Ein Hund sollte kein Staubsauger sein! ;)

Vor ein paar Tagen kam ich mit einer Bekannten ins Gespräch, es ging um das Thema „mein Hund ist ein Staubsauger“. Ich erinnerte mich zurück, an die Zeit als Jack bei uns ebenfalls Trockenfutter bekam und dieses innerhalb von Sekunden aus dem Napf inhalierte. Für mich was das in großes Thema, da es ihm nach seinen Mahlzeiten oft nicht so gut ging. Nach dem Fressen hatte er Schluckauf und es „kam ihm hoch“. Auch wenn das  bei uns mittlerweile der Vergangenheit angehört, so kenne ich einige Leute, die mit ihrem Hund das Problem nach wie vor haben. Daher möchte ich gern mal ein paar Worte zum Thema „Schlingfresser“ verlieren.

Was ist ein Schlingfresser?
Tiere die innerhalb kürzester Zeit ihr Futter hinunter schlingen, werden als Schlingfresser bezeichnet. Auch Hunde haben, wie ihre Ahnen die Wölfe, von Natur aus dieses Fressverhalten. Theoretisch ist es also ganz normal. Ein fressender Wolf, der seine frisch erlegte Beute vertilgt, hat keine Zeit zu verlieren, es könnten jeder Zeit Konkurrenzkämpfe um das Futter ausbrechen. Er schlingt seine Nahrung hinunter, so viel er bekommen kann. Dabei kennt er kein Maß. In freier Wildbahn ist dieses Verhalten durchaus sinnvoll! Wer kann schon garantieren, dass bald wieder so reiche Beute in die Fänge geht?! Häufig erbricht ein Wolf das hinunter geschlungene Fleisch, sobald er ungestört ist, um er erneut zu fressen. Dann jedoch kauend und mit mehr Ruhe, wenn keine Rivalen in der Nähe sind, die ihm seine Nahrung streitig machen.

Was sind gesundheitlichen Folgen von zu schneller Nahrungsaufnahme?
Die regelmäßig viel zu schnelle Nahrungsaufnahme kann bei unseren Hunden unter Umständen gesundheitliche Folgen haben. Für Wölfe stellt das Verschlingen der Beute kein Problem dar, ihr gesamter Organismus ist darauf ausgerichtet. Sie haben einen flexiblen Schlingrachen und einen äußerst dehnbaren Magen, mit dem sie viele Kilo an Beute auf einmal vertilgen können. Unsere Hunde aber haben nicht ganz die gleichen anatomischen Voraussetzungen, wie ihre wölfische Verwandtschaft, sie sollten daher von uns zu einer langsameren Nahrungsaufnahme „motiviert“ werden. Anderfalls kann es möglicherweise zu Schlundverstopfungen und Magendrehungen kommen. Längerfristig auch zu Zahnsteinbildung und Mundgeruch, da kein natürlicher Abrieb durch das Kauen des Futters erfolgt. Beim Schlingen wird nur wenig Speichel produziert, was Magenschleimhautentzündungen zur möglichen Folge haben kann. Insbesondere bei der Verfütterung von kleinbrockigem Trockenfutter kann es zu unangenehmem Verschlucken kommen. Darüber hinaus gelangt viel mehr Luft in das Verdauungssytem, wenn der Hund sein Essen gierig schluckt, das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit von Blähungen. Leider ist es auch so, dass sich die Menge der aufgenommen Nahrung durch schnelles fressen erhöht und es wesentlich länger dauert, bevor sich beim Tier ein Sättigungsgefühl einstellt. Hunde, die auf diese Weise mehr fressen, sind häufiger von Übergewicht betroffen.

Gegenmaßnahmen um den tierischen Staubsauger zu stoppen
Da unseren Vierbeinern das Schlingen, durch ihre Gene, quasi in die Wiege gelegt wurde, ist es oft schwierig es ihnen wieder abzugewöhnen. Bei eingefleischten Schlingfressern sollte zunächst Ursachenforschung betrieben werden, bestenfalls natürlich dann mit Hilfe eines Tierarztes oder Ernährungsberaters der sich auf Hunde spezialisiert hat.

Folgende Fragen sind vorerst zu klären:

  1. Bekommt der Hund vielleicht ein minderwertiges Futter und ist, trotz reichlicher Futtermenge, daher unterernährt und deshalb ständig hungrig?
  2. Liegt vielleicht eine Erkrankung oder ein Parasitenbefall, beispielsweise mit Spulwürmern, vor?

Es gibt natürlich auch einige einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass eure Hunde ruhiger fressen.

