Rasseportrait: Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Eine der Rassen, die es mir persönlich auch so richtig angetan hat ist der Nova Scotia. Mittelgroß, wunderschönes Fell (ich stehe auf hellbraunes Fell und helle Hundenäschen) und super aufgeweckte Hündchen, mit einer sensiblen Seite.
Genau so einen Hund hat sich Jasmin von meine Pfoten als Zweithund ins Haus geholt. Auch sie wird uns im heutigen Rasseportrait die bereits bekannten Fragen beantworten und kann dabei sogar zwischen ihrer Nova Scotia Duck Tolling Retriever Hündin Vani (Napa Skan´s Avani TF – so ein toller Name!) und ihrer Australian Shepherd Hündin Vergleiche ziehen. 🙂 


Der Rassename Nova Scotia Duck Tolling Retriever bedeutet übersetzt soviel wie „neu-schottländischer Enten anlockender Apportierhund“. Diesen Name trägt er zu Recht, denn er ist ein absoluter Spezialist auf seinem Gebiet, der Entenjagd.
Dafür müssen wir kurz etwas weiter ausholen aber es ist so super interessant! 😉 Denn bedingt durch seinen hohen Spieltrieb und seine unermüdliche Apportierfreude läuft dieser Hund am Ufer auf und ab, apportiert Stöcke und Bälle, die vom Jäger in Ufernähe und ins Schilf geworfen werden. Dabei verschwindet er immer wieder im Dickicht, um kurz darauf plötzlich wieder aufzutauchen. Dieses Verhalten, das so genannte „Tolling“, lockt die Enten ans Ufer, so dass der Jäger das Wasserwild erlegen und den „Toller“ zum Apportieren der Vögel schicken kann.

Der kompakte, kräftige, gut bemuskelte „Toller“ ist die kleinste Retrieverrasse. Die Widerristhöhe beim Rüde beträgt 48 bis 51 cm, bei der Hündin 45 bis 48 cm. Dabei werden die Hündinnen zwischen 17 bis 20 kg und die Rüden  20 bis 23 kg schwer.
Er besitzt ein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid. Es ist mittellang und weich, mit noch weicherer Unterwolle. Die Farbe besteht aus verschiedenen Schattierungen von Rot oder Orange – gelegentlich gekennzeichnet durch weiße Abzeichen an der Brust, an den Pfoten und an der Rutenspitze.

Der Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever ist also ein sehr intelligenter, ausdauernder und flinker Apporteur mit viel Temperament. Er ist extrem spielfreudig, aufmerksam und entschlossen. Diese muntere und lustige Retriever-Art, fügt sich in ein aktiven Familien besonders gut ein und muss mit Einfühlungsvermögen und viel Zuwendung beschäftigt werden.

Ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever kann zwischen 12 und 14 Jahre alt werden.


Kommen wir zu dem, was Jasmin uns über ihre hübsche Vani erzählt hat! 😉

1. Wie kam es, dass du dich in genau diese Rasse verguckt und für einen solchen Hund entschieden hast?
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever oder kurz Toller ist eine sehr seltene Rasse bei uns. In Österreich gab es zu der Zeit, als ich auf der Suche nach einem Zweithund zu meinem Australian Shepherd war, gerade mal 2 Züchter. Ich hatte das Glück, dass einer dieser beiden Züchter eine sehr gute Freundin von mir ist und dadurch enstand auch meine Begeisterung für diese Rasse. Intelligent, sportlich, anhänglich, gelehrig, verspielt und sensibel… das war perfekt für uns und als der erste Wurf zur Welt kam war klar, dass wir ein kleines Mädel bei uns willkommen heißen wollen.

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2. Wie würdest du das Wesen deines Hundes beschreiben?
Der Toller ist auf jeden Fall ein Arbeitshund. Er ist in Rekordzeit von 0 auf 100 wenn es z.B. darum geht einen Dummy zu apportieren oder einen Agilityparcour zu durchfliegen. Diese Hunde machen keine halben Sachen, sie sind Perfektionisten und wenn man nicht aufpasst dann neigen sie auch gerne dazu richtige Balljunkies zu werden. Deshalb ist es auch hier sehr wichtig die Balance zwischen genug Ruhephasen und Auslastung zu finden – hat man das geschafft hat man mit dem Toller einen Hund der zuhause kaum zu spüren und ein sehr angenehmer Mitbewohner ist, um dann bei der Arbeit 100 % zu geben. Aber eines darf man nicht unterschätzen, der Toller ist ein sehr sensibler Hund, er braucht eine einfühlsame, aber konsequente Erziehung. Mit Ruhe und Geduld erreicht man bei dieser Rasse sehr viel.

