Rasseportrait: Langhaarcollie

Das Erste, was mir zu unserem heutigen Hund im Rasseportrait einfällt ist wohl „so schön flauschig!“. 🙂 Diesmal dreht sich alles um den Langhaarcollie. Dazu haben wir Christine vom Blog Die Hundemädchen bei uns zu Gast. 


Der Collie gilt als anpassungsfähiger, sensibler und ruhiger Begleithund, der auch im Umgang mit Kindern sehr einfühlsam ist. Er ist sanftmütig, aufmerksam und anhänglich, außerdem auch sehr loyal. Fremden gegenüber dagegen meist erst einmal reserviert. Trotzdem bringt er keinen starken Wachtrieb mit. Er meldet, überlässt dann aber lieber anderen das Feld. Als (ehemaliger) Hütehund ist er immer noch gut zur Zusammenarbeit mit seinem Menschen zu motivieren. Er ist aktiv und lernwillig.

Vom Langhaarcollie gibt es zwei verschiedene Rassetypen.
Farblich findet man den Collie in Zobel, Tricolour und Blue Merle.
Britischer Typ
Der Langhaarcollie vom britischen Typ ist ein eleganter 51 bis 61 cm großer und bis 25 kg schwerer Begleithun. Er hat ein etwas durchmischtes Ober- bzw. Unterfell, wodurch das Fell mehr aufplüscht. Sein eleganter Gang wirkt adlig. Der Hund hat dichtes Fell mit seidig weicher Unterwolle.

Amerikanischer Typ
Der amerikanische Typ ist bis zu 66 cm groß und wird bis zu 34 kg schwer. Er hat eine etwas andere Gesichtsform mit kräftigerem Kopf und größeren Augen, der ganze Körperbau ist substanzvoller. Man kann das glatte Deckhaar und die Unterwolle deutlich unterscheiden. Auch ist die Unterwolle weniger üppig und neigt daher nicht so sehr zur Verfilzung. Des Weiteren erlaubt der amerikanische Standard noch weitere Farbschläge, die im FCI Standard nicht erlaubt sind. In Deutschland wird der Amerikanische Collie nach dem amerikanischen Originalstandard des AKC (American Kennel Club) im Club für Amerikanische Collies gezüchtet. Die FCI-Verbände züchten nach dem britischen Standard, der in vielen Punkten vom amerikanischen Standard abweicht.

Man nimmt an, dass sich diese Rasse aus Hunden, die von den Römern mit nach Schottland gebracht und mit den einheimischen Hunden verpaart wurden, entwickelt hat. Puristen weisen vielleicht auf feine Unterschiede hin, die sich ergeben haben durch die Auswahl von Zuchtexemplaren von individuellen Züchtern aber die Tatsache bleibt bestehen, dass sich die beiden Rassen vor nicht allzu langer Zeit aus dem gleichen Ursprung entwickelt haben und in Wahrheit sich sogar gemeinsame Linien teilen, welche man noch heute finden kann.

Mit einer Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren kann auch dieser bildhübsche Hund ein langfristiger Begleiter des Menschen werden.


Hier findet ihr, welche Erfahrungen Christine mit ihrer Gaia bisher gesammelt hat! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Nachdem mein Rüde (ein Mischling aus diversen Rassen) verstorben ist, wollte ich wieder einen neuen Hund haben und entschied mich für einen Welpen – hierfür stöberte ich wochenlang auf verschiedenen Hundeseiten und –foren nach Rassebeschreibungen und landete so immer wieder beim Collie, der mir optisch zu Beginn gar nicht so gut gefallen hatte, bis ich irgendwann las, dass es zwei verschiedene „Schläge“ gibt – nämlich den britischen und den amerikanischen.
Der britische Collie ist ein bisschen kleiner und hat in der Regel noch mehr Fell als der amerikanische Schlag. Auch vom Wesen sind die Briten ein bisschen sensibler als die Amis und so verguckte ich mich am Ende dann in den amerikanischen Collie. Leider kannte ich niemanden persönlich mit einem Collie, so dass ich mich erstmal nur auf das geschriebene Wort im Internet verlassen musste. Aber ich nahm dann Kontakt zu ersten Züchtern auf, die mir dann auch das Wesen des Amerikaners recht gut beschrieben und so fiel dann auch bald sogar schon die Wahl auf eine kleine blue merle Hündin, die seit 2014 mein Leben bereichert.

