Das Wuff und Waff im Hundeschlaf

Energiebündel oder Faultier?
Über den Schlaf des Hundes und tierische Träume.
So ein Hundeleben wäre eigentlich genau nach meinem Geschmack, zumindest wenn es um das Thema Schlaf geht! 🙂
Obwohl das Schlafverhalten unserer Vierbeiner unserem eigenen sehr ähnelt, gibt es dennoch einen beträchtlichen Unterschied in der Dauer der Schlafphasen. Wo der Mensch im Schnitt täglich 6 bis 8 Stunden Schlaf benötigt, um sich angemessen zu erholen, verbringt ein ausgewachsener Hund zwischen 17 bis 20 Stunden, bei Welpen und älteren Hunden sind es sogar 20 bis 22 Stunden, am Tag damit zu schlafen und zu dösen. Genau wie wir haben Hunde sowohl Leicht- als auch Tiefschlafphasen, allerdings sind diese intensiver beziehungsweise. sensibler als bei uns. Innerhalb nur weniger Sekunden kann der Vierbeiner einschlafen, doch genau so schnell auch wieder hellwach sein, wenn um ihn herum etwas spannendes geschieht. Besonders beim dösen bekommt der Hund alles um sich herum ganz genau mit, auch wenn die Augen geschlossen sind bleiben Nase und Ohren aktiv.

Das Ruhebedürfnis ist natürlich von Tier zu Tier unterschiedlich. Doch haben die meisten Hunde ihre Tiefschlafphasen in der Nacht. Da sie Rudeltiere sind, passen sie sich an den Tagesablauf ihrer Besitzer an und finden ihre beste Ruhe, wenn auch um sie herum alles still und friedlich ist.

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Der ideale Schlafplatz für unsere Lieblinge
So ein Hundeschlaf ist natürlich um so einiges besser, wenn es der Wuff schön bequem hat. Ein gemütlicher Rückzugsort ist demnach für einen erholsamen Schlaf förderlich. Wenn wir die Fellkinder fragen würden, wäre der schönste Platz mit Sicherheit die Couch. Muss das sein? Nun, es ist quasi ein Urinstinkt des Hundes sich auf einer erhöhten Ebene zu betten, um sich besser und schneller gegen Angreifer wehren zu können und immer den optimalen Überblick zu haben.

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Habt ihr also genügend Platz, dann gönnt eurem Liebling einen alten Sessel oder ein, mit einer Hundedecke oder einem Hundekissen, gekennzeichnetes Fleckchen auf dem Familiensofa. Freilich gibt es auch Hunde, die sich gern in dunkle Verstecke, wie beispielsweise spezielle Hundehöhlen, zu einem Nickerchen zurückziehen. Wichtig ist, dass die Tiere in jedem Fall genügend Platz haben, um sich auch mal ausstrecken zu können. Die Schlafposition unserer Haustiere ist übrigens oft von der Außentemperatur abhängig. In der kalten Jahreszeit schläft ein Hund meistens zusammengerollt, im Sommer hingehen viel ausgestreckt, um gleichmäßig Wärme abzubekommen. Die Schlafstätte unserer tierischen Freunde sollte aber nie direkt neben einer Heizung sein und außerdem vor Zugluft geschützt platziert werden.

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So kann man dem Hund den Schlaf noch angenehmer machen

Auch wenn sie meist nur dösen, heißt das nicht dass sie immer bei uns sein wollen oder müssen. Wenn ein Hund sich auf seinen Platz zurückzieht, sollte man ihn auch mal einfach in Ruhe lassen. Damit signalisiert er nämlich, dass er nicht gestört werden will. Viele Hunde schlafen manchmal eng an ihre Besitzer gekuschelt. Nur wenige, eher dominantere Tiere, ziehen es vor sich abseits allein hinzulegen. Wir als Halter sollten darauf achten, dass so oder so ein schreckhaftes Erwachen, zum Beispiel durch einen Ruck oder sehr laute Geräusche, vermieden wird. Ein abruptes Aufwachen ist ja auch für uns nicht besonders angenehm. 😉