  • Die Nahrungsaufnahme sollte an einem ruhigen Ort erfolgen, wo der Hund durch externe Faktoren und andere Tiere so wenig wie möglich gestört wird.
  • Bei mehreren Hunden im Haushalt kann man die Tiere auch separiert füttern, um das Schlingen durch Futterneid zu stoppen.
  • Mehrere Welpen sollten nicht aus einem Napf fressen, um sie nicht direkt zu Schnell-Fressern zu erziehen.
  • Möglich ist auch dosiert zu füttern und die Rationen, unterschiedlichster Größen, zu verteilen. Einen Teil der täglichen Ration zum Beispiel einfach mal direkt aus der Hand füttern oder durch apportieren eines Futterbeutels den Hund daraus fressen lassen. Auch Denkaufgaben oder spezielle Spiele auf den Gassirunden, bei denen unser Liebling als Belohnung Trockenfutter erhält, können eingebaut werden.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Anschaffung eines speziell entwickelten Anti-Schling-Napfes. Diese wurden wissenschaftlich entwickelt und bremsen die Futteraufnahme durch blockierende Hindernisse, Ringe oder Blöcke, die im Innern eines solchen Napfes angebracht sind. Der Hund muss hierbei langsam um die Blockaden herum fressen und seine Fressgeschwindkeit drosseln, was die Speichelproduktion automatisch angeregt & ihn öfter hinterschlucken lässt.
  • Alternativ zum Anti-Schling-Napf gibt es eine im Handel erhältliche Keramik-Kugel namens „Portion Pacer“. Sie wird ganz einfach in den normalen Futternapf unseres Lieblings gelegt und bringt ein gewisses Eigengewicht mit, sodass der Hund sie nicht selbstständig entfernen kann. Durch bewegen der Kugel rollt diese im Napf umher und gibt somit das heiß ersehnte Futter aus.
  • Spezielle Futter-Spielzeuge können die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme ebenfalls verringen. Außerdem muss der Hund dabei sein Köpfchen einsetzen, um an Futter zu gelangen, kann eine ganze Weile damit beschäftigt werden und nimmt keine großen Mengen auf einmal zu sich.
    Da gibt es zum Beispiel den „Kong Biscuit Ball“, ein faszinierender Naturkautschuk-Ball, der mit Leckerlis gefüllt werden kann. Oder den „Pipolino“, einen einzigartiger Futter-Spender, bei dem durch hin- und herrollen die Trockenfutter-Bröckchen freigegeben werden. Ein dritter, sehr beliebter Beschäftigungs-Helfer ist auch der Kong, in den man sowohl feuchte als auch trockene Nahrung geben kann.
  • Mittlerweile gibt es auch spezielle Hundefutter-Sorten, die aus besonders großen, harten Brocken bestehen, die der Hund sorgfältig kauen muss.

Was uns bei Jack half den Staubsauger-Modus auszuschalten
Ich bin großer Fan von ausgeklügelten Systemen, daher hat mich der NORTHMATE ® GREEN überzeugt.
Dieser super hübsche kreative Napf ist eine, wie ein Grasbüschel gestaltete, 
Spezial-Fütterungsvorrichtung, die die Mahlzeit des Hundes in ein interaktives herausforderndes Spiel verwandelt. Der Hund muss es alleine schaffen, das Futter aus dem Dickicht aus „Grashalmen“ herauszuholen. Es lässt sich Nass- bzw. Trockenfutter gleichermaßen verfüttern. NORTHMATE ® GREEN besteht aus Hartkunststoff (ohne Weichmacher), verträgt Indor- wie Outdoor-Verwendung und kann im Geschirrspüler gereinigt werden. Bei uns hatte sich die Fresszeit damit von 30 – 60 Sekunden auf fast 15 Minuten verlängert, so wie es in der Beschreibung des NORTHMATE ® GREEN auch versprochen wurde und das ist wirklich nicht geflunkert! Ich war total begeistert, von der ersten Anwendung an! 🙂 Natürlich dauerte es anfangs länger, da Jack ja erst einmal herausfinden musste wie er an das Futter kommt. Doch auch nach mehreren Anwendung hater immer bis zu 11 Minuten zum fressen benötigt! Es gibt diesen Napf in Mini für kleine Hunderassen (29 x 225 x 7 cm), in Standard (40 x 30 x 10 cm) und als Catch (27 x 23 x 8 cm) mit besonders hohen Zacken, der übrigens auch sehr gut für Katzen geeignet ist.

 

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5 Gedanken zu “Ein Hund sollte kein Staubsauger sein! ;)

  1. Von diesem sehr „speziellen Napf“ habe ich auch schon viel Gutes gehört. Ich frage mich nur, ob man da echt rohes Fleisch reinpacken kann. Kann der „Napf“ in die Spülmaschine? Lilly schlingt zwar nicht wie eine Irre aber manchmal könnte sie schon ein bisschen langsamer fressen 😉

    Liebste Grüße

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    • Ob sich so ein Napf bei Rohfleisch lohnt kann ich schwer sagen. Seit Jack prey frisst nutzen wir den Napf nicht, da er dort schon mehr zu kauen hat.
      Es käme auf den Versuch an, wäre aber dann möglicherweise Geldverschwendung einen zu kaufen. Oder man gibt ihn weiter, falls es mit Fleisch nichts bringt.
      Bei Nass- und Trockenfutter geht es allerdings. 😉

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  2. So ein schöner Bericht! Total informativ und ich finde es klasse, dass du auf so viele Möglichkeiten eingehst! Wir haben zu Hause ja auch einen kleinen Schlingfresser (neues Wort gelernt ;)) . Bailey bekommt einen Teil der Mahlzeiten deshalb auf Spaziergängen, aus der Hand oder für kleine Tricks.

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    • Dankschön! 🙂
      Nun, wie gesagt ist das den Hunden ja angeboren und sie selbst stört es meist nicht. Sei denn es passiert ihnen dabei eben etwas, was ja auch kein Halter möchte.
      Meist erbrechen sich viele nach dem fressen in der Wohnung und die Halter leiden darunter, dürfen es wegmachen. Gerade für solche Fälle wollte ich einfach mal ein paar Tipps geben. 😉

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