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2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Gaia ist ein einfühlsamer Clown, der es liebt zu arbeiten und gerne aktiv ist. Sie ist definitiv auch sensibel, wie es Hütehunde nun mal sind, und nimmt Stimmungen und kleine Signale sehr gut auf, setzt sie aber auch schnell um! Sie lernt unwahrscheinlich schnell und gerne und ist dennoch kein nervöser Hund, der ständig etwas machen muss. Ein Tag auf der Couch ist also auch mal okay für sie, aber draußen aktiv sein würde sie immer bevorzugen 😉

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Eine gute Portion Arbeitswillen (Will to Please) und gemischt mit viel Lernbereitschaft und einem ausgeprägtem Stimmchen, um vieles zu kommentieren. 😉
Gaia ist wirklich ein Hund, der gerne „redet“ (nicht mit bellen verwechseln!) und so auch am Abend mal winselnd und leise jaulend von ihrem Tag berichtet oder wimmert, wenn sie gerade Aufmerksamkeit möchte. 😉

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Hmmm ich höre immer von vielen Colliehaltern, dass ihre Hunde tatsächlich mehr Wachtrieb haben – davon hat Gaia z.B. überhaupt nichts mitbekommen. Sie ist zwar neugierig wenn jemand vorbei kommt, aber schlägt nicht an oder ähnliches, was ich aber auch vollkommen in Ordnung finde.

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Auf einer Skala von 1-10 würde ich 6-7 sagen – sie hat schon viel Energie und ist gerne aktiv, aber es muss für sie auch Sinn machen, sonst „läuft sie nur mit halber Kraft“. 😉 Generell gehen wir aber viel Spazieren, fahren gemeinsam Fahrrad (oder auch Inline skaten) und seit einem Jahr etwa machen wir nun auch Agility. Daneben machen wir aber auch viel Kopfarbeit, indem wir z.B. Tricks lernen oder kleine Spiele spielen, was ihr richtig Spaß macht und wo sie mit Eifer dabei ist. Das fordert sie eigentlich auch fast täglich ein.

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Höchstens den Arbeitswillen, gegebenenfalls um mit ihr die Tricks einzuarbeiten. Aber ich denke das ist nicht unbedingt eine „rassetypische Fähigkeit“ vom Collie, sondern von vielen „Arbeitshunden“

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Nein! Anfangs dachte ich tatsächlich, dass das üppige Fell mehr Pflege benötigt, aber das überschätzt man wirklich! Man muss es natürlich durchbürsten und auf Verfilzungen achten, aber das ist nicht mehr als bei anderen Langhaarigen Hunden auch.
Man sollte aber bei der Auswahl des Collies auf die Erbkrankheiten ein Auge haben und hier entsprechend wirklich auch die Zucht, bzw. seinen Welpen auswählen. „Übliche“ Krankheiten beim Collie, auf die die Eltern gestetet sein sollten sind, neben der Hüftdysplasie (HD), das MDR1 Gen-Defekt oder die Collie Eye Anomaly (CEA). Hier geben bereits viele Züchter auf der Homepage die Werte ihrer Zuchthunde an. Ein Hund der nicht betroffen ist, wird zB mit einem +/+ gekennzeichnet, während ein betroffener Hund mit einem -/- markiert wird. Daneben gibt es auch noch Hunde, die das Gen zwar in sich tragen, aber wo es nicht ausgebrochen ist, sogenannte „Träger“ – diese werden mit einem +/- markiert. Sofern es bei einem Züchter nicht schon auf der Homepage angegeben ist, wie die Werte bei einzelnen Hunden sind, sollte dies spätestens im Telefongespräch angesprochen oder gar Ergebnisse der Untersuchungen im persönlichen Gespräch vorgezeigt werden.