Die meiste Zeit schlafen Hunde übrigens traumlos und sammeln Energie.Wie bei uns Menschen verarbeitet auch unser tierischer Freund im Schlaf die Geschehnisse der Tage. Nach einem außergewöhnlich anstrengenden Tag, wenn dieser körperlich oder geistig besonders anstrengend war, kommt es zu einem lustig anzuschauenden Vorgang. In der sogenannten Rapid-Eye-Movement Phase, kurz als REM-Phase betitelt, kann man beim Hund starke Körperzuckungen, schnelle Augenbewegungen bis hin zu Bell- und Winsellauten wahrnehmen. All das deutet auf Hundeträume hin. In den ersten zwei Lebensjahren, so wird vermutet, träumen Hunde viel von der Welpenzeit, da sie im Schlaf nachweislich häufig schmatzen und den Milchtritt nachahmen. Je älter ein Hund wird, umso öfter neigt er dazu im Schlaf zu rennen.

Was so ein Hund wohl träumt?
Psychologie-Professor Stanley Coreen der Universität von British Columbia in Vancouver, erforscht seit 40 Jahren das Verhalten von Hunden und hat das Traumverhalten von Hunden beobachtet.

“ Wer einen Hund hat, kennt das: Beine, die im Schlaf zucken, Knurren,manche schnappen sogar nach einem Schlafphantom. Tatsächlich zeigen die Gehirnwellen von schlafenden Hunden ähnliche Muster wie die des Menschen. Vermutlich träumen Hunde von Szenen aus ihrem Hundeleben. Die Gehirne von Mensch wie Hund besitzen eine Schutzregion. Sie verhindert im Schlaf, dass Träume in reale Handlungen übergehen. Forscher haben diesen Teil des Gehirns bei Hunden deaktiviert. Was geschah? Die Hunde begannen zu schlafwandeln, sie liefen umher und führten aus, was sie träumten. Ein träumender Pointer begann nach Wild zu suchen und verharrte wie angewurzelt in der Vorstehposition, die eine Vorderpfote angewinkelt. Ein Spaniel stöberte einen Vogel auf, und ein träumender Dobermann kämpfte gegen Einbrecher. Nicht alle Hunde träumen gleich.“, so Coreen in einem Interview mit welt.de.
Wie viel ein Hund träumt ist dabei abhängig von seiner Größe. „Große Hunde träumen weniger als kleine. Ein Zwergpudel kann einmal alle zehn Minuten träumen, während bei einem so großen Hund wie einer Dogge oder einem Mastiff oft bis zu eine Stunde zwischen den einzelnen Träumen liegt. Dafür dauern die Träume der großen Hunde allerdings länger.“, hat Coreen herausgefunden. Sein Buch „Können Hunde träumen?“ in der deutschen Ausgabe des KYNOS Verlag ist ein den USA bereits ein Bestseller und steht auch bei mir schon auf der Wunschliste. 😉