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3. Was zeichnet diese Rasse für dich besonders aus?
Wer noch nie einen Retriever hatte, sondern wie ich immer von Hütehunden umgeben ist/war, der wird mal einige Besonderheiten entdecken :-). Der Toller ist in der Regel ein Hund der auch bei Spaziergängen sehr nah am Besitzer geht, die Toller die ich kenne gehen meist direkt neben oder leicht versetzt hinter ihren Menschen. Vani läuft bei uns am Land alles ohne Leine und geht dabei ganz selbstverständlich immer dicht bei mir, das ist für mich ganz besonders toll. Ich dachte anfangs, es sei eine Eigenheit von meiner Hündin, jedoch hat mich meine liebe Züchterfreundin schnell eines Besseren belehrt – das ist ziemlich rassetypisch. Der Toller arbeitet eng mit dem Menschen zusammen und ist auch beim Spaziergang sozusagen immer aufnahmebereit für Anweisungen… natürlich wird auch viel geschnüffelt und mal ausgiebig gelaufen aber schnell wird sich dann wieder dem Besitzer angeschlossen. Wenn man dann auch noch ein Dummy eingesteckt hat ähnelt der Toller einem Superkleber den man nur mit dem Kommando „Such“ von sich lösen kann ;-).

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4. Hat dein Vierbeiner eine bestimmte Eigenschaft, die mal so gar nicht rassetypisch für ihn ist?
Ich habe jetzt ganz scharf nachgedacht aber mir würde nichts einfallen. Als ich dieses Jahr mit meiner Freundin und ihren Tollern auf Urlaub war, musste ich wieder feststellen wie ähnlich sie sich alle sind und Dinge die man für außergewöhnlich hält dann doch wieder rassetypisch sind. Ganz oft sagen wir dann: Typisch Toller!

5. Wie viel Energie hat dein Hund und wie gestaltest du den Hundealltag, um deinen Vierbeiner auszulasten?
Diese Rasse hat in der Regel sehr viel Energie, sie sind auch absolut schnell in ihren Bewegungen und überschlagen sich beinahe vor Eifer. Deshalb ist es auch sehr wichtig einem Toller eine Aufgabe zu geben und ihn zu beschäftigen… wir trainieren 1-2 x wöchentlich Agility und in der Sommer- und Winterpause lernt Vani auch gerne mal neue Tricks. Am allerliebsten sucht und apportiert sie Dummys… klar als Retriever soll das auch so sein :-). Den Toller kann man mit fast jedem Sport begeistern und man wird schnell merken, dass es für diese Hunde eine wahre Herausforderung ist anderen Hunden bei der Arbeit/beim Sport zuzusehen ohne dabei laut zu Quieken. Und genau wegen ihrem Arbeitseifer ist es auch besonders wichtig, den Hund nicht zu überfordern und Ruhe in den Alltag zu bringen. So stehen bei uns auch viele ganz entspannte und lanweilig wirkende Spaziergänge am Programm wo die Hunde nach Herzenslust schnuppern dürfen. Wir haben auch ganz faule Tage wo wir mal nur eine kleine Pipirunde ums Haus laufen und es uns dann wieder gemütlich machen.

Ein gesundes Mittelmaß und Spaß mit dem Hund ist auch bei der Rasse das Beste!

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6. Nutzt du  bestimmte „spezielle Fähigkeiten“ dieser Rasse um damit gezielt mit deinem Hund zu arbeiten oder zu trainieren?
Ich fördere Vani in der Nasenarbeit, sie liebt es ihre Nase einzusetzen und deshalb haben wir einige Jahre gestöbert und ein paar Dummykurse gemacht. Ein Retriever ist auch ein waschechter Wasserhund und das ist nicht zu übersehen, im Wasser ist der Toller in seinem Element und macht wohl nichts lieber als vom Rand ins kühle Nass zu springen und etwas zu apportieren.

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7. Gibt es gesundheitlich bestimmte Dinge, auf die du besonders achtest/ achten musst?
Der Toller ist, Gott sei Dank, eine sehr gesunde Rasse und auch in der Pflege sehr unkompliziert. Die Ohren werden von Zeit zu Zeit getrimmt und alle paar Wochen wird das Fell von mir gebürstet, um abgestorbene Unterwolle herauszubekommen. Auch bei der Ernährung muss man nicht speziell etwas beachten, wir barfen und Vani verträgt wirklich alles. Ich klopfe jetzt 3 x auf Holz und kann behaupten, dass Vani mit ihren fast 4,5 Jahren letzte Woche das erste Mal Durchfall hatte, bis zu diesem Zeitpunkt hatte dieser Hund noch nie irgendeine Krankheit.

