Rasseportrait: Französische Bulldogge

Klein, kräftig, witzig, lieb. Heute haben wir die Französische Bulldogge im Rasseportrait auf unserem Blog. Als Gast heute, Jenny vom Blog akio aus die uns die bekannten 10 Fragen beantwortet und uns ein wenig über ihren Akio erzählen wird.

Die Französische Bulldogge ist ein kleiner, gedrungener Hund des Mastiff-Typs und gehört zu den Molossern. Der kleine kräftige Hund mit den großen Ohren erreicht eine Widerristhöhe von bis zu 35 cm und ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm. Das Haar ist fein, kurz und glänzend. Nach dem FCI-Standard sind die Haarfarben fawn (VDH fauve/ falbfarben), gestromt (eine Mischung von schwarzen, blonden, mittel- bis dunkelbraunen und nicht allzu dunkelrötlichen Haaren) und gescheckt anerkannt. Weiße Hunde werden der Farbe „gestromtes fawn mit überhandnehmender weißer Scheckung“ zugeordnet. Kleine, weiße Abzeichen sind bei gestromten Exemplaren erlaubt. Nicht anerkannt (ausschließende Fehlfarben) sind schwarz mit roten Brand („black and tan“), mausgrau („blau“) und braun.

Wie alle Doggen stammt auch die Französische Bullddogge wahrscheinlich von den Molossern Epiriens und des römischen Kaiserreiches ab; sie ist verwandt mit den Ahnen des Bulldogs Großbritanniens, mit den Alanerhunden des Mittelalters und mit den großen und kleinen Doggen Frankreichs. Die Französische Bulldogge, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis verschiedener Kreuzungen, die passionierte Züchter in den 1880er Jahren in den Arbeitervierteln von Paris vornahmen. Früher war sie vorerst ein Hund der Lastenträger an den Pariser Zentralmarkthallen, der Metzger und der Kutscher. Der erste Rasseverein wurde 1880 in Paris gegründet, ein erster Standard wurde 1898 erstellt, in dem Jahr, in welchem die Société Centrale Canine die Französische Bulldogge als Rasse anerkannte.

Heute ist sind diese Hund als friedliche, kinderfreundliche Gesellschafts- und Begleithunde erwünscht. Zwar ist dieser Hund, der vermutlich durch Kreuzungen Anteile verschiedener Jagdhundrassen besitzt, sehr aktiv, sportlich und verspielt, doch ein aggressiver Charakterzug zeigt sich eher weniger. Stattdessen ist die Französische Bulldogge friedlich, umgänglich, fröhlich und aufmerksam. Sie ist neugierig, lernt gerne andere Hunde kennen und ist im Umgang mit Kindern in der Regel sehr liebevoll und ruhig.

Weil der Bully anhänglich, gutmütig und anpassungsfähig, eignet er sich sowohl für Wohnungen als auch in großen Häusern mit Garten und viel Freilauf. Wenn mit dem Hund mit Begeisterung gespielt wird oder ein längerer Spaziergang bevorsteht versprüht der Bully pure Lebensfreude, die nicht nur Zurückweisung oder grobes Verhalten getrübt werden sollte, da der Hund infolgedessen eher ängstlich werden könnte. Anders als große Hunderassen ist der Bully kein Hund, der große Ansprüche an seine Umgebung stellt, solange er genügend Aufmerksamkeit bekommt, wenn mit ihm regelmäßig gespielt, getobt und Spazieren gegangen wird. Beachtet werden sollte dabei, dass die Französische Bulldogge empfindlich gegenüber großer Hitze und Kälte ist, weshalb sie niemals während des Einkaufens im Auto gelassen oder längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt werden sollte.

Ein so kleiner lebensfroher Hund kann dabei eine Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren haben und seine Menschen lange begeistern.


Mal sehen ob Jenny das so unterschreiben kann! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Da wir in der Großstadt wohnen und durch Uni und Arbeit teilweise wenig Zeit haben, haben wir nach einem Hund gesucht, der vom Körperbau an einen kräftigen Hund erinnert, vom Charakter her aber liebevoll und ausgeglichen ist und dem wir angemessenen Auslauf und Beschäftigung bieten können. Durch Recherche und Bekannte sind wir dann auf die Französische Bulldogge gestoßen. Wir haben uns sofort in das Aussehen verliebt und auch die Charakterbeschreibung hat uns unglaublich gefallen. Von Anfang an war uns klar, dass das die Rasse ist, die am Besten zu uns und unserer Lebenssituation passt!