Action rund um die Ohr ist für den Hund unnötig und nicht gesund
Im Allgemeinen gilt: ein ausgelasteter Hund ist ein zufriedener Hund. Regelmäßige, ausgedehnte Spaziergänge, Spiele und Kopfarbeit halten unsere Vierbeiner auf Trapp und kurbeln ihre Hirnaktivität an, doch darf man es auch bei den täglichen Aktivitäten nicht übertreiben. 1 Stunde Agility, 2 Stunden durch den Wald, eventuell noch Fahrradfahren und daheim zusätzlich ein paar Tricks üben – wenn der Tagesplan des Hundes so aussieht, dann kann er schnell mal einen Burnout bekommen. Auch die lange Anwesenheit unserer Tiere bei Familienfeiern oder an unbekannten Orten, können ziemlich schlauchen. Gönnt man dem Hunden keine regelmäßigen Pausen und Gelegenheiten für ein Nickerchen werden sie überdreht, unkonzentriert, grobmotorisch und können vereinzelt sogar fahrig werden. Hunde die permanent aktiv sein müssen, ohne genügend Schlaf ergattern zu können, werden auf Dauer nervös und schnell reizbar. In Studien zum Thema Schlafentzug bei Hunden hat man sogar feststellen müssen, dass extreme Übermüdung Aggressionen und schwere Erkrankungen fördern. Doch ein verantwortungsvoller Hundebesitzer lässt es erst garnicht soweit kommen und sollte daher immer darauf bedacht sein, dass ein Hund kein Stehaufmännchen sondern ein sehr feinfühliges Wesen ist, welches nicht mit Aktivitäten überschüttet werden muss. Einfach mal schmusen ist für unsere Fellkinder auch ganz toll und total okay, besonders wenn das Wetter nicht so schön ist oder wir abends vor dem Fernseher auf der Couch liegen. Die Hauptsache ist doch, dass das Rudel zusammen ist. 😉

Jack ist eine totale Schlafmütze daheim und wufft gern mal im Schlaf vor sich hin. Ich finde das jedes Mal auf’s neue super niedlich und könnte immer wieder dahinschmelzen. 😉

Wie sieht bei euch der Tagesablauf so aus und träumen eure Hunde auch sehr aktiv? 

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5 Gedanken zu “Das Wuff und Waff im Hundeschlaf

  1. Ein wirklich schöner Beitrag, zu einem sehr interessanten Thema. Lilly schläft viel und träumt viel. Bzw. sie schläft durchschnittlich viel. Als Welpe hat sie 23 Stunden geschlafen, jetzt sind es „nur noch“ 20 Stunden 😉 Und obwohl sie schon vier Jahre alt ist, schmatzt sie noch ganz herrlich im Traum 😉 Neben laufen, bellen und Ganzkörperzuckungen. Ich liebe es Lilly beim Schlafen zuzusehen. Am liebsten döst/ schläft sie dort, wo ich mich aufhalte. Entweder wir sind beide auf der Couch oder sie geht in ihr Bettchen. Nachts schläft sie ganz eng an mich gekuschelt zwischen uns im Bett 😉

    Liebste Grüße und träumt schön 😉

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  2. Endlich haben wir es auch mal geschafft, auf eurem neuen Blog vorbeizuschauen 🙂
    Ein ganz toller Artikel!
    Milo ist definitiv beides. Auf Spaziergängen oder Treffen mit den Geschwistern hat er Hummeln im Po und muss rennen, flitzen und toben (eben typisch Laufhund). Tagsüber wenn wir 2-beiner arbeiten ist Ruhe angesagt – und das mussten wir ihm mühsam antrainieren (mit Hilfe einer Box, die Milo seitdem er Welpe ist kennt). Mit seinen 2 Jahren klappt der Alltag nun völlig entspannt und wir haben uns gut eingespielt. Er nimmt sich mittlerweile auch von sich aus raus und entspannt.

    Alles in allem hat sich das Training bewährt 😉

    Gepunktete Grüße
    Katharina mit Milo

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    • Da freuen wir uns aber, dass auch ihr uns mal auf unserem Blog besucht & bedanken uns herzlich für das Lob! 🙂

      Vermutlich sind sie alle gleich, unsere Fellnasen, es gibt kaum etwas Tolleres als das toben & raufen mit Artgenossen. 🙂 Bei Jack merke ich das besonders wenn er mit anderen Zwergpinschern unterwegs ist, dann ist es gleich nochmal ein ganz anderes Spielen. Drinnen hingegen ist er von sich aus eher ruhig & gemütlich, das mussten wir ihm nicht erst antrainieren.