8. Hat dein Hund eine/n Kumpel/ine der gleichen Rasse? Und wenn ja, verhalten diese sich untereinander anders als zum Beispiel beim spielen und toben mit anderen Hunderassen?
Vani hat regelmäßig Kontakt zu ihren Eltern und ihrer Schwester, aber da wird nicht gespielt. Toller sind da allgemein sehr wählerisch (jedenfalls die, die ich kenne)… Vani spielt meist hormonbedingt ;-). Und das ist dann während den Stehtagen oder auch so mit anderen läufigen Hündinnen. Als sie jünger war hat sie ganz viel mit unserer zweiten Hündin gespielt, jetzt ist das eher selten und nur wenn sie wirklich ganz lustig ist. Vani bevorzugt es mit den Menschen zu spielen, da wird sie fast schon aufdringlich wenn sie jemanden gefunden hat der mit ihr spielt. Mit guten Hundefreunden legt sie mal eine schnelle Laufrunde ein und springt etwas herum, aber so richtiges Rangeln oder Zerrspiele macht sie so gut wie gar nicht.

9. Ist diese Rasse ein Publikumsmagnet oder halten Andere eher erstmal Abstand bis sie deinen Hund besser kennen?
Vani besticht durch ihren Niedlichkeitsfaktor, mit ihrer geringen Größe von nur 43 cm, dem roten Fell, der rosa Nase und den lustigen Gesichtsausdrücken. Die kleine Maus hat bei manchen Menschen in unserem Umfeld schon den Tollerfan geweckt und fast jeder schwärmt von ihr.

10. Hast du dir das Zusammenleben mit dieser Rasse, bevor dein Hund bei dir einzog, genau so vorgestellt oder ist es doch anders geworden als vor der Anschaffung erwartet?
Ich war überrascht wie brav sie als Welpe schon war. Es wurde nichts angekaut und sie schlief nach kurzer Zeit die Nächte brav in ihrem Hundebettchen durch. Dafür musste ich mich anfangs noch an ihre sensible und vorsichtige Seite gewöhnen und mal begreifen, dass so ein Retriever eben ganz anders ist als ein frecher Australian Shepherd. Wir sind nach wie vor begeistert von ihr und finden es toll wie sich unsere Mädels ergänzen.


Für Menschen die Lust am Leben und Spaß an Sport und Spiel haben aber auch gleichermaßen einfühlsam auf ihren Hund zugehen können, ist diese Rasse ein wunderbarer Begleiter.

Auch dir, liebe Jasmin, danken wir von ganzem Herzen und freuen uns einen so tollen Einblick in dein Leben mit dem Nova Scotia bekommen zu haben. Wir wünschen euch weiterhin viele aktive schöne Jahre. Genieße das tolle Leben mit Hund, du hast ja gleich zwei davon. 😉

Auf Facebook kann man Lina und ihre beiden Schützlinge übrigens auch unter Meine Pfoten finden! 😉

 

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6 Gedanken zu “Rasseportrait: Nova Scotia Duck Tolling Retriever

  1. Toller Beitrag. Ich bin schon Jahre ein riesen Fan dieser Rasse und Besitzer die Eltern von Avani und ihre Schwester.
    Genialer Beitrag.
    Großes Lob an diesen Block, viele tolle Rassen wurden hier schon beschrieben. Gefällt mir sehr gut.
    Werde nun sicher öfter hier rein schnuppern.
    Lg Verena und die Rotnasen und der Kelpie

    Gefällt 1 Person

    • Wir freuen uns auch sehr dass ihr dabei wart und würden uns natürlich freuen, wenn ihr auch zu den anderen Beiträgen rei schaut, es lohnt sich. So viele tolle Hunde! 🙂
      Liebste Grüße,
      Claudi und Jack

      Gefällt mir

  2. Wirklich ein gelungenes Rasseportrait. Und ein waschechter Jagdhund mit Pattexfunktion, na wenn das mal keine gute Alternative ist…

    Ein wunderschöner Hund und fein fotografiert – toll!

    LG Andrea und Linda

    Gefällt 2 Personen

  3. wuff wuff

    seeeeehr interessant. Eine Hunderasse, die man nicht an jeder Straßenecke trifft.
    Bei Obedience Prüfungen habe ich mal einen Rüden getroffen, der war richtig gut drauf *nick*

    schlabberGrüße von Shila

    Gefällt 1 Person

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