Rasseportrait: Border Collie

Im heutigen Rasseportrait geht es um einen aktuell sehr beliebten Hund, nämlich um den Border Collie, der viele mit seiner witzigen agilen Art fasziniert. Die liebe Jenny vom Youtube-Kanal LikaJenny hat gleich zwei dieser herzigen Hunde und uns zu dieser Rasse, als Gast im Rasseportrait, Rede und Antwort gestanden. 😉


Der Border Collie ist ein mittelgroßer Hund mit einer Widerristhöhe zwischen 46 bis 56 cm. Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein kann ein Border Collie um die 12 bis 20 kg auf die Waage bringen.

Es gibt zwei Fellvarianten die laut Rassestandard anerkannt sind, eine mit mäßig langem Fell und eine stockhaarige. Das Fell kann dabei viele Farben haben, wobei weiß nie vorherrschen sollte. Vertreten sind die Farben Schwarz, Red Merle, Gold, Weiß, Blau, Sable-Merle, Rot, Schokoladenbraun, Stromung, Lila, Leberbraun, Blue Merle. Bei allen Farben kann auch Tan (in der Regel ein helles Rotbraun) in Form von Abzeichen hinzukommen.

Border Collies brauchen generell viel Beschäftigung, aber auch Phasen, in denen sie ausreichend Ruhe finden. Je mehr Aktivität sie angeboten bekommen, desto mehr fordern sie diese auch ein. Sie lernen sehr schnell, was leider auch für Fehlverhalten gilt, das sich so manifestieren kann. Sie sind sehr aufmerksame, sensible und lebhafte Hunde, die eine konsequente Erziehung benötigen.

Die Lebenserwartung eines Border Collie liegt bei 13 bis 16 Jahren.


Schauen wir doch mal, ob Jenny uns die eben genannten, oft bekannten, Fakten mit ihren Erfahrungen so bestätigen kann. 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich bin schon solange ich denken kann ein großer Hundefan gewesen und bin schon als Baby mit Hunden groß geworden.
In die Rasse habe ich mich allerdings erst später verliebt und zwar bei dem Film „Ein Schweinchen namens Babe“ .. ich war total fasziniert von dieser Rasse, fing an mir Bücher zu kaufen, das Internet zu durchstöbern, verschiedene Züchter anzuschreiben und auch zu besuchen.
Da ich durch einige Pflegehunde und unsere Familienhunde selber Erfahrung hatte und auch schon im jungen Alter angefangen hab, mich über die Körpersprache des Hundes zu informieren, stand eigentlich schnell fest dass ich unbedingt einen Border haben möchte und ich es mir auch zutraue. Allerdings musste ich auf meine Traumrasse fast 7 Jahre lang warten.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Leika: Leika ist mein erster Border Collie, mittlerweile 4 Jahre alt und mein absoluter Seelenhund. Vom Wesen her ist sie durch ihre Linie (Arbeitslinie) eine sehr arbeitsfreudige, schnelle, ausdauernde Hündin die jeden Blödsinn mitmacht und an sehr vielen Dingen Spaß findet.

In der Wohnung bemerkt man sie kaum, sie ist sehr ruhig und entspannt.
Dennoch ist sie sehr sensibel und reagiert auf viele Dinge unsicher was viel Arbeit am Anfang für uns bedeutet hat.
Sie möchte einem einfach gefallen, draußen orientiert sie sich sehr stark nach mir, egal ob da 5 Hunde miteinander spielen, wenn ich umdrehe, folgt sie ohne zu zögern und würdigt den anderen Hunden keines Blickes mehr. Sie merkt sofort wie ich mich fühle, bin ich traurig oder schlecht gelaunt, reagiert sie sehr drauf, ist sehr anhänglich, versucht durch ihre Art einen zu beruhigen und weicht einem selten von der Seite.

Nala: Nala ist meine 2te Border Collie Hündin, mittlerweile 2 einhalb Jahre alt und zog genauso wie Leika als Welpe bei mir ein.
Nala ist das komplette Gegenteil, sehr aufgeregt, verträgt kein Frust bzw hat eine niedrige Frustrationstoleranz. Sie war als Welpe schon nicht sehr einfach, konnte nicht gut abschalten, war immer sehr schnell sehr aufgeregt, beim arbeiten war sie viel zu unkonzentriert und hibbelig.
Mittlerweile hat sich viel in den Jahren getan, wir haben viel trainiert und mittlerweile kann sie Frust viel besser vertragen, hat gelernt ruhig zu bleiben und auch mal abzuschalten und auch mal konzentrierter zu arbeiten. In der Wohnung ist sie ebenfalls sehr ruhig und entspannt, man bemerkt sie kaum. Auch draußen orientiert sie sich sehr an mir und Leika. Sie fragt oft Situationen bei mir ab was ich dazu sage, reagiert sehr viel auf Körpersprache und ist mittlerweile ein sehr entspannter angenehmer Hund geworden.

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Ich muss sagen besonders ihre verrückte tollpatschige Art bringt mich des öfters zum lachen. Ansonsten liebe ich die Art wie schnell sie zu begeistern sind, wie konzentriert sie arbeiten können und wie ruhig sie gleichzeitig auch sein können, wenn man es von Anfang an richtig macht. Einfach eine Rasse die seinem Menschen gefallen möchte aber dennoch sehr konsequent erzogen werden muss, mit deutlichen Regeln denn diese Rasse merkt einfach sofort mit wem sie wie weit gehen kann. In konsequenten Händen werden es echte Traumhunde.

