Rasseportrait: Welsh Terrier

So einen Hunden haben nur alte Leute? Quatschi! 😉 Heute geht es im Rasseportrait bei uns um den Welsh Terrier. Diesmal zu Gast und im Interview die liebe Paula vom Queen Lotta Blog.


Der Welsh Terrier zählt mit seinen 39 cm Widerristhöhe und einem Gewicht bis zu 9,5 kg zu den mittelgroßen Hunden. Seine Haare, bestehend aus der Unterwolle und dem Drahthaar, die sogenannte „englische Jacke“, sind drahtig und dicht in den Farben: Schwarz-Lohfarben oder Schwarzgrau-Lohfarben. Zur Erhaltung des erwünschten Erscheinungsbildes muss das Fell 3- bis 4-mal im Jahr getrimmt, keinesfalls geschoren, werden. Als nicht haarender Hund ist der Welsh Terrier der ideale Hund für Allergiker. Er sollte nicht geduscht oder shampooniert werden, das Abreiben mit einem Hundehandschuh genügt und gibt dem Hund zugleich Streicheleinheiten.

Wie alte Aufzeichnungen belegen wurden die Vorläufer dieser Rasse, damals noch „Black and Tan Terrier“ genannt, bereits im 10. Jahrhundert zur Jagd auf Fuchs und Dachs gehalten. In den wenigen zugänglichen Tälern von Wales blieb diese alte Rasse Jahrhunderte lang für sich und wurde Ende des 19. Jahrhunderts bekannter. Mit dem heutigen sportlich-eleganten Welsh ist der Urtyp dieser Terrier aber nicht mehr vergleichbar. Durch sorgfältige Selektion, besonders bei Züchtern im Nordwesten von Wales, wurde der Rassetyp gefestigt. 1886 gründeten die Liebhaber den ersten Welsh Terrier Club. Die seinerzeit festgelegten Rassekennzeichen haben, bis auf wenige Änderungen, auch heute noch ihre Gültigkeit. Seit 1895 werden Welsh auf Ausstellungen gezeigt. Trotz ihres hohen Bekanntheitsgrades in England wurden die ersten Welsh jedoch erst 1931 in den Klub für Terrier e.V. aufgenommen. Bis 1933 ist eine für diese Zeit außergewöhnlich hohe Zahl von 171 Eintragungen zu verzeichnen. Heute steht der Welsh mit mehr als 37.000 Zuchtbucheintragungen zahlenmäßig im Klub für Terrier e.V. an 4. Stelle.

Beim Welsh Terrier handelt es sich um einen stets fröhlich wirkenden, anhänglichen Hund, der bei richtiger Erziehung sehr gehorsam sein kann und leicht zu führen ist. Fremden gegenüber ist er kaum scheu und zurückhaltend. Anderen Hunden gegenüber, selbst größeren, kann er sich sehr gut behaupten ohne in der Regel aggressiv zu sein. Das rührt von seinem Mut, seiner Furchtlosigkeit sowie seinem Durchsetzungsvermögen. Der Welsh Terrier ist wachsam ohne dabei ein extremer Kläffer zu sein. Als Negativum wären ihm seine bisweilige Launenhaftigkeit und sein Eigensinn anzukreiden. Dieser sportliche, lebhafte und ausdauernde Hund benötigt geistige wie auch körperlicher Betätigung. Wie alle Terrier eignet sich auch der Welsh Terrier für den Hundesport wie Agility oder Turnierhundesport, aber auch Wandern, Radfahren, Joggen oder das Begleiten beim Ausritt zu Pferde ist das ideale Betätigungsfeld für ihn. Neben seiner Aktivität als Jagdhund ist er der ideale Begleit- und Familienhund, der selbst in einer kleinen Wohnung gut zu halten ist. Doch der sehr agile Welsh Terrier benötigt regelmäßige Spaziergänge, die sich ruhig auch über Stunden erstrecken können. Dann ist er selbst in einer kleinen Stadtwohnung friedlich. Bei den Spaziergängen sollte man allerdings unbedingt seinen vorhandenen Jagdtrieb beachten und ihn nur dort loslassen, wo er dieser Leidenschaft nicht nachgehen kann und wenn man ihn sicher abrufen kann.