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8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Wir haben bisher „leider“ immer nur vereinzelt andere Collies getroffen oder eben gezielt Treffen organisiert – einen „festen Spielpartner hat Gaia so also nicht. Aber immer wenn sie einen Collie sieht habe ich das Gefühl, dass sie viel aufgeregter ist als bei anderen Rassen und auch das Spiel gemeinsam ist viel harmonischer, als wenn sie mit Rassefremden Artgenossen spielt.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Gaia fällt auf jeden Fall auf und gehört eher zu den Publikumsmagneten – alleine wegen ihrer „untypischen“ Färbung kommen viele Menschen auf uns zu und fragen nach was das für eine Rasse ist oder ob sie ein Mischling aus Australian Shepherd ist – das kann tatsächlich manchmal ein bisschen nervig sein, aber ich erkläre dann meistens, dass die Farbe ebenso wie das schwarz oder braun von Lassie zu den drei in Deutschland anerkannten Farben gehört (bei den Amerikanern gibt es sogar noch weiß als vierte anerkannte Farbe).

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ich habe die Rasse definitiv unterschätzt würde ich sagen – ich hatte, nach den Recherchen im Internet, eher einen ruhigeren Vertreter, der auch mal zwei Wochen auf der Couch gammeln kann, erwartet. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich darüber auch froh, dass sie eben nicht so ist und lieber aktiv sein mag oder mit mir zusammen Tricks erlebt. 🙂
Ich würde definitiv wieder einen Collie kaufen!

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Mal abgesehen davon, dass ich eigentlich eher so der „Kurzhaar-Hunde-Fan“ bin, muss ich ehrlich gestehen dass ich mich fast unsterblich in Gaia verliebt habe. Beziehungsweise in diese Rasse. Ein Langhaarcollie fasziniert schon irgendwie! 🙂

Allerliebsten Dank Christine, wir sind froh dass du an den Rasseportraits teilgenommen und uns die 10 Fragen beantwortest hast. Außerdem kann man sich an deinen Fotos echt kaum sattsehen. Wärst du nicht so weit von uns entfernt, ich würde dich glatt einmal für ein Shooting buchen! 😉

Wer nicht nur auf dem Die Hundemädchen Blog über die beiden weiterlesen will, der kann sie sehr gern auch mal auf Facebook oder ihrem youtube-Kanal besuchen. Außerdem findet man Christine mit ihrer Fotografie bei Facebook auf der Seite Hemlep Fotografie aber natürlich auch auf ihrer eigenen Internetseite hemlepfotografie.de.

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6 Gedanken zu “Rasseportrait: Langhaarcollie

  1. Ein toller Beitrag, der dem Collie mehr als gerecht wird mit noch tolleren Bildern! 😉
    Meine Collie-Maus in tricolor ist auch ein Publikumsmagnet, wird aber leider auch gern als Bernersennen-Mischling gesehen -.-‚.

    Liebe Grüße

    Anja & Caydin

    Gefällt mir

  2. Hallo !
    Sehr schöner Collie !
    Klasse Beitrag !
    Hat sich ein Fehler in der Gesundheit eingeschlichen?
    Die Eltern der Welpen sollten auf die Genkrankheiten mit einem *positiv * ausfallen – also z.B. CEA +/+ oder mindestens +/-
    Beste Grüße
    Violetta & Collie Aaron

    Gefällt mir

    • Huhu Violetta,

      der entsprechende Absatz wurde noch mal geändert – im Grunde ist das ja schon etwas verwirrend.. ein gesunder Hund, der das Gen nicht trägt (und somit eigentlich negativ ist) wird mit +/+ gekennzeichnet.. ein Hund der das Gen trägt mit -/-… ist schon irgendwie verwirrend wenn man es „einfach ausdrücken“ will – aber im Prinzip meinten wir das Gleiche 😉

      Gefällt 1 Person

  3. Ach, die Fotos sind wieder mal toll und von der Beschreibung ähnelt sie sehr dem Indianermädchen – also das kommunikative und der unausgeprägte Schutzinstinkt zum Beispiel. Auch das gesteigerte Interesse an der eigenen Rasse – aber vermutlich auch hütehundtypisch.
    Liebste Grüße
    Lizzy und das Indianermädchen

    Gefällt 1 Person

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