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2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Akio ist sehr selbstbewusst, aktiv und verspielt. Er liebt es alleine oder mit anderen Hunden durch die Gegend zu rennen oder zu Hause mit seinen Plastikschüsseln durch die Wohnung zu laufen und fangen zu spielen. Er ist außerdem sehr gelehrig. Alles was wir mit ihm üben, begreift er relativ schnell. Er kann aber auch ziemlich stur sein – wenn er gerade keine Lust hat etwas Neues zu lernen, dann macht er das auch nicht. Akio ist auch unendlich liebevoll im Umgang mit Kindern und anderen Hunden. Fasst alles lässt er sich gefallen, ohne jemals auch nur annähernd böse zu werden.
11351923_118550915175626_47435392_n3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Zunächst einmal das Aussehen! Bei der Französischen Bulldogge denkt man immer als erstes an die großen Fledermausohren. Abgesehen davon ist der Charakter dieser Rasse wundervoll. Die Hunde sind nicht nur unglaublich liebevoll, sondern können sich auch jeder Situation perfekt anpassen. Egal ob kleine oder große Wohnung, Garten oder Feld, Kinder oder Erwachsene – der Franzose kann sich auf alles problemlos einlassen.

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Auf den meisten Seiten habe ich bisher gelesen, dass Französische Bulldoggen Hunde sind, welche die Aufmerksamkeit von allen Menschen genießen. Das kann ich von Akio allerdings nicht behaupten. Ja, wenn jemand sich zu ihm runter setzt und ihn streicheln möchte, geht er kurz hin und schnuppert, aber das war es dann auch schon. In den meisten Fällen dreht er den Kopf weg, lässt sich also nicht anfassen und läuft davon. Nur bei Leuten, die er schon länger kennt, blüht er auf und lässt sich mit Freude kuscheln.

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Auf jeden Fall mehr Energie als ich anfangs vermutet hatte!
Morgens – das ist bei uns etwa um 10, vorher steht der Herr erst gar nicht auf – gehen wir eine halbe Stunde raus. Mit dabei ist sein Frühstück, damit festigen wir unterwegs immer wieder die typischen Gassi-Signale.  Nach dem Gassi gehen heißt es dann erst mal Pause. Entweder muss er nun eine Weile alleine bleiben oder, wenn noch jemand da ist, wird mit ihm eine Weile gespielt. Danach herrscht aber wieder Ruhe bis zur großen Gassi-Runde. Dafür gehen wir dann 1 bis 2 Stunden aufs Feld. Dort darf er dann mit anderen Hunden spielen, seinem Spielzeug hinterher rennen oder wir üben Signale. Meistens ist der danach erst einmal platt. Wenn er doch noch eine Menge Energie hat oder er sich nach einer Weile zu stark langweilt, legen wir Fährten, spielen Such- oder Intelligenz-Spiele oder üben neue Signale und Tricks.

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Seine ganz spezielle Fähigkeit ist seine Verfressenheit, somit liebt er Leckerlis. Er würde alles für die richtigen Leckerchen machen. Damit haben wir ihm dann auch erst beigebracht seine Nase richtig zu benutzen, Französische Bulldoggen sind da durch die platte Nase meistens ein wenig eingeschränkt bzw. haben Schwierigkeiten diesen wichtigen Sinn einzusetzen. Mittlerweile hat er einen riesen Spaß am Such-Spiel und auch alle Tricks und Signale werden durch Leckereien gefestigt.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Durch die flache Schnauze und den robusten Körperbau, fängt Akio stark an zu hecheln, nachdem er eine Zeit lang mit anderen Hunden gespielt hat. Während die anderen noch topfit sind, steht er kurz vorm Kollaps. Leider merkt er das selber nur selten, sodass wir ihn rechtzeitig zur Ruhe bringen müssen. Sportarten wie Agility sind also nicht wirklich für ihn gemacht. Bei starker Hitze besteht das selbe Problem, also sind im Sommer lange Spaziergänge fast überhaupt nicht möglich. Das hört sich zwar an, als wäre er überhaupt nicht belastbar, aber das stimmt nicht. Wir müssen einfach mehr aufpassen, dass er sich selber nicht überanstrengt.