Was seine Erziehung anbelangt, sollte sie (wie eigentlich bei jedem Hund) von großer Konsequenz geprägt sein. Da er gerne etwas dominanter ist, ist das bei ihm ganz besonders wichtig, damit er rechtzeitig lernt, was sein Halter von ihm an Benehmen verlangt. Zudem ist eine frühzeitige Sozialisation mit Menschen und anderen Tieren anzuraten.

Ein Welsh Terrier kann zwischen 12 bis 15 Lebensjahre bei seinen Menschen verweilen.


Lasst uns mal lesen, was Paula uns von ihrer Queen-Lotta erzählt! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich war gerade mal 11 Jahre alt, wir wollten eigentlich einen ganz anderen Hund (Lang lang ists her…), hatte dann aber auf einmal eine 4 monatige Welsh Terrier Hündin auf dem Schoss gehabt. Und so habe ich mich verliebt, es hat einfach Klick gemacht. Die Hündin wurde es dann nicht, aber meine Lotta aus dem nächsten Wurf. Die Größe war für uns genau das Richtige, denn ich musste den Hund schließlich auch händeln können. Darum wäre alles höher als kniehoch eigentlich fahrlässig gewesen. Ich gebe zu, der Charakter hat uns auch einfach umgehauen: witzig, lustig und voller Energie! Dass das auch in Richtung Jagen umschlagen kann, war mir zu dem Zeitpunkt nicht ganz klar. Ich hatte zwar davon gehört, aber die Pubertät und jugendlicher Leichtsinn hat mal eben die Synapsen unterbrochen, so dass ich es nicht richtig realisiert habe. 😉

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Schwierig zu bezeichnen! Sie ist sowohl hart im Nehmen und kann auch laute Worte ab beziehungsweise braucht sie diese ab und an. Und dann ist sie wieder ein totales Sensibelchen und muss geschmust werden und humpelt bei einem Sandkorn in der Pfote (wohlgemerkt, bei der Pankreatitis hat sie keinen Laut von sich gegeben!). Vor allem ist sie aber unheimlich lustig! Sie macht jeden Spaß mit, hat vor nichts Angst, ist ein totaler Menschenliebling, ist lustig und gut gelaunt (außer am Morgen, wie der Herr so das Gescherr’…). Sie ist aktiv und hat auch nach 8 km Fahrradfahren noch Energie um Ball zu spielen, hat allerdings auch nichts dagegen, mal einen Tag nur zu schlafen, wenn ich krank bin. Sie ist ein ziemliches Allroundgenie und passt sich einfach immer an!
Ich würde sie allerdings nicht als „typischen Terrier“ bezeichnen, dafür bindet sie sich zu stark an mich und ist zu unselbstständig. Beim Gassi tut sie nichts ohne Aufforderung. Sie geht nicht zu anderen Hunden ohne dass ich es ihr erlaube, sie bleibt an meiner Seite und achtet immer sehr auf mich!

