steuereintreiber, Abdeckereiverwalter und nebenbei städtischer Hundefänger, mit dem gesetzlichen Recht alle frei umherlaufenden Hunde einzufangen. Zur Zucht paarte er aus diesem Reservoir „besonders scharfe“ Hunde. Die bedeutendste Rolle bei der Bildung der Dobermannrasse spielten sicherlich die sogenannten „Fleischerhunde“, die unter den damaligen Verhältnissen schon als eine relativ durchgezüchtete „Rasse“ angesehen werden konnten. Diese Hunde waren eine Art Vorläufer der heutigen Rottweiler vermischt mit einer Art Schäferhund, der in Thüringen in schwarz mit rostroten Abzeichen vorhanden war. Mit der hier aufgezählten Mischung von Hunden hat Dobermann in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gezüchtet. Er erhielt dadurch „seine Rasse“, Gebrauchshunde die nicht allein wachsam sondern auch „mannfeste Hof- und Haushunde“ waren. Sie wurden viel als Hüte- und Polizeihunde eingesetzt. Die zahlreiche Verwendung im Polizeidienst führte damals zu dem Beinamen „Gendarmenhunde“. Bei der Jagd wurden sie überwiegend zur Bekämpfung des Raubwildes benutzt. Unter den hier geschilderten Voraussetzungen war es fast zwangsläufig, dass der Dobermann schon zu Beginn dieses Jahrhunderts als Polizeihund offiziell anerkannt wurde.

Der Dobermann bringt viel Sinn für richtig und falsch mit und ist im Zweifelsfall immer gewillt einzugreifen. Er hat äußerst scharfe Sinne, beobachtet seine Umwelt sehr genau und reagiert schon auf geringe Reize. Diese Rasse bringt viel Arbeitswillen mit und möchte ihrem Rudel dienlich sein. Bekommt der Dobermann keine kompetente Anleitung, Erziehung und Auslastung, wird er selbst entscheiden, was in welcher Situation angebrachtes Verhalten ist. Was sicherlich nicht immer im Sinne seiner Menschen ausfallen wird. Der Schutztrieb, gepaart mit einer relativ niedrigen Reizschwelle und dem Willen zu handeln, macht diese Rasse für Anfänger eher ungeeignet. Sehr wichtig ist eine möglichst umfassende Umweltgewöhnung, damit der er die entsprechenden Reize als „normal“ ansieht und nicht als potentiell gefährlich. Mindestens ebenso wichtig ist ein souveräner, ruhiger, durchsetzungsfähiger Halter, der mit gutem Beispiel voran geht. Der Dobermann ist keinesfalls geeignet für unsichere Menschen, aber auch nicht für Menschen, die sprunghaft oder cholerisch veranlagt sind. Da er sehr sensibel in Bezug auf seine Bezugsperson ist, ist er sehr viel mehr Spiegelbild seiner Halter, als viele andere Rassen. Durch Härte ist er kaum erziehbar, erkennt er seinen Menschen als souveräne Führungsautorität an, ist Härte allerdings auch völlig unnötig. Viele Dobermänner sind passionierte Sichtjäger, zum Teil auch mit Tötungsabsicht am Wild. Eine gute Grunderziehung und Auslastung hilft auch hierbei weiter.

Beim Dobermann ist die Wahl des richtigen Züchters ungemein wichtig. Es fallen immer wieder Dobermänner auf, die ein ausgesprochen schwaches Nervenkostüm haben. Keinesfalls sollte man einen solchen Hund aus einer „Hinterhofzucht“ nehmen. Es ist wichtig, sich vom angenehmen Wesen der Elterntiere zu überzeugen und sehr viel Wert auf eine durchdachte Aufzucht und Umweltgewöhnung legen.

Dobermänner stecken voller Energie, lieben die Zusammenarbeit mit ihrenMenschen, sind begeisterungsfähig und sehr lernwillig. Dank iher Intelligenz und Temperaments sind diese Hunde er für viele Hundesportarten geeignet, wie zum Beispiel Agility, Obedience, VPG-Sport oder als Fährtenhunde. Seiner Familie gegenüber ist er anhänglich, loyal und liebevoll. Fremden gegenüber dagegen meist eher misstrauisch oder zumindest reserviert. Bei guter Erziehung lernt er zu unterscheiden, in welchen Situationen er entspannt bleiben kann und wann Misstrauen gerechtfertigt ist. Im Haushalt lebenden Kindern gegenüber, verhält er sich meist ausgesprochen liebevoll und beschützend. An Katzen sollte er von Welpe an gewöhnt werden.

Obwohl der Dobermann ein großer Hund ist, kann er dennoch zwischen 10 und 13 Jahre alt werden.


Das hat Johanna über ihren Spencer erzählt! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Wie viele, wollte auch ich einen Hund haben, denn ich fand Hunde schon als Kind toll. Irgendwann im Laufe des Jahres 2012 hatte ich einen Traum. Und zwar von einem braunen Dobermann Names Spencer! Der Traum war aber so real und er ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Man soll ja seine Träume erfüllen, oder? Dobermänner fand ich eh auch besonders toll. Also begab ich mich auf die Suche nach „meinem Spencer“. Am Ende des Jahres habe ich ihn auch gefunden … meinen Spencer ♥.

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2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Spencer ist sehr aktiv und zeigt es auch sehr „nett“, wenn er noch beschäftigt werden möchte. Aber sehr, sehr sensibel. Er ist aber auch ein totaler Quatschkopf und hat immer gute Laune. Er macht jeden Scheiß mit, aber auch sehr konzentriert, wenn man mit ihm arbeitet. Dann ist ihm die Welt total egal und nur wir beide zählen…

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Der Dobermann ist alleine von seinem Aussehen sehr imposant. Aber auch eine Rasse die sehr vielseitig ist und man mit ihnen viel machen kann. Ich wollte keinen Couchpotatoe, auch wenn er Zuhause einer ist. 😉 Aber draußen geht bei uns immer die Post ab. Mir hat auch bei der Rasse gefallen, das sie sehr menschbezogen sind.