Durch die großen stehenden Ohren kommt auch viel mehr Schmutz hinein. Also müssen die Ohren oft gereinigt werden, um Entzündungen zu vermeiden. Das findet Akio aber nicht so toll, oft erweist sich das als ziemlich schwierig. Ansonsten hat er keine Probleme, jedoch habe ich von vielen Bekannten mit französischer Bulldogge gehört, dass ihre Hunde oft an Allergien und einem empfindlichen Magen leiden.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Akio hat sowohl weibliche, als auch männliche französische Bulldoggen Freunde. Er verhält sich aber nicht wesentlich anders, als bei anderen Hunden. Natürlich kann er mit Hunden der gleichen Rasse besser raufen und rennen, vor allem weil sie ebenfalls nicht so lange durchhalten wie er. Bei zwei französischen Bulldoggen sieht das Spielen auch mehr nach einem Wrestling Kampf aus, da sie sich gerne gegenseitig umwerfen. Er versucht aber auch ähnlich mit anderen Hunden zu spielen – je größer der Hund, desto mehr Spaß hat er auch. Bei kleineren Hunden ist er vorsichtiger. Meistens muss er aber hinterherrennen, was mit den kurzen Beinen und dem stämmigen Körper nicht so einfach ist!

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Das ist ganz unterschiedlich. Die meisten kommen auf ihn zu, freuen sich, möchten ihn streicheln und fragen mich aus. Durch seine clownhafte Art sind die Menschen ganz oft von ihm begeistert und gehen mit einem Lächeln im Gesicht weiter. Gerade beim Urlaub am Gardasee wurden wir ständig auf ihn angesprochen und eigentlich sogar vom Urlaub abgehalten.

Es gibt aber auch die andere Seite – wenn auch sehr sehr selten und meistens von Leuten die keinen Bezug zu Hunden haben. Einige meinen er wäre ein Kampfhund und laufen einen großen Bogen um ihn herum. Ich finde wirklich schade, dass er von einigen auf seinen breiten Körperbau und seinen „bösen Gesichtsausdruck“ reduziert wird (das gleiche gilt auch für andere Rassen, besonders „Listenhunde“). Viele sind überrascht, wie unglaublich brav Akio ist und dass er wirklich überhaupt keine bösen oder aggressiven Eigenschaften hat!

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10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Akio ist unser erster Hund. Uns war von Anfang an klar, dass es nicht besonders einfach sein wird, gerade mit einem Welpen. Aber ich muss sagen, dass wir unglaublich Glück mit dem kleinen Bären haben. Er hat alles sehr schnell gelernt – vom Abrufen zur Stubenreinheit bis hin zu einigen Tricks. Er ist ein sehr umgänglicher Hund. Natürlich standen wir manchmal kurz vor der Verzweiflung, gerade am Anfang, als er nachts oft raus musste. Aber wir waren uns dessen bewusst und haben es durchgezogen.

Was ich wirklich nicht erwartet hätte, ist dass der kleine Mann ein absoluter Langschläfer ist. Wir haben uns schon darauf eingestellt früh Gassi gehen zu müssen, aber oft bin ich sogar vor ihm wach und werde dumm angeschaut, wenn ich früher mit ihm raus möchte!


Wir sind froh, dass Jenny mit ihrem süßen Akio an unserem Rasseportrait teilgenommen hat und wollen uns herzlichst bedanken. Es freut uns, dass die Französische Bulldogge sich als perfekt zu eurer Lebenssituation passend herausgestellt hat und wünschen euch noch eine ganz tolle Zeit mit eurem hübschen Bulli.

Wenn ihr den beiden noch ein wenig hinterschnüffeln wollt, dann könnt ihr das nicht nur auf deren Blog akio aus tun, sondern auch einen Blick auf deren instagram-Account namens magic.akio_thefrenchie werfen. 😉

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2 Gedanken zu “Rasseportrait: Französische Bulldogge

  1. Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen. Französische Bulldogge sind sehr niedlich. Tolle Fotos.

    Gruß Anna

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank für das tolle Feedback. Freut mich sehr, wenn der Gastartikel gut angekommen ist.
      Unter der gleichnamigen Rubrik (Gastartikel) sind mittlerweile zahlreiche Rasseportraits enthalten, die Anfang des Jahres in einer Beitragsreihe hier auf dem Blog veröffentlicht worden. Stöbern lohnt sich, es sind sehr viele tolle Rassen bereits im Portrait zu Gast gewesen.
      Eventuell wird es gegen Ende des Jahres einen zweiten Aufruf zu weiteren Rasseportraits geben. 😉

      Liebe Grüße,
      Claudi

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