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Die Vielseitigkeit! Bei Facebook sehe ich immer wieder Posts von Welsh Terriern als Therapiehunde. Ich selber bilde Lotta als Mantrailer aus, stehe in Kontakt mit einer Dame, deren Welsh ein geprüfter Rettungshund ist, kenne Welshs die jagdlich geführt werden und natürlich allerhand, die „einfache“ Familienhunde sind!
Die Größe ist auch perfekt, denn sie ist nicht zu klein um nicht für voll genommen zu werden und wo man andauernd Angst haben muss, dass man Knochen bricht, wenn man über den Hund stolpert. Aber auch nicht zu groß, als dass sie nicht mehr auf den Schoss passen würde oder im Restaurant einen Heiden Platz einnimmt.
Sie sind auch Alleskönner, haben vor nichts Angst und durch die Anpassungsfähigkeit kann man alles mit ihnen machen, ohne ein schlechtes Gewissen vor irgendwas zu haben. Denn man kann sie als Hofhunde halten, im Winter haben sie ein dickes Fell und können sich ihr Futter zur Not selber fangen, im Sommer lässt man sie trimmen und schon sind sie fertig für die Hitze! Man kann sie mit kleinen Kinder zusammen tun (vorausgesetzt, sie kennen Kinder) oder mit Kleintieren. Sie unterhalten wirklich jede Familienfeier mit ihrem lustigen Gemüt und Aussehen und sorgen immer für ein Lächeln!

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Sie liebt es, mit einem zusammen zu arbeiten und liebt die Unterordnung! Ganz terrieruntypisch fragt sie ständig nach und bleibt bei mir, immer an meiner Seite und wenn es auf dem Hundeplatz um Unterordnung geht, kann ich mir sicher sein, dass Lotta es genießt! Sie hat zwar einen ordentlichen Jagdtrieb, aber man kann sie trotzdem noch problemlos ableinen, sie hört auf den Rückruf und kommt sofort. Wie gesagt, sie bindet sich total stark an mich und liebt es zu kuscheln! Abends vor dem Fernseher muss sie auf dem Schoss oder zumindest neben einem liegen, in der Nacht mindestens in der oberen Etage, wenn nicht sogar im Schlafzimmer. So einen kuscheligen Terrier habe ich noch nie gesehen! Außerdem liebt sie es zu apportieren. Sie hat einen Heidenspaß daran dem Dummy hinterher zu jagen und wiederzubringen. Das macht es mir viel leichter ihren Jagdtrieb zu kontrollieren, denn für Spielzeug macht sie alles!

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich sie bei 6 einordnen. Sie liebt es zu arbeiten und zu laufen, allerdings fordert sie es fast nie ein! Vielleicht liegt es daran, dass ich sie eh schon auslaste, dass sie gar nicht fordern muss, aber sie scheint immer zufrieden zu sein.
Um sie auszulasten gehen wir mindestens 2 mal am Tag spazieren für je 1,5 bis 2 Stunden, außerdem trainiere ich jeden Tag mit ihr, um sie geistig auszulasten und wir spielen noch viel Ball oder zergeln oder suchen nach Leckerlies. Wir sind mindestens einmal die Woche auf dem Hundeplatz beziehungsweise beim suchen. Das lastet sie am meisten aus und sie ist danach für mehrere Tage total glücklich und gehorchte noch besser als sonst!

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Ich mache Mantrailing mit ihr, aber wir haben damit erst angefangen, als sie ihren Jagdtrieb entdeckt hat. Wir lenken ihn somit gezielt um und sie jagt wirklich weniger und ist weniger auf der Suche nach Spuren oder sonstigem! Wir haben sie allerdings nicht danach ausgesucht, es ist uns sozusagen in die Hände gefallen. 😀
Die Fähigkeit anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern nutze ich leider nicht, auch wenn ich gerne in Alten- oder Pflegeheime mit ihr gehen würde. Dafür fehlt einfach die Zeit. Trotzdem versuchen wir besonders Kinder zu einem Lachen zu bringen, indem sie Lotta ein Leckerli geben dürfen oder mit ihr einen Trick machen dürfen. Lotta genießt es und die Kinder auch, es ist eine win-win Situation!