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
hmm.. Leika ist eigentlich vom Wesen her ein typischer Border Collie genauso wie Nala.

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten? 
Leider denken, auch heute, noch viele dass Border Collies oder generell Hütehunde extrem ausgelastet werden müssen, damit sie glücklich sind. Dies stimmt aber leider so gar nicht! Je mehr man macht, desto mehr fordert der Hund auch. Es gibt leider extrem viele Hunde (nicht nur Borders), mit denen zu viel gemacht wird und die daher überfordert, unruhig sind. Und die Menschen denken sie brauchen noch mehr. Ein Hund braucht auch ausreichend Schlaf, um den Tag verarbeiten zu können und um entspannen zu können. Das Wichtigste ist von Anfang an Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe … es gibt nichts Schlimmeres als einen Border Collie  zu haben, der nie gelernt hat mal ruhig zu sein und abzuschalten. Das ist für den Mensch, sowie für den Hund sonst alles sehr stressig. Und Stress ist nicht besonders gut für den Körper. Daher haben meine als allererstes Ruhe gelernt. Da ich noch Vollzeit arbeiten gehen, gehen wir morgens eine Runde (im Sommer meist länger, im Winter teils nur eine kurze Pipirunde, da es noch dunkle ist wenn wir morgens rausgehen).
Nach der Arbeit geht es im Winter auch maximal eine Stunde bis 2 Stunden raus. Ein wenig durch die Dörfer, ein paar Suchspiele und dann daheim noch ein wenig machen. Bei freien Tagen geht es auch im Winter mal auf eine 2 – 3 Stunden Tour. Im Simmer geht es nach der Arbeit gerne mal bis zu 3 Stunden raus, da geht’s zum Wasser, in den Wald oder sonst wo hin. Ich mache mit den beiden im Verein Agility auf Tunirbasis. Leika und sind groooooße Fans vom Trickdogging, gehen auch da gerne auf Turniere. Nala ist für viele Tricks leider viel zu ungeduldig und hat es schwer sich mal zu konzentrieren, weswegen ich mit ihr liber Suchspiele und Unterordnung mache, das liebt sie. Sonst machen wir Suchspiele aller Art, Impulstraining, Frisbee, longieren und bald eventuell etwas Treibball. Das wird aber natürlich nicht alles jeden Tag gemacht, immer mal etwas anderes. Auch unternehmen wir gerne längere Fahrradtouren. Die Hunde lieben es, mal so richtig mit mir zusammen zu rennen, beziehungsweise fahre ich auf dem Fahrrad so schnell die beiden sein können.

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Damals hab ich viel über Futter gearbeitet, mittlerweile arbeite ich rein über Kommunikation & Körpersprache, es hilft den Hunden einfach mich besser zu verstehen was ich möchte und es ist für mich einfach natürlicher.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Bei meinen beiden ist nichts bekannt..

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Ja, wir hatten damals mal eine Bekannte die ebenfalls ein Border Collie hatte. Leider fing dieser an massiv Leika zu mobben & zu hüten, weswegen wir den Kontakt abgebrochen haben. 
Ansonsten kennen wir noch ein paar Borderbesitzer, die wir aber nicht so häufig sehen und die Hunde nicht wirklich miteinander spielen. Nala ist eh kein Spielhund, sie spielt so gut wie nie mit anderen Hunden und Leika würde am liebsten ständig spielen aber nicht jeder möchte immer mit ihr spielen.

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9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Da Nala ein ee red (Australian white red) ist und viele diese Fellfarbe nicht kennen, sind sie am Anfang erstmal total erstaunt und fragen einiges.

Bei Leika ist durch ihre Bordertypische Zeichung (Schwarz/Weiß) für viele deutlich sichtbar was für eine Rasse sie ist und viele finden sie mega süß und kommen gerne mal näher. Ein wirklichen Bogen um uns macht keiner.

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ich habe es mir eigentlich genauso so vorgestellt wie es jetzt auch ist, ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung und werde dieser Rasse treu bleiben.


Wir finden es sehr schön, dass du dir vor der Anschaffung solcher aktiven Hunde wirklich viele Gedanken gemacht und dich im Vorfeld ausführlich informiert hast, obwohl du den Umgang mit Hunden schon gewohnt warst. Man sollte einen Border Collie nämlich wirklich nicht unterschätzen und muss, wie du sagst, ein konsequenter Rudelführer sein.
Vielen vielen Dank auch an dich Jenny, dass du bei unserer Beitragsreihe mitgemacht hast! Auch dir wünschen wir noch ein paar richtig tolle Jahre mit deinen beiden Fellnasen! 😉

Wer sich künftig immer mal eine kleine Portion Niedlichkeit in Form von Bildern abholen möchte, der kann Jenny und ihren Hunden auf instagram unter dem Namen Leika_Nala folgen. Aber auch bewegte Bilder gibt es von den hübschen Hündinnen, zu finden bei youtube auf Jennys Kanal LeikaJenny. Schaut doch mal vorbei, sie würden sich sicherlich riesig freuen. 😉

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2 Gedanken zu “Rasseportrait: Border Collie

  1. Super geschrieben! Vor allem das Thema „Ruhe“, das ist megawichtig…kann ich mit meinem Terriermix nur bestätigen 😉 schönes Porträt + Fotos!!
    LG, Kiki

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  2. Sehr cooles Portrait, was wirklich aufzeigt, was einen Arbeitshund ausmacht. Und was ich gar nicht wusste, dass es den Border noch in anderen Farben gibt.
    Und der Youtube Kanal ist auch einen Besuch wert. 🙂

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