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Dobermänner zählen als gute Wach und Schutzhunde. Naja, an Spencer ist das total vobeigezogen. Ich sage immer, er lebt so in seiner eingenen Traumwelt. Er ist auch nicht so hypernervös, wie viele Dobermänner …

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5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Spencer hat sehr viel Ernegie und möchte natürlich auch fast jeden Tag viel machen. Wir sind auf den Tag verteilt zwischen 2-4 Stunden draußen. Ich hasse langweilige Spaziergänge, daher machen wir immer mal was anderes. Mal wird der Dummy mitgenommen, mal der Ball. Wir longieren auch oder suchen einfach mal zusammen nach Mäuschen. Ich fahre auch viel raus um einfach neue Wege zu erkunden und die Welt zu entdecken (nahe, im Umkreis). Wir treffen uns auch regelmäßig mit Hundefreunden, wo die Hundis einfach mal zusammen rennen und toben können 🙂

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Ja, wir sind sogar 2015 einen Hundeverein beigetreten und machen Spürhundesport. Spencer ist eine Supernase und dies wollte ich fördern. Krankheitsbedingt sind wir leider 2015 immer wieder ausgefallen, aber nun wollen wir in 2016 wieder richtig durchstarten. Eventuell auch mal hier und da ein Tunier mitmachen, wenn ich soweit bin. Spencer hat das ja schon alles drauf 😉

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Bei Spencer ist eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert worden. Dies hat aber so keine Nachteile für ihn und stört auch nicht. Leider hat Spencer im Juli 2015 eine Kreuzband Op hinter sich und da hat mal Arthrose im Knie festgestellt. Auch hier zeigt er keine Schwierigkeiten und Schmerzen. Bei Kälte bekommt er einen Mantel (wegen der SDU und Arthrose) und ich schaue auch immer, das er sich nicht überanstrengt. Beziehungsweise Sprünge und Frisbee spielen wird nun für uns Tabu sein.

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8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Ja sogar sehr viele. Und ja … Dobermänner unter sich, grade bei Rüden, sind viel derber miteinander. Sie spielen bzw. toben mit mehr Körpereinsatz. Viele auch lautstark, was Spencer so nicht dolle findet. Aber auch er kann mal anders! Er macht schon Unterschiede, mit wem er mehr körperlich spielen und toben kann und mit wem nicht. Bei vielen kleinen Hunden lebt er sich sogar ab, wenn er merkt, sie haben ein wenig Angst. Und dann wir im liegen gespielt 😉

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Eigentlich halten die Mensch Abstand von Dobermännern. Nicht bei uns! Spencer (ich weiß nicht warum) ist ein Publikumsmagnet. Egal wo ich mit ihm hingehe, die Menschen sprechen mich wegen ihm an. Manchmal gehen sie direkt auf Spencer zu und streicheln ihn, ohne vorher gefragt zu haben. Ist nicht schön, aber er steht drauf im Mittelpunkt zu sein. Mir sind auch schon Menschen (ob mit Auto, Motorrad oder Fahrrad) nur wegen ihm hinterher gefahren, was ich manchmal schon gruselig finde. 😀

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ganz ehrlich? Ich habe es mit eigentlich schlimmer vorgestellt. Das einzige was sehr hart für mich war, war das Alleinebleiben bzw. ihm das beizubringen. Denke aber, das hat nichts mit der Rasse zu tun. Ansonsten sind wir hier echt ein eingespieltes Team.
Aber ich war sehr erstaunt, auf wie viele Dinge man so gern verzichten kann, wenn man einen Hund hat. Ich mache alles mit Spencer. Wo er nicht mitgehen darf, gehe ich auch nicht hin. Durch ihn habe ich gelernt, was wichtig ist und was total unwichtig ist. Und das wichtigste was er mir in den letzten 3 Jahren beigebracht hat: Ruhe, Gelassenheit und Geduld 🙂

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Ach ich liebe den Dobermann einfach und bin so super glücklich, dass du liebe Johanna mit deinem Spencer auch bei uns zu Gast warst und dich zu einem Rasseportrait bereit erklärt hast. Tausend Dank! 🙂 Wir freuen uns sehr, dass du dir deinen Traum erfüllen konntest und so glücklich mit Spencer bist. Wir wünschen dir und ihm noch alles Gute und viele wunderbare Jahre miteinander!

Wenn ihr euch selbst noch weiter von den Heldenqualitäten von Spencer dem Super Dobermann überzeugen wollt, dann besucht die beiden doch mal auf Facebook. Aber auch auf youtube findet ihr den hübschen Rüden und könnt zuschauen was er so drauf hat. 😉

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4 Gedanken zu “Rasseportrait: Dobermann

  1. Dobermaenner finde ich auch ganz ganz toll, die haben einfach so einen tollen Charakter und so eine Leistungsbereitschaft, ich liebe das! Leider sind sie fuer mich einfach zu gross und zu anfaellig fuer Krankheiten und haben wahrscheinlich auch zu viel Arbeitsbereitschaft fuer jeden Tag, aber ich mag es total, die zu bewundern 🙂
    LG,
    Paula

    Gefällt 1 Person

    • Am liebsten hätte ich zu unserem Zwergpinscher einen Deutschen Pinscher und einen Dobermann. Die drei in einer Reije aufgestellt gäbe ein herrliches Bild! 🙂 hi hi

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