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Das Einzige ist das Trimmen! 3 bis 4 Mal im Jahr muss sie getrimmt werden, damit das abgestorbene Unterfell herauskommt, dafuer haart sie aber auch nicht! Welsh Terrier zählen nicht zu den bekannten Rassen und haben deshalb auch keine rassetypischen Probleme wie HD oder ED, das können sie lediglich durch schlechte Veranlagung oder Futter bekommen, aber es ist nicht, wie leider bei vielen anderen Hunden, „vorprogrammiert“, genauso wenig wie andere Probleme.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Leider gibt es bei uns keine anderen Welsh Terrier, allerdings spielt sie mit anderen Terriern entweder gar nicht oder aber sehr hart und rau, da wird geknurrt und gerauft! Generell lässt sich aber sagen, dass Lotta lieber mit groesseren Hunden spielt. Seit sie aber einmal über den Haufen gerannt wurde, dürfen die anderen Hunde auch nicht zu groß sein. Eher die goldene Mischung, kniehoch, und am Liebsten mit anderen Raufbolden. Zur Not spielt sie aber auch Rennspiele. Das einzige, worauf man achten muss, ist dass die Hunde viel Platz zum Toben haben. Wenn es nur ein schmaler Weg ist, kommt es bei Lotta häufiger zu Knurren und Angespannt sein. Am Strand, wenn Lotta ganz ganz viel Platz zum Ausweichen hat, ist alles gut und Lsie fängt eher an zu spielen oder geht den anderen Hunden sonst aus dem Weg.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Definitiv Publikumsmagnet! Besonders wenn wir draußen Tricks machen, dauert es nie lange, bis einige Menschen um uns herum stehen und zusehen! Wenn wir einfach nur Gassi gehen, dann werden wir ganz ganz oft angesprochen und über Lotta ausgefragt! Es ist einfach eine seltene Hunderasse, da muss man mit Kommentaren rechnen, besonders dass sie aussieht wie ein Teddybär oder Steifftier. Von vielen kleinen Kindern wird sie angefasst oder die möchten sie anfassen. Es kommt eher selten vor, dass Menschen Abstand nehmen und wenn, dann verwickeln sie mich fast immer in ein Gespräch und trauen sich früher oder später doch Lotta anzufassen! Leider fallen von Zeit zu Zeit dumme Sprüche, aber das finde ich nicht schlimm, denn wir leben leider in keiner pinken Plastikwelt ohne Kritik, also stehe ich darüber! 🙂

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ich habe es mir ziemlich ähnlich vorgestellt, einzig das Mantrailen habe ich mir nie träumen lassen! Das Zusammenleben mit Lotta habe ich mir allerdings nie große Gedanken gemacht, denn von dem Entschluss einen Welsh Terrier zu holen und Lotta vergingen gerade mal drei, vier Monate. Und in der Zeit war ich auch noch in Amerika und habe ordentlich etwas erlebt, so dass ich wirklich kaum Zeit hatte nachzudenken! Ich habe vorher allerdings das Jagdverhalten heruntergespielt, dachte, das wäre kein Problem. Aber man sollte es nicht unterschätzen! Terrier sind Jagdhunde, ohne Zweifel! Mit Training, Geduld und einem guten Trainer kann man das zwar in den Griff bekommen, allerdings sollte man es sich immer vor Augen halten, wenn man über den Welsh Terrier nachdenkt!


Ach wie schön, dass ihr an unseren Portraits teilgenommen und unsere 10 Fragen auch beantwortet habt. Vielen vielen Dank! 🙂 Ich finde es total super, dass auch mal eine nicht ganz so bekannte, beziehungsweise häufig vertretene, Rasse mit dabei ist. Ganz toll auch, dass du so viel mit ihr trainierst und sie im Kopf fit hältst.

Wenn ihr neben dem Blog Queen Lotta zusätzlich noch ganz viele richtig tolle Bilder vom Welsh Terrier sehen wollt, dann fühlt euch frei mal auf instagram bei den beiden vorbeizuschauen! 😉

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2 Gedanken zu “Rasseportrait: Welsh Terrier

  1. Pingback: Gastbeitrag – Weißer Schäferhund – Queen-Lotta

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