Rasseportrait: Papillon

Heute zum Donnerstag haben wir den Kontinentalen Zwergspaniel beziehungsweise den Papillon im Rasseportrait. Die liebe Britta Kalff von Blog mini dancer on tour war so lieb mir ein paar Fragen zu beantworten und aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie das Leben mit dieser trolligen Hunderasse denn tatsächlich ist. 😉


Ursprünglich kommt der Papillon aus Frankreich, hat eine Widerristhöhe von circa  28 cm und wiegt ca. zwischen 2,5 bis 5 kg. Den stehohrigen Typ nennt man Papillon, der hängeohrige Typ wird im Rasselexikon Phalène genannt. Sein langes, seidiges Fell ist in der Grundfarbe weiß und hat farbige Abzeichen. Die Farbvarianten reichen von Kastanienrot über Rot-braun, Braun bis Schwarz. Die rotbraunen Farbtöne können mit schwarzen Haarspitzen (wird als Zobel bezeichnet) kombiniert sein.

Der Papillon ist für seine Größe relativ robust und ein intelligenter, verspielter und fröhlicher Begleithund. Als Hund ernst genommen und gut sozialisiert, ist er selbstbewusst und offen, zu sehr verhätschelt kann er aber zu Unsicherheit der Umwelt gegenüber neigen. Der Papillon hat kaum Jagdtrieb und lässt sich leicht erziehen. So ist Freilauf bei ihm relativ unproblematisch. Er ist kein „Kläffer“, hat aber durchaus auch Wachhundqualitäten und meldet Ungewöhnliches. Kontinentale Zwergspaniels sind sehr familienbezogene, lebhafte Zwerghunde. Immer bereit zu Spielen, Toben und Schmusen, aber dennoch einfühlsam und mit einem feinen Gespür dafür, wenn der Besitzer etwas Ruhe haben möchte.

Der Papillon kann zwischen 13 bis 15 Jahre leben.


Britta züchtet Papillons selbst Papillon erzählt uns etwas über ihre beiden Hündinnen Honey (5 Jahre) Papillon deren Tochter Bjelle (16 Monate). Das sind die Erfahrungen, die sie mit diesen kleinen flauschigen Hunden gemacht hat. 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Ich bin schon immer gerne aktiv mit meinen Hunden gewesen. Lange Spaziergänge und auch Sport gehören für mich dazu. Vorher hatte ich einen Malinois, einen belgischen Schäferhund. Da ich nun aber viel in Deutschland unterwegs bin und daher auch häufig in Hotels übernachte, sind größere Hunde für mich auch platztechnisch im Auto nicht mehr handelbar. Daher sollte der nächste Hund
A) grössentechnisch zu den schon vorhandenen Bologensern passen
B) deutlich aktiver sein wie diese und sportlich interessiert (Dogdance, HTM, Frisbee, Hoopers)
So kamen dann vom Sheltie bis zum Jack Russel einige Rassen in Frage. Die kurzhaarigen wurden schnell aussortiert, denn ich mag langes Fell.
Übrig blieb dann irgendwann der Papillon, als kleiner agiler und sehr intelligenter Hund. Entscheidung getroffen und in 6 Jahren nicht einmal bereut.

2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Ich habe 2 Pappillons. Honey, die Mama, ist grundlegend gechillt, ruhig und ausgeglichen im Haus. Draußen zeigt sie starken Jagdtrieb. Im Sport ist sie leichtführig, sensibel und etwas schwerer zu motivieren, wie es für einen Papillon normal ist.
Bjelle die Tochter ist das genaue Gegenteil. Temperament bis unter die Arme, Mrs 100.000 Volt, nacht um 3 problemlos zum arbeiten zu motivieren, aber auch sensibel und mit einem Hang zur Dramaqueen ausgestattet.

Bjelle und Honey Profil vor schwarz

Honey & ihre Tochter Bjelle

3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Sie sind meiner Meinung nach überdurchschnittlich intelligent, wenn man sie wie Hunde behandelt und nicht als Püppchen auf der Couch verkümmern lässt. Sie wollen etwas tun, vor allem mit dem hübschen Kopf. Sie sind sehr menschenbezogen und haben eine feine und sensible Art.

Honey balanciert 2

4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Nein, das kann ich nicht sagen, denn auch der Jagdtrieb, den Honey zeigt ist nicht ungewöhnlich. Papillons sind „kontinentale Zwergspaniel“ und das Wort Spaniel erklärt …. sie wurden ursprünglich auch jagdlich eingesetzt und zwar um Haus und Hof rattenfrei zu halten.