      Liebe Grüße auch an euch,
      Claudi & Jack

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  3. Liebe Claudi,
    Wieder ein ganz toller Artikel. Viele Leute unterschätzen, wie viel Schlaf, besonders ein junger Hund braucht. Das war auch etwas, womit wir am Anfang viel Trainingszeit verbracht haben: Ruhe üben. Also hieß es bis zum 8 Lebensmonat jeden Tag eher „bleib“ (bis zur totalen Entspannung) üben, als irgendwelche Tricks. Ist aber insgesamt meine Herangehensweise ans Training und an das intergreiren des Hundes im Alltag: Da ich Tino mit zur Arbeit nehme, musste er da 1. mit den Menschen gut klar kommen und hören und 2. mit den anderen Bürohunden verträglich sein. Ein paar Übungen und Tricks machen wir natürlich trotzdem, aber da bin ich eher nicht so ehrgeizig, wie dass er im Freilauf z.B. hört und sich (grade besonders aktuell) mit anderen Rüden versteht bzw. richtig kommuniziert.

    Bei uns heißt es dann auch nach jedem Spaziergang erstmal mind. ne halbe Stunde ruhen. Da wird er auch auf seinen Platz geschickt und wenn er dann entspannt ist, gibts fressen.

    Für einen Pinscher seines Alters, finde ich ist er inzwischen sehr ausgeglichen. Natürlich freut er sich über Besuch, oder wenn ihm jemand Aufmerksamkeit schenkt: Aber er bellt niemanden an und auch Anspringen ist zur Ausnahme geworden. Ich führe das u.a. darauf zurück, dass ich versuche das „Aufregungslevel“ so gering wie möglich zu machen.

    Darum verstehe ich auch nicht, wie man zum beispiel, mit zur Hyperaktivität neigenden Rassen wie Border Collies oder Australian Sheppards noch Agillity macht (daneben noch Bällchen spielen, Frisbee, Such, Hundeschule und evtl noch Ballett und Flöte spielemn. 😉 ) . Mir wurde von vielen Trainern, unabhängig von einander gesagt, dass man sich damit längerfristig einen depressiven Hund antrainiert, der irgendwann nicht mehr richtig abschalten und regelrecht ausbrennt.

    Und obwohl Tino. wie ich glaube , im Gegensatz zu einem typsichen, Show/Sporthund einen relativ „langweiligen“ Tagesablauf hat, träumt er oft und lebhaft und ich könnte mich auch jedes mal kringeln und ich freu mich, wie er den Tag nochmal durchleben kann.

    Viele Grüße aus Hamburg,

    Marit & Tino

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    • Oh meine Liebe,
      obwohl mein Blog ja erst gestartet ist & ich noch nicht besonders viel Feedback bekomme, geht mir jedes Mal wieder (oder vielleicht auch besonders deswegen) total das Herz auf, so liebevolle Kommentare zu lesen! Vielen lieben Dank! 🙂

      In den ersten Lebensmonaten Ruhe zu „üben“ ist durchaus sinnvoll. Die Hunde sollen da ja eh noch nicht überlastet werden & die Knochen & Gelenke schonen. Das hast du ja wirklich gut gemacht! 😉
      Auch das Niedrighalten des Aufregungslevel ist immer angebracht, egal ob Junghund oder „alter Hase“. Wir machen das genauso, ist nämlich wirklich wichtig für einen ausgeglichenen Hund! 😉

      Von Agility abraten würde ich persönlich zwar keinem, da es schlichtweg eine super Angelegenheit ist die Koordination & Zuverlässigkeit, sowie die Bewegung der Tiere zu fördern, doch empfinde ich Meisterschaften als unangebracht. Denn sobald man damit das hohe Ziel des Gewinnens verfolgt, übt man Druck auf das Tier aus & fördert Stress. Ein mal wöchentlich zum Ausgleich, wo der Hund mal so richtig flitzen kann, ist es natürlich eine ganz andere Sache, vorausgesetzt die Fellnase hat Spaß daran. 😉

      Und wieder ganz liebe Grüße zurück an euch,
      Claudi & Jack

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