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Honey mittlere Energie. Bjelle hat ein sehr hohes Energielevel.
Wir gehen täglich spazieren. In der Woche ca 1,5 Stunden, am Wochenende auch mal 10 km Wanderungen über mehrere Stunden. Zusätzlich gibt es (nicht täglich und im Wechsel) Trickstunden, Balance und Koordination, Dogdance und HTM (ich arbeite als Trainer und meine Hunde führen in den Stunden häufig Übungen vor). Mittwochs gehen wir im Winter wöchentlich in einen Hundepool schwimmen und ein bisschen Frisbee und Hoopers stehen auch noch auf dem Programm.
Dazu kommen ausgedehnte einfache Spieleinheiten und Schmuse- sowie Massagestunden.

Honey DOrmagen

6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Papillons lernen wie jede andere Rasse auch, ABER wenn man einen Hund früh fördert hat er eine sehr schnelle Auffassungsgabe. Mit etwas Geschick vom Besitzer sind Papillons kleine Trickwunder und haben durch ihr tolles Körpergefühl eine natürliche Begabung für Balance Tricks.

7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Das lange Fell des Papillon ist nicht besonders aufwendig zu pflegen. Durch die glatte Struktur ist es fast selbstreinigend. Natürlich gehört ein gelegentliches Bad genauso dazu, wie das regelmäßige kämmen der ganz langen Partien, wie Ohrenfransen und die Hosen.
Sie sind keine auffallend allergieanfällige Rasse und auch ansonsten für einen kleinen Hund „robust“. Man sollte wie bei allen Rassen einfach immer darauf achten, woher der Hund kommt, denn sonst kann man sich Probleme wie Patellaluxation oder andere kleinhundtypische Erkrankungen ins Haus holen, die den Hund schon sehr einschränken können. Ein Hund vom guten Züchter hat getestete Eltern und damit wurde das möglichste getan um rassespezifische Erkrankungen zu vermeiden.
Im Sport sind sie nicht eingeschränkt. Agility laufen sie im Mini, fürs Frisbee gibt es passende Scheiben. Man muss halt einfach sehen was für diesen Hund und dieses Team die passende Beschäftigung ist.
Eine Einschränkugn vielleicht, stundenlange Touren am Pferd sind eventuell doch zuviel. 🙂 Da könnte man das kleine Kerlchen dann vielleicht einfach zu sich auf den Sattel holen.

honey Hut keck

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Ich habe bisher alle Rassen als einigermaßen rassetypisch erlebt. Die besten Freunde meiner Hunde sind auch eher kleinere Hunde, ein ganzes Chihuahua-Rudel, aber auch Mini Aussies und weisse Schäferhunde. Bei großen Hunden sind sie allgemein eher vorsichtiger, aber ansonsten bestimmt einfach die Sympathie den Umgang.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜSSSSSSSSS ist wohl der Ausdruck, den ich am häufigsten höre. Allerdings gehört dazu auch die dumme Angewohnheit meine Hunde auf den Arm nehmen zu wollen oder sie ungefragt anzutatschen. Das ist sehr unschön. Je kleiner und niedlicher die Hunde sind, umso weniger Raum wird ihnen gelassen. Das würden wir uns anders wünschen, auch wenn meine Mädchen sehr menschenfreundlich sind.
Kleine Kinder haben manchmal eher Probleme mit den Papillons. Ich denke das kommt daher, dass sie sich sehr schnell und auch zackig bewegen. Ich denke kleine Kinder bis zu einem gewissen Alter haben Probleme ihnen zu folgen und können sie daher nicht einschätzen.

Bjelle Hapiness Homemade10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
🙂 Honey war zuerst da … sie war deutlich weniger aktiv als ich es mir gewünscht habe, aber nun gut. Man darf so was nicht zu laut sagen, denn Bjelle gleicht das nun zu 300% aus 🙂 Die GEISTER DIE ICH RIEF .. aber jeder meiner Hunde ist GENAU SO GUT UND RICHTIG wie er eben ist … und er wird auch genau dafür über alles geliebt !!!!


Ich bin wirklich total angetan von den putzigen kleinen Papillons Papillon regelrecht dahin geschmolzen, als ich Brittas Bilder angeschaut habe! 🙂

Wir bedanken uns ganz ganz herzlich für deine umfangreichen Antworten Papillon wünschen dir Papillon deinen Hunden das Allerbeste auf eurem weiteren gemeinsamen Weg.

Wenn ihr noch mehr über Papillons erfahren möchtet schaut doch mal auf Brittas Zuchtseite vorbei. Sie besitzt ein Blog, ist bei Facebook vertreten und hat sogar einen youtube-Kanal. 😉

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2 Gedanken zu “Rasseportrait: Papillon

  1. wuff wuff

    ich habe mal einen Papillon beim Obedience gesehen und bin aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen… Es war eine so tolle Prüfung.
    Später wuselte das kleine Mädchen selbstbewusst durch die Menschenansamlungen und die anderen vielen Hunde. Da konnte sich manch ein großhund eine Scheibe von abschneiden 😉

    schlabberGrüße von Shila

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